Autor: Andreas Kammerer

  • Monatsüberblick Oktober 2026

    Von:

    Der Sternenhimmel zeigt im Oktober seinen herbstlichen Anblick. Das markante Sommerdreieck ist an den Westhimmel gerückt. Hoch im Süden findet man das Sternbild Pegasus, welches auch als Herbstviereck bezeichnet wird. Unter diesem finden sich nur schwächere Sternbilder. In diesem Jahr belebt der Planet Saturn allerdings diesen Himmelsbereich, der als einziger heller Planet aktuell am Abendhimmel aufgefunden werden kann. Östlich des Pegasus schließt sich die Sternenkette der Andromeda an, und im Osten findet man mit Capella und Aldebaran schon die ersten Vertreter des Winterhimmels. Am Morgenhimmel können mit dem roten Mars und dem strahlenden Jupiter zwei helle Planeten beobachtet werden.✨

    Mond

    03.:      Letztes Viertel (Zwillinge)
    10.:      Neumond (Jungfrau)
    14.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 19:00 MESZ)
    18.:      Erstes Viertel (Schütze)
    26.:      Vollmond (Widder)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    erreicht am 12. Oktober seine größte östliche Elongation mit 25° Sonnenabstand. Dennoch kann der Planet nicht am Abendhimmel gesichtet werden. Zum einen steht er südlich der Ekliptik, zum anderen verläuft die Ekliptik im Oktober nur flach zum Horizont. Er geht somit noch in der hellen Dämmerung unter. In den folgenden Wochen läuft Merkur wieder auf die Sonne zu, die er schließlich Anfang November erreichen wird.

    Venus

    hat ihre Abendsichtbarkeit beendet. Sie wird am 2. Oktober stationär und eilt anschließend rasch rückläufig auf die Sonne zu. Bereits am 24. Oktober steht sie in unterer Konjunktion mit der Sonne. Danach entfernt sie sich rasch von unserem Tagesgestirn nach Westen. Da die morgendliche Ekliptik im Oktober steil vom Horizont aufsteigt, können Spezialisten die Venus eventuell bereits in den letzten Oktobertagen tief über dem Südosthorizont, etwa 5° unterhalb von Spica, gegen 7:00 MEZ ausmachen. Im Fernglas kann möglicherweise die 60“ große hauchdünne Sichel der –4.2m hellen Venus erkannt werden.

    Mars

    wird zu einem zunehmend auffälligeren Objekt der zweiten Nachthälfte. Seine Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 1:15 MESZ auf 23:45 MEZ, seine Helligkeit steigt geringfügig von 1.1m auf 0.9m an. In der Morgendämmerung des 5. Oktober passiert der Mond den Roten Planeten in einem Abstand von lediglich 0.7° nördlich. Mars bewegt sich durch das Sternbild Krebs und tritt am 30. