Autor: Andreas Kammerer

  • Monatsüberblick Juli 2026

    Von:

    Im Monatsverlauf verlagert sich der Schwerpunkt der Großplaneten vom Abend- an den Morgenhimmel. Anfang Juli verschwindet Jupiter vom Abendhimmel, und nur noch Venus verbleibt. Am Morgenhimmel findet man Saturn, und immer besser sichtbar werdend, Mars. Spezialisten können zudem die Planeten Uranus und Neptun im Fernglas bzw. Teleskop ausmachen.

    Die Sternenkulisse ist nunmehr eindeutig sommerlich geprägt. Das Sommerdreieck steht hoch im Südosten , während horizontnah die Sommersternbilder Skorpion und Schütze ausfindig gemacht werden können – zumindest von einem dunklen Standort aus. Das Frühlingsdreieck ist deutlich nach Südwest gerückt und nicht mehr vollständig – Regulus befindet sich bereits unter dem Horizont. Auch der Himmelswagen hat mit dem Abstieg begonnen, während sein Gegenpart, das Sternbild Kassiopeia (auch Himmels-W genannt), stetig höher steigt.✨

    Mond

    07.:      Letztes Viertel (Fische)
    14.:      Neumond (Zwillinge)
    15.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:00 MESZ, tief!!!)
    21.:      Erstes Viertel (Jungfrau)
    29.:      Vollmond (Schütze)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    kommt am 13. Juli in untere Konjunktion mit der Sonne. Er entfernt sich anschließend rückläufig rasch von ihr, wird aber am 23. Juli wieder rechtläufig. In den allerletzten Julitagen kann der flinke Planet von Spezialisten erstmals am Morgenhimmel, tief über dem ONO-Horizont ausgemacht werden, etwa 10° rechts unterhalb von Pollux. Seine Helligkeit beträgt am 28. Juli 1.0m, am 31. Juli 0.5m. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich gegen 5:00 MESZ.

    Venus

    ist noch strahlender Abendstern, doch sinkt sie im Monatsverlauf deutlich dem Horizont entgegen. Ihr Untergang verfrüht sich von 23:45 MESZ auf 22:30 MESZ. Die Helligkeit steigt von –4.1m auf –4.3m an. Venus läuft durch das Sternbild Löwe und passiert am 9. Juli seinen Hauptstern Regulus 1.1° nördlich, was wohl nur noch im Fernglas beobachtbar sein dürfte. Am Abend des 17. Juli findet man die Mondsichel 4° links unterhalb des Abendsterns. Im Teleskop kann man das phasenmäßig stetig abnehmende, aber größer werdende Planetenscheibchen beobachten. Im Monatsverlauf nimmt dessen scheinbarer Durchmesser von   16.0“ auf 20.7“ zu, während der Beleuchtungsgrad von 69% auf 56% abnimmt.

    Mars

    wird am Morgenhimmel stetig besser sichtbar. Der 1.3m helle rote Planet überschreitet zu Monatsbeginn um 3:00 MESZ die Horizontlinie im Nordosten, am Monatsletzten bereits um 2:00 MESZ. Am Morgen des 4. Juli passiert er den grünlichen Uranus in nur 6‘ Abstand südlich. Am Morgen des 11. Juli befindet sich die Mondsichel 7° rechts oberhalb, am 12. Juli 9° links von Mars. Am 14. Juli passiert Mars den Stern Aldebaran in 5° nördlichem Abstand. Im Teleskop erkennt man ein lediglich 4.5“ großes Scheibchen, auf dem keine Details erkennbar sind.

    Jupiter

    sollte von Spezialisten in der ersten Juliwoche noch tief über dem abendlichen Nordwesthorizont aufgefunden werden können. Dabei muss man den –1.8m hellen Planeten am 1. Juli gegen 22:15 MESZ, am 7. Juli bereits gegen 22:00 MESZ beobachten. Zu dieser Zeit herrscht noch sehr helle Dämmerung. Am 29. Juli steht Jupiter in Konjunktion mit der Sonne.

    Saturn

    ist ein Planet der zweiten Nachthälfte. Seine Aufgänge verlagert er im Monatsverlauf von 1:30 MESZ auf 23:30 MESZ, seine Helligkeit steigt von 0.8m auf 0.6m an. Der Planet bewegt sich anfangs rechtläufig, ab dem 27. Juli rückläufig durch das Sternbild Fische. Am Morgen des 8. Juli findet man den abnehmenden Halbmond 7° links oberhalb des Ringplaneten. Im Teleskop erkennt man ein 18“ großes Planetenscheibchen, auf dem aber wohl nur das Nördliche und Südliche Äquatorband schwach erkennbar sein dürften. Der Ring misst 39.5×6.5“ und ist 9° gegen die Sichtlinie geneigt. Damit sollte die Cassini-Teilung wieder sicher erkennbar sein. In kleineren Instrumenten sind die hellsten Monde (in der Reihenfolge zunehmender Distanz vom Ring) Tethys (10.3m), Dione (10.5m), Rhea (9.8m), Titan (8.4m) und, deutlich weiter außerhalb, westlich von Saturn, Japetus (etwa 10.5m) sichtbar.

    Uranus

    wird in den ersten Julitagen am Morgenhimmel sichtbar. Bei der Aufsuche hilft ein paar Tage lang Mars, der Uranus am 4. Juli in 6‘ südlichem Abstand passiert. Die beste Beobachtungszeit, um den grünlichen, 5.8m hellen Planet zu suchen ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:00 MESZ (in der fortgeschrittenen Dämmerung), am Monatsende gegen 3:30 MESZ (vor Dämmerungsbeginn). Am Morgen des 11. Juli befindet sich die schmale Mondsichel knapp 5° oberhalb von Uranus.

    Neptun

    ist ein im Fernglas leidlich gut sichtbares Objekt der zweiten Nachthälfte. Die Aufgänge des 7.9m hellen Planeten erfolgen zu Monatsbeginn um 1:00 MESZ, am Monatsende um 23:00 MESZ. Etwa zwei Stunden später kann Neptun mit Erfolg aufgesucht werden. Am Morgen des 7. Juli steht der abnehmende Halbmond knapp 4° links oberhalb von Neptun, was aber schwierig zu beobachten sein dürfte. Am 8. Juli wird der fernste Großplanet im Sternbild Fische rückläufig. Im Teleskop erkennt man ab etwa 200x das 2.3“ kleine Scheibchen. Mit größeren Instrumenten kann der 13.5m helle Mond Triton, etwa 15“ von Neptun entfernt, ausgemacht werden.

    Pluto

    steht am 27. Juli in Opposition zur Sonne und damit der Erde am nächsten. Der berühmteste Zwergplanet ist dennoch ein schwieriges Objekt, selbst in einem 30cm-Teleskop. Er erreicht nämlich nur eine maximale Helligkeit von 14.4m und steht dabei im Sternbild Steinbock, womit er nur geringe Horizonthöhen erreicht. Daher hat man nur in den zwei Stunden um die Kulmination eine Chance, ihn mit Aussicht auf Erfolg zu finden. Diese erfolgt zu Monatsbeginn erst um 3:15 MESZ (wenn die Dämmerung bereits begonnen hat), am Monatsende aber bereits um 1:15 MESZ. Die drei Aufsuchkarten sollen bei der Identifikation behilflich sein.

    Meteore

    Gegen Monatsende können die ersten Perseiden beobachtet werden, deren Radiant zu dieser Zeit südlich des Sternbilds Kassiopeia liegt. Der Vollmond am 29. Juli dürfte Beobachtungen aber sehr erschweren.

    Der Sternenhimmel

    Im Juli ist die Dämmerung zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) noch nicht abgeschlossen, ja in der ersten Julihälfte herrscht zu dieser Zeit noch helle Dämmerung, so dass schwächere Objekte entsprechend später beobachtet werden müssen. Aus Gründen der Einheitlichkeit in Bezug auf die übrigen Monate wird der Himmelsanblick aber zu jeweils den gleichen Uhrzeiten dargestellt.

    Der Große Wagen, als Teil des Sternbilds Großer Bär, steht halbhoch im Westen und sinkt langsam dem Nordhorizont entgegen, während sein Gegenpart, die Kassiopeia im Nordosten stetig höher steigt. Zwischen diesen beiden Sternbildern steht der gut erkennbare aber nicht auffällige Polarstern. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens ist das nur aus zwei Sternen bestehende Sternbild Jagdhunde zu finden.

    Zenitnah findet sich der einprägsame Kopf des Drachen, der sich um den Himmels-Nordpol windet. Zwischen Kassiopeia und Schwan ist der eher unauffällige Kepheus beheimatet und zwischen Kassiopeia und Großer Bär der Kleine Bär, der an einen kleinen Wagen erinnert und von dem nur der Polarstern sowie die beiden vorderen Kastensterne auffällig sind.

    Während das Frühlings-Dreieck – gebildet aus Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau – schon deutlich nach Westen gewandert und durch den Untergang von Regulus bereits nicht mehr vollständig ist, dominiert das Sommer-Dreieck – gebildet aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler – nun den südöstlichen Himmel.

    Im Westen geht der Löwe (aktuell aufgewertet durch die Venus) bereits unter, und die Jungfrau schickt sich an, es ihm gleich zu tun. Tief im Süden kulminiert der Skorpion (der von unseren Breiten aus leider nicht vollständig über den Horizont steigt) mit seinem rötlichen Hauptstern Antares. Zwischen diesem und der Jungfrau kann das unauffällige Sternbild Waage gefunden werden. Hoch im Südwesten findet man den Bärenhüter mit dem hellen, orangefarbenen Arktur. Westlich des Bärenhüters steht das schwache Sternbild Haar der Berenice mit dem im Fernglas auffälligen offenen Sternhaufen Melotte 111. Östlich des Bärenhüters erkennt man das markante, kleine Sternbild Nördliche Krone.

