Autor: Michael Rastetter

  • Der Warp-Antrieb – Reine Science-Fiktion oder Realität?

    „Energie!“ Der eine oder andere Leser wird diese Aufforderung James T. Kirks an seinen Chefingenieur Scottie in Star Trek (Raumschiff Enterprise) kennen. Gemeint ist damit das Beschleunigen auf (Über-)Lichtgeschwindigkeit um von einem Ort der Galaxis zum nächsten zu gelangen.

    Wie wichtig ein schnelles Vorankommen ist, wird schon durch den Vergleich der Entfernungen innerhalb unseres Sonnensystems verdeutlicht: Das Licht benötigt von unserem nächsten Stern, der Sonne, etwa 8 Minuten um auf der Erde zu sein. Eine Reise mit dem Zug bei 100 km/h vom Ausgangspunkt „Erde“ zur Endhaltestelle „Sonne“ würde viel länger als ein Menschenleben dauern (170,8 Jahre). Wesentlich schneller wäre ein Flugzeug, welches mit einer Geschwindigkeit von 1000 km/h den Flughafen „Sonne“ schon nach etwa 17 Jahren erreichen würde. Die Suche nach dem sonnennächsten Stern führt uns zum Stern Proxima Centauri (lat. proxima: Nächstgelegene). Dieser Rote Zwerg ist „nur“ 4,2 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt, eine sehr geringe Entfernung im Vergleich zu kosmologischen Maßstäben. Für eine Bahnfahrt dorthin müssten Sie allerdings sehr viel Zeit einplanen: Sie benötigten ungefähr 39 Milliarden Jahre! Zum Vergleich: Unser Universum wurde vor 13,8 Milliarden Jahren geboren. Selbst mit den schnellsten von Menschenhand geschaffenen Raumsonden würde es eine für irdische Verhältnisse unendliche Zeitspanne dauern. Experten gehen davon aus, dass mit zukünftigen Kernfusionsantrieben immerhin 30 % der Lichtgeschwindigkeit möglich sind. Dies wäre immerhin ein Analogon zum „Impulsantrieb“ der Enterprise, mit dem die Crew im raschen Schneckentempo das Sonnensystem durchpflügen könnten.

    Allerdings haben wir einen mächtigen Gegner gegen uns: Die Physik von Albert Einstein! Die Spezielle Relativitätstheorie besagt, dass ein beschleunigter Körper im Vergleich zu seinem ruhenden Pendant, mit zunehmender Geschwindigkeit schwerer wird. Um einen solchen Körper noch weiter zu beschleunigen bedarf es mehr Energie als vorher: Der Beginn eines relativistischen Teufelskreises!

    Eine Fliege auf Lichtgeschwindigkeit zu schubsen, würde mehr Energie benötigen, als der Menschheit momentan zur Verfügung stünde. Doch die Relativitätstheorie bietet uns auch einen Ausweg aus dieser Misere. Der Raum kann durch Masse oder Energie verformt werden (Allgemeine Relativitätstheorie, ART), sodass er selbst Licht und Zeit beeinflussen kann (Raumzeit). Diese Auswirkungen sind in Form von Schwarzen Löchern, Gravitationslinsen oder der Periheldrehung des Merkurs nachweisbar. Der mexikanische Physiker M. Alcubierre veröffentliche 1994 eine Lösung der Allgemeinen Relativitätstheorie, welche das Reisen mit Warp-Antrieb möglich machen könnte. Der Trick bestand darin, die Gleichung mit den gewünschten Eigenschaften auszustatten und zu rechnen. Er erhielt auf diesem Wege keine strenge Lösung der ART, wohl aber ein physikalisch „richtiges“ Modell. Durch Erzeugung einer Warpblase um ein Raumschiff herum könnte der Raum vor dem Schiff gestaucht und hinter ihm gedehnt werden, ohne die Position der Start- und Zielobjekte zu verändern. Das Raumschiff befindet sich innerhalb der Warpblase im ruhigen Auge des Sturms. Dort gelten die gleichen physikalischen Gesetze wie im Rest des Universums! Da aber nicht das Schiff, sondern die Raumzeit selbst verzerrt wird, erfährt das Vehikel selbst keine Beschleunigung und daher kann theoretisch Überlichtgeschwindigkeit erreichen. Ganz ohne die Verletzung physikalischer Grundprinzipien!