    Den Meridian durchschreiten die großen Sternbilder Schlangenträger, die zweigeteilte Schlange und Herkules. In letzterem kann mit dem Fernglas der hellste Kugelsternhaufen des Nordhimmels, M13, aufgefunden werden. Über dem Südosthorizont ist der Schütze erschienen, in dem sich das Zentrum unserer Milchstraße befindet. Leider erreicht dieses Sternbild bei uns stets nur geringe Horizonthöhen und das Milchstraßenzentrum kommt nur so eben über den Horizont und ist daher aufgrund des horizontnahen Dunstes praktisch nicht beobachtbar.

    Weiter östlich gehen gerade die ausgedehnten aber unauffälligen Sternbilder Steinbock und Wassermann auf. Halbhoch im Südosten finden sich das schwache Sternbild Schild und der Adler mit dem hellen Atair. Östlich von Atair erkennt man das kleine aber markante Sternbild Delphin und nördlich von Atair die deutlich unauffälligeren Sternbilder Pfeil und Füchschen. Sehr auffällig sind hingegen das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das große Sternbild Schwan mit dem hellen Deneb, welches auch als Kreuz des Nordens bezeichnet wird. Im Osten bzw. Nordosten gehen gerade die Sternbilder Pegasus und Andromeda auf, die aber erst im Herbst die Blicke auf sich ziehen werden.

    Zwischen Andromeda und Kepheus kann das lichtschwache und kleine Sternbild Eidechse gefunden werden. Tief über dem nördlichen Horizont blinkt ein einsamer hellerer Stern, die Capella im Fuhrmann. Östlich von Capella geht eben der Perseus auf. Das Sternbild Giraffe steht für eine sinnvolle Beobachtung zu tief.

    Die helle Sommermilchstraße steigt im Sternbild Schütze über den Südsüdosthorizont und verläuft dann über Schild (mit der hellen Schildwolke), Adler und Schwan (mit auffälligen Partien) bis in mittlere Horizonthöhen, um anschließend über Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordnordosthorizont abzusinken.

  • Monatsüberblick Juni 2026

    Von:

    Anfang Juni stehen die beiden hellsten Planeten des Abendhimmels – Venus und Jupiter – nahe beieinander. In der Folge sinkt Jupiter stetig dem Horizont entgegen, während die Venus ihre Horizonthöhe nahezu halten kann. Zudem kann der flinke Merkur dicht über dem Nordwesthorizont ausgemacht werden. Am Morgenhimmel findet man den Ringplaneten Saturn und spätestens in der zweiten Monatshälfte auch den roten Mars. Beide sind aber noch nicht auffällig. Die Sternkulisse verändert sich von Frühjahr auf Sommer. Während das Frühlingsdreieck bereits deutlich nach Westen gewandert ist, ist das Sommerdreieck am östlichen Sternhimmel aufgetaucht. Tief im Süden kann der auffällige Antares im Sternbild Skorpion ausgemacht werden. Nahezu über dem Betrachter befindet sich der Große Wagen.✨

    Mond

    08.:      Letztes Viertel (Wassermann)
    15.:      Neumond (Stier)
    15.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:00 MESZ, tief!!!)
    21.:      Erstes Viertel (Jungfrau)
    30.:      Vollmond (Schütze)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    ist ein in der ersten Junihälfte gut erkennbares, danach schwieriges Objekt über dem dämmerigen NW-Horizont. Am 1. Juni sollte der -0.6m helle, flinke Planet am besten gegen 22:15 MESZ beobachtet werden, am 15. Juni ist der 0.4m helle Planet gegen 22:30 MESZ optimal zu sehen und hat die größte östliche Elongation von 24.5° erreicht. Danach werden wohl nur noch Spezialisten Merkur finden (gegen 22:15 MESZ), wobei er am 20. Juni 0.8m und am 25. Juni nur noch 1.4m hell ist, und dem Horizont entgegenstrebt. Am 16. Juni findet man die schmale Mondsichel knapp 2° rechts oberhalb von Merkur. Zwischen dem 20. und 25. Juni steht Jupiter weniger als 5° links oberhalb Merkurs. Am Abend des 9. Juni kann mit viel Glück im Teleskop die Halbphase des dann 7“ großen Scheibchens festgestellt werden. Bis zum 25. Juni wächst das Scheibchen auf 9“ an, der Beleuchtungsgrad geht auf 20% zurück.

    Venus

    ist strahlender Abendstern, wenn auch ihre Horizonthöhen langsam zurückgehen. Der –4.0m helle Planet wandert durch die Sternbilder Zwillinge und Krebs und erreicht zum Monatsende das Sternbild Löwe. Seine Untergänge verlagern sich nur geringfügig von 0:00 MESZ auf 23:45 MESZ. Am 8. Juni passiert Venus den Stern Pollux in 5° südlichem Abstand. Am 9. Juni läuft die Venus 1.6° nördlich an Jupiter vorüber. Und am 17. Juni steht die schmale Mondsichel nur 0.6° von Venus entfernt. Im Teleskop erkennt man, dass das Planetenscheibchen langsam größer wird, bei abnehmendem Beleuchtungsgrad. Während der scheinbare Scheibchendurchmesser von 13.3“ auf 16.0“ anwächst, schrumpft der Beleuchtungsgrad von 80% auf 69%.

    Mars

    kann langsam immer besser in der Morgendämmerung erkannt werden. Ab der Monatsmitte sollte der 1.3m helle Planet von jedem Interessierten gesichtet werden können. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:45 MESZ, am Monatsende gegen 4:00 MESZ. Am Morgen des 13. Juni findet man die Mondsichel 7° links von Mars. Der rote Planet wandert zunächst durch das Sternbild Widder, um am 19. Juni ins Sternbild Stier zu treten. Am 29. Juni passiert er die Plejaden in 3° südlichem Abstand, was auf jeden Fall im Fernglas verfolgt werden kann.

    Jupiter

    beendet seine Sichtbarkeit zum Monatsende. Der –1.8m helle größte Planet des Sonnensystems verlagert seine Untergangszeiten im Monatsverlauf von 0:30 MESZ auf 22:45 MESZ, womit er gegen Monatsende nur noch in der Dämmerung erkennbar ist. Er bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge und passiert Pollux am 4. Juni in 6° südlichem Abstand. Am 9. Juni wird er von Venus in 1.6° nördlichem Abstand überholt; ein hübscher Anblick am frühen Abend. Am Abend des 16. Juni steht die Mondsichel 7° rechts unterhalb des Gasplaneten, am 17. Juni 7° links oberhalb. Teleskopische Beobachtungen gelingen allenfalls noch in den ersten Monatstagen bzw. in der Dämmerung.

    Saturn

    ist am Morgenhimmel sichtbar. Der 0.9m helle Ringplanet bewegt sich durch das Sternbild Fische und steht somit über dem Osthorizont. Er erscheint dort zu Monatsbeginn um 3:15 MESZ, am Monatsende um 1:30 MESZ. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:15 MESZ, am Monatsende gegen 3:00 MESZ. Am Morgen des 10. Juni findet man den Mond 5° oberhalb des Ringplaneten. Teleskopische Beobachtungen sind aufgrund der geringen Horizonthöhen noch schwierig. Der Planet zeigt ein 17“ großes Planetenscheibchen und einen 39×6“ messenden Ring, die um 9° gegen die Sichtlinie zur Erde geneigt ist. Damit ist die Ringnatur wieder gut erkennbar.

    Uranus

    stand Ende Mai in Konjunktion mit der Sonne. Seine Elongationen reichen bis zum Monatsende nicht aus, ihn in der Morgendämmerung sichtbar werden zu lassen.

    Neptun

    taucht um die Monatsmitte am Morgenhimmel auf. Der 7.9m schwache Planet wandert rechtläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Fische. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich Mitte Juni gegen 3:15 MESZ, am Monatsende gegen 2:30 MESZ.

    Der Sternenhimmel

    In den letzten drei Juniwochen endet die astronomische Dämmerung in Karlsruhe nicht. Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) ist die Dämmerung daher nicht abgeschlossen, ja in der zweiten Junihälfte herrscht zu dieser Zeit noch helle Dämmerung, so dass schwächere Objekte entsprechend später beobachtet werden müssen. Aus Gründen der Einheitlichkeit in Bezug auf die übrigen Monate wird der Himmelsanblick aber zu jeweils den gleichen Uhrzeiten dargestellt.

    Der Große Bär, und als Teil desselben der bekannte Große Wagen, hat mit seinem Abstieg begonnen. Während die Wagendeichsel noch zenitnah zu finden ist, sind die Vorderfüße schon halb zum Horizont herabgesunken. Das auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, steht hingegen noch tief im Nordosten, hat aber mit seinem Aufstieg in Richtung Zenit begonnen. Zwischen diesen beiden Sternbildern, und zudem in der fünffachen Verlängerung der vorderen Kastensterne, findet sich genau im Norden der Polarstern. Er ist der hellste Stern des Sternbilds Kleiner Bär, das nun seine größte Höhe erreicht hat. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens findet man das kleine Sternbild Jagdhunde.

    Im Nordwesten gehen eben die Zwillinge – mit den helleren Sternen Castor und Pollux und dem aktuell dort wandernden auffälligen Jupiter – und der Fuhrmann – mit der hellen Capella – unter. Auffällig sind beide Sternbilder nicht mehr. Der westliche Himmelsbereich wird vom Frühlings-Dreieck dominiert, gebildet aus Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau. Während der Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur noch hoch am Himmel und die Jungfrau – mit der bläulichen Spica – ebenfalls noch in bequemer Horizonthöhe steht, scheint es, als ob sich der Löwe zum Sprung auf den Horizont bereit macht. Schon recht horizontnah steht das kleine, aber markante Sternbild Rabe, während das schwache Sternbild Haar der Berenice mit dem im Fernglas auffälligen offenen Sternhaufen Melotte 111 noch in bequemer Höhe zu finden ist.

    Den Meridian passiert eben das nicht sonderlich auffällige Sternbild Waage, darüber der östliche Teil der Schlange und in großer Höhe das markante Sternbild Nördliche Krone.

    Im Südosten ist der Skorpion mit seinem rötlichen Hauptstern Antares horizontnah zu sehen. Östlich und nördlich desselben findet man den riesigen Schlangenträger sowie den westlichen und östlichen Teil des Sternbilds Schlange. Darüber steht das ebenfalls ausgedehnte Sternbild Herkules. Der Osten wird vom Sommer-Dreieck dominiert, welches gebildet wird aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Der Adler ist bereits vollständig aufgegangen, mit dem kleinen aber markanten Sternbild Delphin östlich und den noch kleineren, schwächeren Sternbildern Pfeil und Füchschen nördlich von Atair. Halbhoch im Osten findet man die Sternbilder Leier und Schwan. Oberhalb der Wega kann der Kopf des ausgedehnten Sternbilds Drache gesichtet werden.

    Im Nordosten stehen neben der markanten Kassiopeia das unauffälligere Sternbild Kepheus. Tief im Norden findet man das Sternbild Perseus, welches so horizontnah aber nur schwierig auszumachen ist. Die schwachen Sternbilder Eidechse und Giraffe stehen zu tief für eine sinnvolle Beobachtung. Die Milchstraße erreicht im Juni nur geringe Höhen. Sie steigt vom Südosthorizont (Sternbild Schütze/Schlangenträger) empor und zieht durch die Sternbilder Adler und Schwan (mit auffälligen Partien), um in der Folge über die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordhorizont abzusinken.

  • Monatsüberblick Mai 2026

    Von:

    An den lauen Maiabenden können die beiden hellsten Planeten gesichtet werden: Venus und Jupiter. Venus wird sich in den kommenden Wochen immer mehr Jupiter nähern. In der zweiten Monatshälfte gesellt sich Merkur hinzu, doch steht er tief über dem Nordwesthorizont und ist daher nicht einfach zu erkennen. Das Frühlingsdreieck, gebildet aus den hellen Sternen Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau ist im Mai optimal zu beobachten. Am Morgenhimmel können ab der zweiten Monatshälfte die Planeten Mars und Saturn tief über dem östlichen bzw. nordöstlichen Horizont wieder aufgefunden werden. Noch sind beide aber eher etwas für Spezialisten. ✨

    Mond

    01.:      Vollmond (Waage)
    09.:      Letztes Viertel (Steinbock)
    16.:      Neumond (Widder)
    17.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:15 MESZ)
    23.:      Erstes Viertel (Löwe)
    31.:      Vollmond (Skorpion)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    steht am 14. Mai in unterer Konjunktion mit der Sonne und eilt in den folgenden Tagen rasch ostwärts. Spezialisten können bereits kurz nach dem 20. Mai versuchen, den flinken Planeten in der hellen Dämmerung knapp über dem NW-Horizont auszumachen. Am 22. Mai findet man den –1.4m hellen Planeten um 21:30 MESZ etwa 4° über dem Horizont. Bis zum Monatsende wird er zu einem im Fernglas einfachen Objekt, und kann eventuell sogar mit dem bloßen Auge gesichtet werden. Am 31. Mai kann der –0.6m helle Planet gegen 22:15 MESZ am besten beobachtet werden. Merkur bewegt sich durch das Sternbild Stier, dessen Sterne in der Dämmerung aber kaum erkennbar sind.

    Venus

    erreicht gegen Monatsende die größten Horizonthöhen während dieser Sichtbarkeit. Venus ist das auffälligste Objekt der ersten Nachtstunden und kann bereits in der hellen Dämmerung gut gesehen werden. Der –3.9m helle Planet geht am 1. Mai um 23:15 MESZ unter, am 31. Mai um 0:00 MESZ. Venus bewegt sich zunächst durch das Sternbild Stier und wechselt am 19. Mai in das Sternbild Zwillinge, wobei sie sich Jupiter annähert. Am 3. Mai passiert sie Aldebaran 7° nördlich. Am 18. Mai finden wir die Mondsichel 4° rechts der Venus. Im Teleskop erkennt man ein etwa 12.5“ großes Scheibchen, das zu etwa 85% beleuchtet ist.

    Mars

    kann von Spezialisten mit einem Fernglas eventuell um die Monatsmitte erstmals knapp über dem morgendlichen ONO-Horizont gesichtet werden. Am 15. Mai befindet sich der 1.3m helle rote Planet 5° rechts unterhalb der schmalen Mondsichel. Die Beobachtung sollte gegen 5:15 MESZ durchgeführt werden. Am Monatsende ergibt sich die beste Beobachtungszeit gegen 4:45 MESZ.

    Jupiter

    kann im Mai noch gut beobachtet werden, doch ist er bereits in die Westhälfte des Himmels gewandert. Der –1.9m helle Gasplanet bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge, wobei er sich immer mehr Pollux nähert. Sein Untergang verlagert sich im Monatsverlauf von 2:15 MESZ auf 0:30 MESZ. Somit sollte man bereits kurz nach Dämmerungsende mit teleskopischen Beobachtungen beginnen. Der Mond passiert Jupiter am 20. Mai. Am frühen Abend findet man die Mondsichel 4° links oberhalb des Riesenplaneten. Im Teleskop zeigt der Gasplanet ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Äquatordurchmesser von 35.6“ auf 33.1“ schrumpft. Noch kann Jupiters hochdynamische Atmosphäre mit dem auffälligen Nördlichen und Südlichen Äquatorialband und dem Großen Roten Fleck an dessen Südrand gut beobachtet werden. Mit größeren Instrumenten können zudem weitere Bänder erkannt werden. Von Nacht zu Nacht deutlich wechselnde Konstellationen bieten die vier hellsten Jupitermonde. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten.

    Saturn

    kann ab der zweiten Monatshälfte am Morgenhimmel gesichtet werden. Der 0.9m helle Ringplanet bewegt sich durch eine Randregion des Sternbilds Walfisch, das man südlich des Sternbilds Fische findet, und erscheint somit über dem Osthorizont. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zur Monatsmitte gegen 5:00 MESZ, am Monatsende gegen 4:15 MESZ. Am Morgen des 13. bzw. 14. Mai kann eventuell die schmale Mondsichel beim Auffinden helfen. Diese steht am 13. Mai 9° rechts oberhalb des Ringplaneten am 14. Mai 7° links oberhalb desselben.

    Uranus

    steht am 22. Mai in Konjunktion mit der Sonne und kann daher nicht beobachtet werden.

    Neptun

    stand zwar bereits Ende März in Konjunktion mit der Sonne. Doch aufgrund der flach zum Horizont geneigten Ekliptik reichen die anwachsenden Elongationen auch im Mai noch nicht aus, ihn am Morgenhimmel sichtbar werden zu lassen.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) steht der Große Wagen über unseren Köpfen im Zenit. Er ist der auffälligste Teil des größeren Sternbilds Großer Bär. Unterhalb der Wagendeichsel leuchtet das nur aus zwei Sternen bestehende Sternbild Jagdhunde. In der fünffachen Verlängerung der vorderen Wagensterne stoßen wir auf den Polarstern, der stets genau im Norden steht. Er ist der hellste Stern des Sternbilds Kleiner Bär, das außer dem Polarstern noch zwei hellere Sterne aufweist, die nun fast ihre höchste Stellung erreicht haben. Der Gegenpart des Großen Bären, das Sternbild Kassiopeia oder Himmels-W, steht nun tief über dem Nordhorizont.

    Westlich der Kassiopeia hat das Sternbild Kepheus mit seinem Aufstieg begonnen. Das kleine und schwache Sternbild Eidechse unterhalb des Kepheus ist noch kein Beobachtungsobjekt, das Sternbild Giraffe keines mehr. Zwischen Großem und Kleinem Bär windet sich das Sternbild Drache, dessen auffälliger Kopf in bequemer Höhe zu finden ist.

    Im Nordwesten gehen gerade die Sternbilder Perseus und Fuhrmann unter, im Westen die Sternbilder Zwillinge (mit dem auffälligen Jupiter) und Kleiner Hund. Lediglich deren helle Sterne Capella, Castor und Pollux sowie Procyon fallen noch ins Auge. Während die schwachen Sternbilder Luchs und Kleiner Löwe noch in bequemer Höhe stehen und somit identifiziert werden können, ist der Krebs für sinnvolle Beobachtungen bereits zu weit herabgesunken.

    Die Wasserschlange ist nun ganz aufgegangen. Ihren Kopf finden wir halbhoch im Südwesten, während der Schwanz im Südsüdosten steht. Das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus ist in den Südwesten gewandert, befindet sich aber noch in bequemer Höhe. Deutlich tiefer positioniert sind das schwache Sternbild Becher und das auffälligere Sternbild Rabe.