    Über die Krümmung der Raumzeit kann direkt die Geschwindigkeit eingestellt werden und somit ein Mehrfaches der Lichtgeschwindigkeit erreicht werden. Der fachkundige Filmeschauer spricht an dieser Stelle von den sogenannten Warpfaktoren. Allerdings nähern sich die benötigten Energiemengen für beliebige Warpfaktoren asymptotisch einen oberen Grenzwert an, den selbst unendlich fortgeschrittene Zivilisationen nicht aufbringen könnten. Warpfaktoren mit unendlicher Lichtgeschwindigkeit sind nicht möglich, da sich das Schiff zu diesem Zeitpunkt an allen Punkten des Universums gleichzeitig befände. Die Materie bzw. Energie für die Erzeugung eines Warpfelds zu stellt allerdings ein großes Mysterium dar. Sie müsste aus exotischer Materie mit negativer Energiedichte aufgebaut sein, die eine Antigravitation ausübt: Normale Materie (Elektronen, Neutronen etc.) besitzt eine positive Energiedichte. Sie erzeugt eine anziehende Kraft und entspricht unserer Gravitation. Um die Raumzeit dauerhaft zu krümmen (Warpblase) und ein Kollabieren zu verhindern, bedarf es daher einer Materieform mit antigravitativen Eigenschaften. Exotische Materie ist bis dato in theoretischen Modellen beschrieben, ihre wahrhaftige Existenz ist umstritten aber nicht ausgeschlossen. Der Physiker Prof. Hawking geht davon aus, dass aus Vakuumfluktuationen nahe den Ereignishorizonten Schwarzer Löcher Spuren exotischer Materie erzeugt wird.

    Alcubierre berechnete, dass für die Erzeugung einer Blase mit nur 200 Metern Innendurchmesser exotische Materie im Sonnenmassen-Maßstab benötigt werden würde. Sie entspräche einer Materiedichte wie sie im Universum kurz vor nach dem Urknall geherrscht hat. Durch Hinzufügen mehrerer Hilfsblasen um das Hauptfeld herum würde sowie unter Einbezug einer gekrümmten Raumzeit konnte die notwendige exotische Materie auf mehrere Milligramm reduziert werden.

    Wo Licht ist, findet sich aber auch Schatten. Nicht nur die Erzeugung notwendiger Mengen exotischer Materie stellt ein ungelöstes Problem dar, sondern auch der Warp-Flug an sich. Ungeklärt sind u. a. Fragen der Orientierung, Kommunikation, Navigation und Treibstoffversorgung. Einer australischen Studie zufolge sammeln sich vor dem Warpschiff beachtliche Mengen energiereicher Teilchen und Partikel an, die sich nach dem Abbremsen in Form gewaltiger Strahlungsschauer entladen.

    Trotz vieler Hindernisse diskutierten Forscher im September 2012 neue Aspekte und Möglichkeiten für die technische Realisierung eines Warp-Antriebes. Erstaunlicherweise wurde die Einstufung der theoretischen Machbarkeit eines solchen Antriebes von „unrealistisch“ in „durchaus umsetzbar“ geändert. Im darauffolgenden Jahr wurden wissenschaftliche Publikationen zum Thema Warp-Antrieb vom American Institute of Aeronautics and Astronautics prämiert. Heutzutage befassen sich experimentell aufgestellte Arbeitsgruppen mit dem Nachweis und Erzeugung einer Mini-Warpblase im Labormaßstab („Juday warp-filed interferometer“).

    Wohin die Entwicklung gehen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht werden uns in ferner Zukunft spitzohrige Außerirdische mit den Worten „Ein langes und zufriedenes Leben…“ auf Wiedersehen sagen.

  • Dr. Emil Khalisi: Planetengeröll aus der Nähe: die Asteroiden

    🕑 12. Januar 2015 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Dr. Emil Khalisi, Astronomische Vereinigung Karlsruhe

    Die Asteroiden zwischen Mars und Jupiter gelten als Relikte der Planetenentstehung vor 4,5 Mrd. Jahren. Raumsonden haben einige von ihnen aus nächster Nähe fotographiert, andere sind speziell ihrer Erforschung gewidmet. Es zeigte sich, dass die Zusammensetzung der Asteroiden nicht einheitlich ist. Der Asteroidengürtel blickt vermutlich auf eine komplexe geologische Vergangenheit zurück. Dieser Vortrag gibt einen kleinen Überblick über die Einteilung dieses „Gerölls“ in unserem Sonnensystem.