    Tief im Süden kulminieren die nördlichsten Sterne des Zentauren, welches ein originäres Sternbild des Südhimmels ist. Oberhalb der Sterne der Wasserschlange kulminiert das Sternbild Jungfrau mit der bläulichen Spica, und darüber das schwache Sternbild Haar der Berenice, in welchem der Sternhaufen Melotte 111 mit dem Fernglas gesichtet werden kann.

    Nordöstlich der Jungfrau steht das Sternbild Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur. Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck. Über dem Südosthorizont ist eben das Sternbild Skorpion aufgetaucht und westlich davon kann das wenig auffällige Sternbild Waage ausgemacht werden. Ebenfalls über dem Südosthorizont erhebt sich die riesige Gestalt des Sternbilds Schlangenträger. Vom Sternbild Schlange ist erst der westliche Teil aufgegangen.

    Oberhalb des Schlangenträgers finden wir im Osten das ausgedehnte Sternbild Herkules und zwischen diesem und dem Bärenhüter das markante Sternbild Nördliche Krone. Das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega steht im Nordosten, gefolgt vom gerade aufgegangenen Sternbild Schwan mit Deneb als Hauptstern. Das schwache Sternbild Füchschen steht für eine sinnvolle Identifikation noch zu tief. Im Mai ist die Milchstraße selbst unter einem dunkleren Himmel kaum auszumachen, da sie sich sehr horizontnah vom West- über dem Nord- zum Osthorizont zieht. Ihr Verlauf wird durch die aktuell tief stehenden Sternbilder Zwillinge (Westteil), Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus, Schwan, Adler und Schlangenträger definiert.

  • Komet C/2025 R3 (PANSTARRS)

    Von:

    Für wenige Tage kann der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) noch am Morgenhimmel beobachtet werden. Trotz weiter steigender Helligkeit dürfte er um den 20. April in der helleren Morgendämmerung verschwinden. Der Komet zeigte sich am Morgen des 8. April immerhin 5.5 mag hell, mit einer hochverdichteten, 2′ kleinen Koma. Damit ist er in einem Fernglas nur schwer von einem Stern zu unterscheiden. In kleineren Teleskopen kann zudem ein schwacher Schweif ausgemacht werden. Nachfolgend das Sichtbarkeitsdiagramm und die Aufsuchkarte.

    Weitere Infos können der nachfolgenden Schnellmitteilung entnommen werden:

  • Monatsüberblick April 2026

    Von:

    Im April wechselt die Sternenkulisse vom Winter- zum Frühlingsanblick. Der Himmel östlich des Meridians wird vom Frühlingsdreieck beherrscht, gebildet aus den hellen Sternen Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau. Im Monatsverlauf wird die Venus zu einem auffälligen Objekt über dem westlichen Abendhorizont. Nach deren Untergang domininert Jupiter den Himmel der ersten Nachthälfte. Die übrigen Planeten machen sich rar. Lediglich Uranus kann von erfahrenen Beobachtern noch bis in die letzte Aprilwoche hinein mit dem Fernglas aufgefunden werden. ✨

    Mond

    02.:    Vollmond (Jungfrau)
    10.:    Letztes Viertel (Schütze)
    17.:    Neumond (Fische)
    18.:    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 21:00 MESZ, tief!!!)
    24.:    Erstes Viertel (Krebs)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    erreicht zwar am 4. April eine größte westliche Elongation von knapp 28°, kann aber dennoch nicht am Morgenhimmel gesichtet werden, da die Ekliptik zu flach zum Horizont geneigt ist.

    Venus

    wird im Monatsverlauf zu einem auffälligen Abendhimmelobjekt. Die Untergänge des –3.9m hellen Planeten verspäten sich im Monatsverlauf von 21:45 MESZ auf 23:15 MESZ. Damit befindet sie sich knapp nach Dämmerungsende noch über dem Horizont. Sie wandert anfangs durch das Sternbild Widder, tritt aber am 19. April ins Sternbild Stier. Am 19. April finden wir die Mondsichel – welche die Plejaden knapp nördlich passiert – 7.5° oberhalb der Venus. Am Abend des 23. April passiert der Abendstern den fernen Uranus 0.8° nördlich und die Plejaden 3.5° südlich. Im Teleskop kann man ein noch fast rundes Scheibchen mit einem scheinbaren Durchmesser von 11“ erkennen.

    Mars

    erreicht zum Monatsende eine Sonnenelongation von 24°. Aufgrund der flach zum Horizont liegenden Ekliptik reicht dies jedoch nicht aus, um Mars in der Morgendämmerung erkennen zu können.

    Jupiter

    ist nach dem Untergang der Venus der auffälligste Planet der ersten Nachthälfte. Die Helligkeit des sich rechtläufig im Sternbild Zwillinge bewegenden Planeten geht im Monatsverlauf von –2.2m auf –2.0m zurück.  Jupiter sinkt immer früher unter die Horizontlinie. Zu Monatsbeginn erfolgt der Untergang um 4:00 MESZ, am Monatsende um 2:15 MESZ. Am 22. April finden wir den zunehmenden Halbmond 3° rechts oberhalb von Jupiter. Im Teleskop zeigt der Gasplanet ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Durchmesser von 39.0“ auf 35.6“ schrumpft. Seine hochdynamische Atmosphäre bürgt für viele interessante Beobachtungsstunden. Diese zeigt bereits in kleinen Instrumenten das auffällige Nördliche und Südliche Äquatorialband mit dem Großen Roten Fleck an dessen Südrand. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten.

    Saturn

    stand Ende März in Konjunktion zur Sonne. Bis zum Monatsende wächst seine Elongation auf 32° an. Dies reicht aber aufgrund der flach zum Horizont liegenden Ekliptik nicht aus, den Ringplaneten in der Morgendämmerung sichtbar werden zu lassen.

    Uranus

    verschwindet auch für Spezialisten in der letzten Aprilwoche. Den 5.8m hellen Planeten findet man etwa 5° südlich der Plejaden. Am 19. April befindet sich die Mondsichel 5° rechts oberhalb von Uranus und am Abend des 23. April steht die helle Venus 0.8° rechts des unauffälligen Uranus. Beide Konjunktionen sollten im Fernglas eben noch erkennbar sein. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich in der fortgeschrittenen Dämmerung, am Monatsbeginn gegen 21:30 MESZ und in der letzten Aprilwoche gegen 22:00 MESZ.

    Neptun

    stand Ende März in Konjunktion mit der Sonne. Die Kombination von kleinen Elongationen und flacher Ekliptik lassen Neptun bis zum Monatsende nicht am Morgenhimmel sichtbar werden.

    Meteore

    Vom 15. bis 25. April treten die Lyriden auf. Ihr Radiant verlagert sich während dieses Zeitraums vom östlichen Teil des Sternbilds Herkules in Richtung Leier. Im Maximum, am Abend des 22. April, sollte eine zenitale Stundenrate von 20 erreicht werden. Da am 24. April Erstes Viertel ist, können die Lyriden in der zweiten Nachthälfte ungestört beobachtet werden. Ein dunkler Standort ist dabei von Vorteil.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) finden wir die bekannteste Sternenkonstellation, den Großen Wagen, hoch über unseren Köpfen nahezu im Zenit. Der Große Wagen ist Teil des Sternbilds Großer Bär. Eine Verlängerung der vorderen Kastensterne nach unten führt uns zum Polarstern, der stets exakt im Norden steht. Er stellt den Endpunkt der Deichsel des Kleinen Wagens dar, dem offiziellen Sternbild Kleiner Bär. Dieses hat nun fast seine maximale Höhe erreicht.

    Zwischen Großem und Kleinem Bär windet sich das Sternbild Drache, dessen Kopf nun auffällig im Nordosten steht. Über dem Nordhorizont hat das Sternbild Kepheus eben seine tiefste Stellung passiert. Östlich davon finden wir das trotz seiner geringen Höhe auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt. Und oberhalb der Kassiopeia steht das schwierig zu identifizierende Sternbild Giraffe. Im Nordwesten finden wir in geringer Höhe das Sternbild Perseus und das Sternbild Fuhrmann mit der hellen Capella.

    Die Sternbilder Stier und Orion sind im Westen bereits am Untergehen – nur noch Aldebaran und Beteigeuze fallen auf. In bequemer Höhe stehen noch die Zwillinge mit Castor und Pollux (aufgewertet durch den strahlenden Jupiter), und noch höher das schwache Sternbild Luchs.

    Tief über dem Südwesthorizont kann Sirius eben noch ausgemacht werden. Darüber finden wir das Sternbild Kleiner Hund mit Procyon. Das schwache Sternbild Einhorn dürfte kaum noch erkennbar sein. Halbhoch im Südwesten können wir den Kopf der Wasserschlange ausmachen und darüber das schwache Sternbild Krebs mit seinem Sternhaufen Praesepe.

    Im Süden kulminiert die Wasserschlange, das ausgedehnteste Sternbild des Himmels, dessen Schwanz noch immer nicht aufgegangen ist, während der Kopf bereits im Südwesten steht. Oberhalb der Wasserschlange finden wir den auffälligen Sternenrhombus des Raben sowie die schwachen Sternbilder Becher und Sextant. In großer Höhe steht das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus und darüber das schwache Sternbild Kleiner Löwe.

    Im Südosten geht gerade das Sternbild Waage auf. In bequemer Höhe finden wir in dieser Richtung das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica sowie das Sternbild Bärenhüter mit Arktur. Zwischen Bärenhüter und Löwe ist das schwache Sternbild Haar der Berenice beheimatet, das den im Fernglas auffälligen Sternhaufen Melotte 111 enthält. Südlich der Wagendeichsel kann das kleine Sternbild Jagdhunde erkannt werden. Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck.

    Im Osten gehen gerade die Sternbilder Schlange und Schlangenträger auf, dürften aber nur schwierig auszumachen sein. Dagegen ist der Sternenhalbkreis der Nördlichen Krone östlich des Bärenhüters eine auffällige Sternenkonstellation. Noch recht tiefstehend findet sich östlich davon das ausgedehnte Sternbild Herkules.

    Tief über dem Nordosthorizont finden wir das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das aufgehende Sternbild Schwan mit seinem Hauptstern Deneb.

    Im April verläuft die Milchstraße ziemlich horizontnah vom Südwest- zum Nordosthorizont, so dass es selbst unter einem dunkleren Himmel schwierig ist, sie auszumachen. Sie steigt über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann in bescheidene Höhen auf, um über Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan wieder zum Horizont abzusinken.

  • Monatsüberblick März 2026

    Von:

    Der März wird vom strahlenden Jupiter dominiert, der in großer Höhe unübersehbar am Himmel steht. Wer bereits in der noch hellen Dämmerung nach Westen schaut, kann die noch ziemlich unauffällige Venus dicht über dem Horizont erkennen. Merkur und Mars sind im März unsichtbar, und Saturn verschwindet in der Abenddämmerung. Dafür ziehen in den ersten Nachtstunden noch die Winter-Sternbilder die Blicke auf sich. Allen voran fallen sowohl das Sternbild Orion als auch Sirius, der hellste Fixstern, auf. ✨

    Mond

    03.    Vollmond (Löwe)
    11.    Letztes Viertel (Schlangenträger)
    19.    Neumond (Fische)
    19.    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 19:00 MEZ, tief!!!)
    25.    Erstes Viertel (Zwillinge)
    29.    Mond bedeckt Regulus (Eintritt: 20:21 MESZ, Austritt: 21:31 MESZ)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    steht am 7. März in unterer Konjunktion mit der Sonne. Obwohl er sich danach rasch von dieser entfernt und am Monatsletzten einen Abstand von 28° aufweist, bleibt Merkur in unseren Breiten unsichtbar, da die Ekliptik am Morgenhimmel sehr flach über den Horizont aufsteigt.

    Venus

    macht sich zögernd am Abendhimmel bemerkbar. Den –3.9m hellen Planeten findet man eine viertel Stunde nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont. Er tritt am 2. März ins Sternbild Fische und am 30. März ins Sternbild Widder, doch sind diese Sternbilder in der Dämmerung nicht erkennbar. Der Untergang der Venus erfolgt am 1. März um 19:45 MEZ, am 31. März um 21:45 MESZ. Am 7. März passiert Venus den Planeten Saturn 1.0° nördlich, was aber nur im Fernglas beobachtbar ist. Am Abend des 20. März findet man die Mondsichel 5.5° oberhalb der Venus. Für teleskopische Beobachtungen steht Venus im März zu tief.

    Mars

    entfernt sich zwar langsam von der Sonne, doch reichen die Abstände noch nicht, ihn am Morgenhimmel sichtbar werden zu lassen.

    Jupiter

    ist das dominierende Objekt fast der ganzen Nacht. Er wird am 11. März stationär und bewegt sich anschließend wieder rechtläufig – in Richtung Pollux. Seine Helligkeit geht von –2.4m auf –2.2m zurück. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 5:00 MEZ auf 4:00 MESZ. Am Abend des 26. März finden wir den zunehmenden Halbmond 4.5° links oberhalb des Riesenplaneten. Aufgrund der sehr großen Horizonthöhen ist Jupiter ein ideales Objekt für das Teleskop. Dabei präsentiert er ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Äquatordurchmesser von 42.8“ auf 39.0“ schrumpft. Seine Atmosphäre zeigt das auffällige Nördliche und Südliche Äquatorialband, wobei am Südrand des letzteren der auffällige Große Rote Fleck gefunden werden kann. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten. Spezialisten können sich an dem weiter außen umlaufenden Mond Himalia versuchen, der sich bis zu einem Grad von Jupiter entfernen kann, allerdings nur 15.2m hell ist. Im März findet man ihn fast 1° östlich von Jupiter.

    Saturn

    verschwindet in der ersten Märzwoche vom Abendhimmel, wobei Spezialisten ihn wohl noch ein paar Tage länger verfolgen können. Der 1.0m helle Ringplanet geht am Monatsersten um 19:45 MEZ unter, eine Woche später um 19:15 MEZ, und damit bereits in der hellen Dämmerung. Im Fernglas kann die Konjunktion zwischen Venus und Saturn gesichtet werden, wobei Venus 1.0° nördlich am Ringplaneten vorüberläuft. Venus kann damit für einige Tage eine Aufsuchhilfe sein. Teleskopische Beobachtungen sind nicht mehr möglich. Bereits am 25. März steht Saturn in Konjunktion mit der Sonne.

    Uranus

    ist ein Objekt am Abendhimmel. Der sich rechtläufig durch den Westteil des Sternbilds Stier (etwa 5° südlich der Plejaden) bewegende, 5.8m helle Planet geht zu Monatsbeginn gegen 1:15 MEZ unter, am Monatsletzten bereits um 0:15 MESZ. Etwa eine Stunde zuvor wird er in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Am Abend des 23. und 24. März steht der Mond in der Nähe, allerdings trennen ihn 8° von Uranus. Im Teleskop präsentiert Uranus ein 3.5“ großes, grünliches Scheibchen, das ab etwa 100x erkennbar wird, auf dem aber keine Details auszumachen sind. Mit größeren Instrumenten können die zwei hellsten Monde Titania (14.0m) und Oberon (14.2m) in Abständen von etwa 30“ bzw. 40“ ausgemacht werden.

    Neptun

    steht am 22. März in Konjunktion mit der Sonne und damit unbeobachtbar am Taghimmel.

    (7) Iris

    stand Ende Februar in Opposition zur Sonne. Kleinplanet Nr. 7 bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Sextant, welches sich südlich des Sternbilds Löwe befindet. Die Helligkeit von Iris geht im Monatsverlauf von 8.9m auf 9.7m zurück, so dass ihre Sichtbarkeit in der zweiten Monatshälfte endet. Am besten beobachtet man den Kleinplaneten in den zwei Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn um 0:30 MEZ statt, am Monatsende um 23:00 MESZ.

    (20) Massalia

    kommt am 21. März in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine Maximalhelligkeit von 8.9m. Zu Monatsbeginn ist Kleinplanet Nr. 20 erst 9.5m hell und am Monatsende bereits wieder 9.3m. Massalia bewegt sich rückläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Jungfrau. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich in den zwei Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn um 2:00 MEZ statt, am Monatsende um 0:45 MESZ.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (23:00 MEZ am Monatsanfang, 22:00 MEZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) steht das Sternbild Großer Bär – mit dem Großen Wagen als bekanntester Sternenkonstellation – hoch über unseren Köpfen. Seinen stellaren Gegenpart, das Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, finden wir hingegen in geringer Höhe über dem Nordwesthorizont. In der fünffachen Verlängerung der vorderen Wagensterne treffen wir auf den Polarstern im Norden, der den Endpunkt der Deichsel des Kleinen Wagens definiert. Offiziell wird diese Sternenkonstellation als Kleiner Bär bezeichnet.

    Nördlich des Zenits finden wir das schwierig zu identifizierende Sternbild Giraffe in größerer Höhe im Nordwesten. Tief im Norden, westlich der Kassiopeia, steht das Sternbild Kepheus in unterer Kulminationsstellung. Im Nordosten steigt das ausgedehnte Sternbild Drache empor, dessen Kopf am auffälligsten ist. Unterhalb der Wagendeichsel findet sich das nur aus zwei Sternen bestehende Sternbild Jagdhunde. Und westlich des Großen Bären kann das schwache Sternbild Luchs in großer Höhe ausgemacht werden.

    Über dem Nordwesthorizont bereiten sich gerade die Sternbilder Andromeda, Dreieck und Widder auf ihren Untergang vor. Noch deutlich höher finden wir das Sternbild Perseus. Im Westen ist das Sternbild Stier mit dem orangefarbenen Aldebaran und den beiden gut erkennbaren Sternhaufen Hyaden (um Aldebaran) und Plejaden (rechts von Aldebaran) schon deutlich herabgesunken. Hingegen steht der Fuhrmann mit der hellen Capella noch in bequemer Höhe.

    Das Wintersechseck, zusammengesetzt aus den Sternen Capella, Pollux, Procyon, Sirius, Rigel und Aldebaran, ist nun vollständig nach Südwesten gerückt. Das Sternbild Orion hat sich schon deutlich dem Horizont genähert. Ebenso der Stier und das Sternbild Großer Hund mit dem hellsten Stern des Himmels, Sirius. Die Sternbilder Hase und Achterdeck befinden sich bereits im Untergang. Hingegen sind die Sternbilder Fuhrmann mit der hellen Capella, Sternbild Zwillinge (in dem sich aktuell der strahlende Jupiter aufhält) mit den hellen Sternen Castor und Pollux sowie der Kleine Hund mit Procyon noch in größerer Höhe zu finden. Zwischen Kleinem und Großem Hund ist das schwache Sternbild Einhorn positioniert.