    Die Vorträge finden im Pavillon des Naturkundemuseums Karlsruhe statt. Der Beginn ist jeweils um 20:00 Uhr.

    Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Um eine Spende zur Begleichung unserer Unkosten wird gebeten.

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    Anschrift: Naturkundemuseum Karlsruhe, Erbprinzenstraße 13, 76133 Karlsruhe

    Das Naturkundemuseum Karlsruhe liegt gut erreichbar mitten in der Innenstadt am Friedrichsplatz.

    • Öffentliche Verkehrsmittel: Von den Haltestellen „Herrenstraße“ und „Marktplatz“ (Stadtbahn S1/S11, S2, S5 und Straßenbahn 1, 4 und 5) ist das Museum jeweils in wenigen Gehminuten zu erreichen. Informationen über die elektronische Fahrplanauskunft der KVV.
    • Auto: B10 Stadtmitte auf die Kriegsstraße. Am Ettlinger Tor Richtung Stadtmitte. Parkhäuser: „Friedrichsplatz“ oder „IHK“. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten der Parkhäuser.
  • Prof. W. Schmidt: Neues von der Sonne – erste Ergebnisse von Europas größtem Sonnenteleskop GREGOR

    🕑 8. Dezember 2014 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Prof. W. Schmidt, Kiepenheuer Institut für Sonnenphysik, Freiburg

    GREGOR ist mit einer Öffnung von 150 cm das größte Sonnenteleskop Europas. Es steht im Observatorio del Teide auf Teneriffa in einer Höhe von 2400 Metern über dem Meer. Es wird unter der Federführung des Freiburger Kiepenheuer-Instituts für Sonnenphysik betrieben.

    GREGOR hat in diesem Jahr seinen wissenschaftlichen Betrieb aufgenommen und liefert seither Daten von ausgezeichneter Qualität, deren wissenschaftliche Auswertung in vollem Gange ist. Wird es bald ein neues „Großes Minimum“ der Sonnenaktivität geben, so wie das „Maunder-Minimum“ vor 350 Jahren, von dem Wissenschaftler glauben, dass es die damalige „kleine Eiszeit“ verursacht hat? Die Vorhersage der Stärke der kommenden Sonnenzyklen ist eines der aktuellen Themen, das mit dem neuen Sonnenteleskop GREGOR derzeit erforscht wird.


    Die Vorträge finden im Pavillon des Naturkundemuseums Karlsruhe statt. Der Beginn ist jeweils um 20:00 Uhr.

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  • Dr. Dominic Freudenmann: Der Warp-Antrieb: Fiktion oder Wirklichkeit?

    🕑 13. Oktober 2014 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Dr. Dominic Freudenmann, Astronomische Vereinigung Karlsruhe

    Reisen zu fernen Sternsystemen, ein kurzer Abstecher in das galaktische Zentrum, mal schnell bei alpha Centauri vorbeischauen, oder auch nur bei Pluto: ohne Warp-Antrieb sähen die Weltraumabenteurer von Star-Trek oder Star-Wars ganz schön alt aus (bei Ankunft am Zielort im wahrsten Sinne).

    Was hat es damit denn auf sich? Ist so ein Antrieb, überlichtschnell, überhaupt denkbar?


    Die Vorträge finden im Pavillon des Naturkundemuseums Karlsruhe statt. Der Beginn ist jeweils um 20:00 Uhr.

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  • Dr. Thomas Reddmann: Vorschau auf den Sternhimmel im Winter 2014/2015

    🕑 8. September 2014 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Dr. Thomas Reddmann, Astronomische Vereinigung Karlsruhe

    Die Sommerferien gehen zu Ende, die Abende werden wieder länger. Deshalb wollen wir Ihnen zeigen, was es im kommenden Winter am Sternenhimmel zu sehen gibt.