    Tief im Süden kulminiert das Sternbild Schiffkompass. Höher finden wir den Kopf des ausgedehnten Sternbilds Wasserschlange und über diesem das sehr unauffällige Sternbild Krebs, in welchem der Sternhaufen Praesepe unter gutem Himmel mit dem bloßen Auge erkannt werden kann.

    Im Südosten sind die Sternbilder Becher und Rabe aufgegangen, die beide noch sehr unauffällig sind. Deutlich höher finden wir das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus und über diesem das schwierige Sternbild Kleiner Löwe. Östlich des Löwen kann unter dunklem Himmel das Sternbild Haar der Berenice mit seinem mit bloßem Auge erkennbaren Sternhaufen Melotte 111 ausgemacht werden. Noch horizontnah finden wir das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica.

    Im Osten ist das große Sternbild Bärenhüter nun vollständig aufgegangen; sein Hauptstern Arktur leuchtet erkennbar orange. Unterhalb finden wir das markante Sternbild Nördliche Krone, das aber aufgrund der geringen Horizonthöhe noch nicht auffällt. Dies gilt auch für das über dem Nordosthorizont aufgehende Sternbild Herkules. Tief im Nordnordosten leuchtet die Wega, Hauptstern des Sternbilds Leier.

    Die Sterne Regulus, Spica und Arktur bilden das sogenannte Frühlingsdreieck, ein Pendant zum Wintersechseck bzw. Sommerdreieck. Die Milchstraße ist im März unauffällig, da sie nur mäßige Horizonthöhen erreicht. Sie tritt im Südsüdwesten über den Horizont (Sternbild Achterdeck) und zieht sich dann über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann, wo sie ihre maximale Höhe erreicht. Im weiteren Verlauf sinkt sie über die Sternbilder Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Nordhorizont hinab.

  • Monatsüberblick Februar 2026

    Von:

    Im Februar zeigt sich der Nachthimmel von seiner winterlich-klaren Seite. Besonders auffällig ist der helle Planet Jupiter, der den ganzen Monat über gut sichtbar ist. Kurz nach Sonnenuntergang lassen sich außerdem Venus, Merkur und Saturn tief im Westen beobachten. Zu den schönsten Sternbildern zählt weiterhin der Orion, begleitet von den Plejaden, die schon mit bloßem Auge auffallen. Der Vollmond Anfang Februar (Schneemond) erhellt den Himmel besonders stark. Gegen Monatsende ergeben sich reizvolle Begegnungen von Mond und Planeten, die auch für Einsteiger leicht zu sehen sind. Insgesamt bietet der Februar viele lohnende Beobachtungen – vor allem an klaren, kalten Abenden. ✨

    Mond

    01.    Vollmond (Krebs)
    09.    Letztes Viertel (Waage)
    17.    Neumond (Wassermann)
    18.    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 18:15 MEZ)
    24.    Erstes Viertel (Stier)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    stand am 21. Januar in oberer Konjunktion mit der Sonne und gewann in den folgenden Tagen langsam an Abstand zu unserem Zentralgestirn. In den Tagen um den 6. Februar können Spezialisten versuchen, den flinken Planeten tief über dem westlichen Abendhorizont erstmals auszumachen. Der –1.1m helle Planet ist gegen 18:00 MEZ am besten zu finden. In den folgenden Tagen gewinnt er, bei nahezu gleicher Helligkeit, rasch an Höhe. Zwischen dem 10. und 20. Februar ist er gegen 18:15 bzw. 18:45 MEZ mit dem bloßen Auge recht gut erkennbar. Am 18. Februar findet man die hauchdünne Mondsichel 3.5° unterhalb von Merkur. Am 19. Februar steht Merkur mit einer Helligkeit von –0.6m in größter östlicher Elongation (18° von der Sonne entfernt). Danach nähert er sich angsam wieder dem Horizont, gleichzeitig geht seine Helligkeit nun rasch zurück. Am 25. Februar (nur noch 0.8m hell) ist er bereits zu einem schwierigen Objekt geworden, wobei Venus bei der Aufsuche helfen kann. Am 27. Februar steht die Venus 4.5° links unterhalb von Merkur (1.5m), so dass letzterer möglicherweise noch identifiziert werden kann. Nach dem 28. Februar dürften selbst Spezialisten vergeblich nach Merkur suchen.

    Venus

    stand Anfang Januar in oberer Konjunktion mit der Sonne. Obwohl ihre Elongationen noch klein sind, kann sie – dank der steil zum Horizont geneigten Ekliptik – bereits ab der Monatsmitte tief über dem westlichen Abendhorizont in der noch hellen Dämmerung ausgemacht werden. Am 15. Februar geht Venus um 18:25 MEZ unter, am 28. Februar um 19.05 MEZ. Jeweils eine halbe Stunde zuvor sollte man mit der Suche nach dem –3.9m hellen Planeten beginnen. Merkur kann bei der Suche anfangs eine Hilfe sein: am 15. Februar steht dieser 8° oberhalb der Venus, am 27. Februar 4.5° rechts oberhalb des Abendsterns. Am 18. Februar findet man die schmale Mondsichel 4° oberhalb der Venus. Für sinnvolle teleskopische Beobachtungen steht die Venus noch zu tief.

    Mars

    stand Anfang Januar in Konjunktion mit der Sonne. Er entfernt sich nur langsam von unserem Tagesgestirn und steht daher am Taghimmel.

    Jupiter

    stand Anfang Januar in Opposition zur Sonne. Er ist das dominierende Objekt der ganzen Nacht. Im Sternbild Zwillinge positioniert erreicht er große Horizonthöhen und ist somit auch teleskopisch optimal zu beobachten. Bis zum Monatsende geht die Helligkeit des sich rückläufig durch das Sternbild Zwillinge bewegenden Riesenplaneten auf –2.4m zurück. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 6:45 MEZ auf 5:00 MEZ. In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar finden wir den noch fast vollen Mond nahe Jupiter. Kurz vor dem Untergang können wir den Mond 4.5° rechts oberhalb des Gasplaneten finden. Im Teleskop präsentiert der größte Planet unseres Sonnensystems ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Äquatordurchmesser von 45.7“ auf 43.0“ schrumpft.  Jupiter zeigt eine hochdynamische Atmosphäre mit dem auffälligen Nördlichen und Südlichen Äquatorialband, wobei am Südrand des letzteren der auffällige Große Rote Fleck gefunden werden kann. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten. Spezialisten können sich an dem weiter außen umlaufenden Mond Himalia versuchen, der sich bis zu einem Grad von Jupiter entfernen kann, allerdings nur 15.0m hell ist. Mitte Februar findet man ihn etwa 40‘ nordöstlich von Jupiter.

    Saturn

    wird im Februar zu einem unauffälligen Objekt über dem westlichen Abendhorizont. Der 1.0m helle Ringplanet wandert rechtläufig durch den westlichen Bereich des Sternbilds Fische. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 21:15 MEZ auf 19:45 MEZ, womit er gegen Monatsende nur noch in der Dämmerung sichtbar ist. Am 15. Februar wandert Saturn 0.9° südlich am fernen Neptun vorüber. Selbst im Fernglas wird dies keine einfache Konjunktion sein. Am Abend des 19. Februar findet man die schmale Mondsichel 4.5° rechts von Saturn. Teleskopische Beobachtungen gelingen nur noch zu Monatsbeginn. Im Teleskop präsentiert der Ringplanet ein 16.3“ großes Planetenscheibchen und einen 37.0 x 1.3“ messenden Ring. Damit schauen wir noch immer unter einem sehr kleinen Winkel auf den Ring. In kleineren Instrumenten können die fünf hellsten Monde beobachtet werden. Von innen nach außen sind dies Tethys (10.5m), Dione (10.7m), Rhea (10.0m) und Titan (8.6m). Japetus (10.5m) kann im Februar westlich des Planeten aufgefunden werden.

    Uranus

    wird am 5. Februar stationär und bewegt sich anschließend in östlicher Richtung durch den Westteil des Sternbilds Stier, nur 5° südlich der Plejaden. Der 5.7m helle Planet geht zu Monatsbeginn gegen 3:00 MEZ, am Monatsende gegen 1:15 MEZ unter, und ist im Fernglas ein einfaches Objekt. Jeweils eine Stunde zuvor wird Uranus in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Der Zeitpunkt der Kulmination, die jeweils in großer Höhe stattfindet, verschiebt sich von 19:15 MEZ auf 17:30 MEZ. Zu Monatsbeginn ist es noch möglich, den Planeten von einem dunklen Standort aus sogar mit dem bloßen Auge auszumachen. Kurz vor seinem Untergang am 24. Februar (kurz nach Mitternacht) findet man den Mond 5° rechts oberhalb des Planeten. Im Teleskop präsentiert Uranus ein 3.7“ großes, grünliches Scheibchen, das ab etwa 100x erkennbar wird, auf dem aber keine Details erkennbar sind. Mit größeren Instrumenten können die zwei hellsten Monde Titania (13.9m) und Oberon (14.1m) in Abständen von etwa 30“ bzw. 40“ ausgemacht werden.

    Neptun

    ist ein Objekt des frühen Abendhimmels. Der 8.0m helle fernste Planet bewegt sich langsam rechtläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Fische, nahe Saturn, der als Aufsuchhilfe dienen kann. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 21:30 MEZ auf 19:30 MEZ. Da er etwa zwei Stunden zuvor in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar wird, endet seine Sichtbarkeit etwa zur Monatsmitte. Am 15. Februar wandert Saturn zum dritten Mal, dieses Mal in 0.9° südlichem Abstand, an Neptun vorüber – keine leicht zu beobachtende Konjunktion. Am 19. Februar steht die schmale Mondsichel 3.5° rechts von Neptun, was aber wohl nur Spezialisten beobachten können.