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  • Prof. Dr. Alfred Krabbe: SOFIA, die fliegende Sternwarte für Infrarot Astronomie

    🕑 12. Mai 2014 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Prof. Dr. Alfred Krabbe, SOFIA-Institut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Stuttgart

    Einige der interessantesten Objekte im Universum, wie junge Sternsysteme, oder das Zentrum unserer Milchstraße, verbergen sich hinter dichten Staubwolken und sind optisch nur schwer oder nicht beobachtbar. Wärmestrahlung kann diesen Staub durchdringen und auch kalte Objekte nachweisen, vom Erdboden aus stört jedoch die Erdatmosphäre, die den allergrößten Teil dieser Strahlung verschluckt. Aber man muss nicht gleich einen Satelliten in einen Orbit schicken, um das infrarote Universum zu beobachten. Denn schon knapp über der Wetterschicht in der unteren Stratosphäre ist der Hauptstörer bei dieser Beobachtung, nämlich der Wasserdampf, praktisch unwirksam. Da dies die Reisehöhe der meisten Langstreckenpassagiermaschinen ist, liegt es nahe, ein Teleskop in ein Passagierflugzeug einzubauen.

    Diese fliegende Sternwarte ist SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie), ein 2,7 m Teleskop in einer umgebauten Boeing 747 SP. SOFIA ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Seit dem Jahr 2011 hat SOFIA den wissenschaftlichen Betrieb aufgenommen und bereits viele wissenschaftlichen Entdeckungen gemacht. Gerade vor wenigen Wochen wurde das zweite deutsche Instrument FIFI-LS in Betrieb genommen.

    Prof. Alfred Krabbe ist Direktor des SOFIA-Institut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, auf der deutschen Seite verantwortlich für die wissenschaftliche Nutzung und den Betrieb des SOFIA-Projekts. In seinem Vortrag wird Prof. Krabbe das Projekt und seine technischen Besonderheiten vorstellen. Außerdem werden einige der bisherigen Ergebnisse und Entdeckungen dieser weltweit einmaligen Sternwarte erläutert.


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  • Rolf Kaiser: Astronomische Bildbearbeitung

    🕑 14. April 2014 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Rolf Kaiser, Astronomische Vereinigung Karlsruhe

    Dieses Mal steht ein Thema für unsere aktiven Beobachter auf dem Programm. Ohne die Bildbearbeitung astronomischer Aufnahmen wären viele Aufnahmen des Sternhimmels oder der Planeten viel unansehnlicher und würden darüber hinaus nicht alles zeigen können, was in ihnen steckt. Rolf Kaiser wird einen Überblick über verschiedene Programme, die es für die astronomische Bildbearbeitung gibt, geben.


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    • Öffentliche Verkehrsmittel: Von den Haltestellen „Herrenstraße“ und „Marktplatz“ (Stadtbahn S1/S11, S2, S5 und Straßenbahn 1, 4 und 5) ist das Museum jeweils in wenigen Gehminuten zu erreichen. Informationen über die elektronische Fahrplanauskunft der KVV.
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  • Jürgen Reichert: Die Rudolphinischen Tafeln von Kepler

    🕑 10. März 2014 um 20:00 Uhr
    🏢 Naturkundemuseum Karlsruhe

    Jürgen Reichert, Astronomische Vereinigung Karlsruhe

    Diese astronomischen Tafeln sind 1627 erschienen und dienten etwa 100 Jahre lang zur Berechnung der Himmelserscheinungen für Kalender. Eintritt der Jahreszeiten, Mondphasen, Finsternisse und die Stellungen der Planeten lassen sich mit ihnen berechnen. Ursprünglich auf lateinisch geschrieben, sind sie bis heute nicht ins Deutsche übersetzt worden. Da sie immer noch interessant zu lesen sind und ihre Genauigkeit noch nicht ausführlich getestet wurde, habe ich mich entschlossen, sie (mit der Hilfe meines Bruders und mehrerer Altphilologen) ins Deutsche zu übersetzen.

    Das Erscheinen in Buchform als bibliophile Ausgabe mit lateinischem und deutschem Text und über 60 Seiten Erläuterungen und Anmerkungen, zusammen über 620 Seiten, ist für die Mitte 2014 geplant.

    Weitere Informationen sind hier zu finden.


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