    (7) Iris

    steht am 27. Februar im Sternbild Sextant in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine Maximalhelligkeit von 8.9m. Zu Monatsbeginn ist Kleinplanet Nr. 7 erst 9.3m hell. Die Aufsuche des Kleinplaneten südlich des Sternbilds Löwe gestaltet sich aufgrund fehlender prägnanter Umgebungssterne nicht ganz einfach. Am besten beobachtet man Iris in den zwei Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn um 2:30 MEZ, am Monatsende um 0:30 MEZ statt.

    (44) Nysa

    stand Ende Januar in Opposition zur Sonne. Sie bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Krebs in Richtung Pollux. Ihre Helligkeit geht im Monatsverlauf von 9.1m auf 9.7m zurück, so dass sie ab der Monatsmitte kaum noch im Fernglas sichtbar ist. Am besten beobachtet man den Kleinplaneten Nr. 44 nahe der Kulmination. Diese erreicht Kleinplanet Nr. 44 zu Monatsbeginn gegen 0:00 MEZ, am Monatsende bereits um 21:45 MEZ.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (23:00 MEZ am Monatsanfang, 22:00 MEZ zur Monatsmitte und 21:00 MEZ am Monatsende) steht das Sternbild Großer Bär mit dem auffälligen Großen Wagen bereits hoch im Nordosten. Sein Gegenpart, die Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, steht in gleicher Höhe im Nordwesten. Zwischen beiden Sternbilder leuchtet – genau im Norden – der Polarstern. Er ist Teil des Sternbilds Kleiner Bär, das langsam höher steigt. Um den Kleinen Bär windet sich das ausgedehnte Sternbild Drache, dessen Kopf nun ebenfalls langsam an Höhe gewinnt.

    Im Nordwesten kann das Sternbild Kepheus ausgemacht werden, doch steht dieses nicht sonderlich auffällige Sternbild in nur geringer Horizonthöhe. Da das kleine und schwache Sternbild Eidechse noch tiefer steht, dürfte es kaum noch erkannt werden. Das Sternbild Pegasus ist schon fast ganz, das schwache Sternbild Fische zur Hälfte untergegangen. Beide dürften kaum noch ausgemacht werden können. Hingegen stehen die Sternenkette der Andromeda und die kleineren Sternbilder Widder und Dreieck noch in ausreichender Höhe im Westen bzw. Nordwesten. Noch besser positioniert ist das Sternbild Perseus.

    Im Südwesten ist der Walfisch größtenteils unter dem Horizont verschwunden, und das Sternbild Eridanus ist ebenfalls bereits zu größeren Teilen untergegangen.

    Der Schwerpunkt des Wintersechsecks ist in den Südwesten gerückt. Dieses setzt sich zusammen aus den hellen Sternen Capella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen (welche durch den strahlenden Jupiter die Blicke auf sich ziehen), Procyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier. Beteigeuze, der zweite helle Stern des Sternbilds Orion, steht etwa im Schwerpunkt des Wintersechsecks. Den Orionnebel kann man im Fernglas unterhalb der Gürtelsterne ausmachen. Unterhalb des Orion findet man das Sternbild Hase, während die untergehende Taube wohl nicht mehr erkannt werden kann. Östlich des Großen Hundes sind die Sternbilder Achterdeck und Schiffskompass positioniert, die aber aufgrund ihrer geringen Horizonthöhe nur schwer zu identifizieren sind. Zwischen Procyon und Sirius (dem hellsten Stern des irdischen Himmels) steht das Sternbild Einhorn, das sich aber nur aus schwachen Sternen zusammensetzt. Gleiches gilt für das Sternbild Krebs östlich der Zwillinge. In diesem kann bei günstigen Bedingungen der Sternhaufen Praesepe mit bloßem Auge festgestellt werden.

    Den Südosten nimmt das langgestreckte Sternbild Wasserschlange und das kleine Sternbild Sextant ein. Darüber finden wir das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus. Über dem Osthorizont erscheint eben das Sternbild Jungfrau. Zwischen Löwe, Zwillinge, Fuhrmann und Großer Bär können wir versuchen, die schwachen Sternbilder Kleiner Löwe, Luchs und Giraffe auszumachen.

    Im Nordosten ist das schwache Sternbild Haar der Berenice aufgegangen, über dem das kleine Sternbild Jagdhunde gut erkennbar ist. Über dem Nordosthorizont erscheint eben das Sternbild Bärenhüter, dessen hellster Stern Arktur aber aufgrund des Horizontdunsts noch nicht auffällig ist.

    Die nur von dunklen Standorten aus erkennbare Milchstraße steigt im Süden (Sternbild Achterdeck) über den Horizont und zieht sich dann über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann bis in große Höhen. In der Folge sinkt sie über die Sternbilder Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Nordhorizont. Die Wintermilchstraße ist deutlich lichtschwächer als die Sommermilchstraße, da wir in Richtung der äußeren Spiralarme blicken.

  • Monatsüberblick Januar 2026

    Von:

    Im Januar zeigt sich der Nachthimmel besonders eindrucksvoll. Jupiter steht im Mittelpunkt: Er befindet sich in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über extrem hell sichtbar, seine Monde lassen sich schon mit einem Fernglas beobachten. Anfang des Monats leuchtet der Vollmond (Wolfsmond) sehr hell und fällt zeitlich mit dem Maximum des Quadrantiden-Meteorstroms zusammen, auch wenn das Mondlicht viele Sternschnuppen überstrahlt. Am Abendhimmel ist zudem Saturn zu sehen, während Uranus und Neptun mit optischen Hilfsmitteln auffindbar sind. Dominant sind die klassischen Wintersternbilder wie Orion und das Wintersechseck, die den Januarhimmel prägen.

    Mond

    03.:    Vollmond (Zwillinge)
    10.:    Letztes Viertel (Jungfrau)
    18.:    Neumond (Schütze)
    20.:    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 17:45 MEZ)
    26.:    Erstes Viertel (Widder)
    27.:    Mond bedeckt die Plejaden (etwa von 22:30 bis 0:00 MEZ)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    steht am 21. Januar in oberer Konjunktion mit der Sonne und damit unbeobachtbar am Taghimmel.

    Venus

    erreicht am 6. Januar die obere Konjunktion mit der Sonne. Sie wechselt vom Morgen- an den Abendhimmel, steht aber selbst am Monatsende der Sonne noch zu nahe, um in der hellen Dämmerung erkennbar zu werden.

    Mars

    steht am 9. Januar in Konjunktion mit der Sonne und damit unbeobachtbar am Taghimmel.

    Jupiter

    erreicht am 10. Januar seine Oppositionsstellung. Der rückläufig durch den östlichen Teil des Sternbilds Zwillinge wandernde Planet erreicht in jenen Tagen seine maximale Helligkeit von –2.7m und ist damit ein unübersehbares Objekt des Nachthimmels. Er geht bei Sonnenuntergang im Nordosten auf und bei Sonnenaufgang im Nordwesten unter. Seine größte Horizonthöhe von 64° erreicht er kurz nach Mitternacht. Der Mond passiert im Januar zweimal den größten Planeten unseres Sonnensystems. In der Nacht 3./4. Januar steht unser Erdtrabant gegen Mitternacht 3° links oberhalb von Jupiter, und am Morgen des 31. Januar gegen 5:00 MEZ 3° rechts oberhalb. Im Teleskop präsentiert der Planet ein ovales Scheibchen mit einem Äquatordurchmesser von 46.6“ und einem Poldurchmesser von 43.6“. Er zeigt eine hochdynamische Atmosphäre mit dem auffälligen Nördlichen und Südlichen Äquatorialband, wobei am Südrand des letzteren der auffällige Große Rote Fleck gefunden werden kann. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten festgestellt werden. Aufgrund der langen Januarnächte ist es möglich, die gesamte Atmosphäre in einer Nacht zu beobachten, da die Rotationszeit etwas weniger als 10 Stunden beträgt. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten. Spezialisten können sich an dem weiter außen umlaufenden Mond Himalia versuchen, der sich bis zu einem Grad von Jupiter entfernen kann, allerdings nur 14.9m hell ist. Anfang Januar findet man ihn etwa 40‘ westlich von Jupiter.

    Mond nahe Jupiter am 3./4. Januar
    Mond nahe Jupiter am Morgen des 31. Januar

    Saturn

    ist ein auffälliges Objekt am westlichen Abendhimmel. Der 1.2m helle Ringplanet wandert rechtläufig zunächst durch den östlichen Teil des Sternbilds Wassermann, tritt aber am 15. Januar ins Sternbild Fische. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 23:15 MEZ auf 21:30 MEZ. Am Abend des 23. Januar findet man die zunehmende Mondsichel 5° oberhalb von Saturn. Teleskopische Beobachtungen sollten gleich nach Dämmerungsende erfolgen. Dabei zeigt sich ein 16.8“ großes Planetenscheibchen. Der Ring ist zu Monatsbeginn um lediglich 1.0° zur Erde geneigt, öffnet sich aber bis zum Monatsende auf 2°. Entsprechend schmal erscheint der Ring (zunächst nur 0.5“, am Monatsende 1“ breit). Somit können keine Einzelheiten innerhalb des Rings ausgemacht werden. Dafür können die schwierigeren Monde beobachtet werden, allen voran der sich stets nahe der Ringe aufhaltende Enceladus (12.0m), aber eventuell auch der außerhalb der Titanbahn umlaufende Hyperion (14.5m). In kleineren Instrumenten sind die fünf hellsten Monde erkennbar. Von innen nach außen sind dies Tethys (10.5m), Dione (10.7m), Rhea (10.0m) und Titan (8.6m). Japetus (im Januar 11.0-10.5m hell) kann ab dem 20. Januar recht gut westlich von Saturn aufgefunden werden.

    Uranus

    bewegt sich, stetig langsamer werdend, rückläufig im westlichen Teil des Sternbilds Stier, etwa 4° südlich der Plejaden. Zu Monatsbeginn kulminiert der 5.7m helle Planet gegen 21:15 MEZ, am Monatsende gegen 19:15 MEZ, jeweils in großer Höhe. Damit ist es möglich, den Planeten an einem dunklen Standort sogar mit dem bloßen Auge auszumachen. Im Fernglas ist er ein einfaches Objekt. Seine Untergänge verlagern sich von 5:00 MEZ auf 3:00 MEZ. Jeweils eine Stunde zuvor wird Uranus in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Am Abend des 27. Januar findet man den Mond 5° oberhalb des Planeten. Im Teleskop präsentiert Uranus ein 3.7“ großes, grünliches Scheibchen, das ab etwa 100x erkennbar wird, auf dem aber keine Details auszumachen sind. Mit größeren Instrumenten können die zwei hellsten Monde Titania (13.9m) und Oberon (14.1m) in Abständen von etwa 30“ bzw. 40“ ausgemacht werden.

    Neptun

    bewegt sich rechtläufig im westlichen Teil des Sternbilds Fische, nahe Saturn, der als Aufsuchhilfe dienen kann. Der 7.9m helle fernste Großplanet kann in einem besseren Fernglas ausgemacht werden. Geht er zu Monatsbeginn gegen 23:30 MEZ unter, so erfolgt sein Untergang am Monatsende bereits um 21:30 MEZ. Zwei Stunden zuvor wird er in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Bis zur Monatsmitte kulminiert Neptun erst, wenn die Dämmerung abgeschlossen ist, danach steht er bei Dämmerungsende bereits westlich des Meridians. Am 23. Januar findet man den Mond 3° oberhalb der Mondsichel. Teleskopische Beobachtungen müssen gleich nach Dämmerungsende erfolgen. Dabei zeigt er ab 200x sein nur 2.3“ messendes Scheibchen. Mit größeren Instrumenten kann der 13.5m helle Mond Triton im Abstand von maximal 16“ vom Planeten ausgemacht werden.

    (40) Harmonia

    kommt am 3. Januar in eine sehr günstige Opposition, wobei sie 9.0m hell wird. Bereits zur Monatsmitte ist ihre Helligkeit wieder auf 9.5m zurückgegangen. Kleinplanet Nr. 40 wandert rückläufig durch das Sternbild Zwillinge, kann somit während des Großteils einer Nacht in großen Horizonthöhen aufgefunden werden. Ihre Kulmination erfolgt am 1. Januar um 0:45 MEZ, zur Monatsmitte um 23:30 MEZ.

    (44) Nysa

    steht am 24. Januar in Opposition zur Sonne und wird dabei kurzfristig 8.8m hell. Anfang Januar ist sie erst 9.4m hell. Sie bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Krebs und passiert um den 10. Januar den offenen Sternhaufen der Praesepe (M 44) in knapp 3° südlichem Abstand. Somit kann sie in großer Höhe beobachtet werden, am besten in der Nähe des Meridiandurchgangs. Diesen erreicht Kleinplanet Nr. 44 zu Monatsbeginn gegen 2:30 MEZ, am Monatsende bereits um 0:00 MEZ.

    Meteore

    Der Meteorstrom der Quadrantiden erzeugt zwar während seines sehr spitzen Maximums bis zu knapp 100 Meteore pro Stunde, doch handelt es sich dabei ganz überwiegend um ziemlich schwache Exemplare. Der Radiant befindet sich im nördlichen Bereich des Sternbilds Bärenhüter, der erst nach Mitternacht ausreichende Horizonthöhen erreicht. Das Maximum wird 2026 am 3. Januar gegen 22:00 MEZ erwartet. Leider ist in dieser Nacht Vollmond, so dass man nur die sehr vereinzelt auftretenden helleren Exemplare wird ausmachen können. Eine systematische Beobachtung lohnt sich in diesem Jahr nicht.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (23:00 MEZ am Monatsanfang, 22:00 MEZ zur Monatsmitte und 21:00 MEZ am Monatsende) kann das Sternbild Großer Bär, und als Teil desselben der Große Wagen, halbhoch im Nordosten ausgemacht werden, wobei die Deichsel zum Horizont weist. In der fünffachen Verlängerung der vorderen Wagensterne findet man – genau im Norden – den gut erkennbaren, aber nicht auffälligen Polarstern. Er bildet den Abschluss der Deichsel des Kleinen Wagens (Sternbild Kleiner Bär), dessen vordere Wagensterne ihre tiefste Stellung im Norden gerade hinter sich haben. Um den Kleinen Bär windet sich das ausgedehnte Sternbild Drache, dessen Kopf – als auffälligster Part – gerade seine tiefste Stellung erreicht hat. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens befindet sich das kleine Sternbild Jagdhunde.

    Über dem Nordwesthorizont geht das Sternbild Schwan unter, wobei sein Hauptstern Deneb noch gut erkennbar ist. Oberhalb des Schwans findet man das Sternbild Kepheus und das kleine, nur aus schwachen Sternen bestehende Sternbild Eidechse.

    Im Westen hat das Sternbild Pegasus mit dem Untergang begonnen. Die daran anschließende Sternenkette der Andromeda steht hingegen, wie auch das auffällige Sternbild Kassiopeia – auch als Himmels-W bezeichnet – noch in bequemer Höhe. Unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel, finden wir am Ende der kurzen, nach Norden weisenden Sternenkette in der zentralen Andromeda. Verlängern wir die Sternenkette der Andromeda, so stoßen wir zenitnah auf den Perseus, und unterhalb der Andromeda sind die kleineren Sternbilder Widder und Dreieck noch gut auszumachen. Hingegen wird man große Mühe mit der Identifikation des schwachen Sternbilds Fische haben, dessen Kopf bereits untergegangen ist.

    Im Südwesten finden wir das Sternbild Walfisch bereits im Untergang. Das Himmelsareal östlich des Walfischs nimmt das ausgedehnte Sternbild Eridanus ein, welches nahe Rigel beginnt und dann zunächst nach Westen, im weiteren Verlauf nach Süden strebt, wobei sein Fußpunkt mit dem hellen Stern Achernar bei uns nie aufgeht.

    Der Helligkeitsschwerpunkt befindet sich im Januar im Süden. Halbhoch steht hier das auffälligste Wintersternbild, der Orion mit der orangefarbenen Beteigeuze und dem blauen Rigel sowie dem im Fernglas gut erkennbaren Orionnebel südlich der Gürtelsterne. Oberhalb finden wir das Sternbild Stier mit dem orangefarbenen Aldebaran und seinen zwei Sternhaufen Hyaden (um Aldebaran) und Plejaden (nordwestlich von Aldebaran), auch Siebengestirn genannt. Und über unseren Köpfen, im Zenit, steht die helle Capella, Hauptstern des Sternbilds Fuhrmann. Nordöstlich des Orions befindet sich das Sternbild Zwillinge mit Castor und Pollux, welches dieses Jahr durch den strahlenden Jupiter nochmals aufgewertet wird, und unterhalb der Zwillinge das Sternbild Kleiner Hund mit dem hellen Procyon. Südöstlich des Orions strahlt Sirius im Sternbild Großer Hund, der hellste Stern am irdischen Himmel. Das Wintersechseck, gebildet aus den Sternen Capella, Pollux, Procyon, Sirius, Rigel und Aldebaran, zieht somit im Süden alle Blicke auf sich.

    Unter dem Orion geht gerade das Sternbild Hase durch den Meridian, und nur knapp über dem Südhorizont kann ein Teil des Sternbilds Taube unter guten Sichtbedingungen ausgemacht werden. Östlich des Großen Hunds ist eben das Sternbild Achterdeck aufgegangen, welches ein Sternbild des Südhimmels ist. Die Sterne zwischen Procyon und Sirius gehören zum schwachen Sternbild Einhorn.

    Im Südosten erhebt sich bereits die Wasserschlange über dem Horizont, oberhalb derer sich das schwache Sternbild Krebs befindet, in dem unter dunklem Himmel der Sternhaufen Praesepe mit dem bloßen Auge ausgemacht werden kann. Im Osten ist eben der Löwe mit dem auffälligen Regulus aufgegangen. Oberhalb desselben kann man sich an den schwachen Sternbildern Kleiner Löwe und Luchs und zenitnah vielleicht sogar am Sternbild Giraffe versuchen.

    Die Milchstraße steigt im Südosten (Sternbild Achterdeck) über den Horizont und zieht sich dann durch die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil), Fuhrmann bis nahe des Zenits. In der Folge sinkt sie über die Sternbilder Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan zum Nordwesthorizont herab. Sie kann aber nur unter einem dunklen Himmel gut gesichtet werden.

  • Beteigeuze in tiefem Helligkeitsminimum

    Der linke Schulterstern des winterlichen Paradesternbilds Orion, Beteigeuze (alpha Ori), zeigt sich aktuell in einem tiefen Helligkeitsminimum.

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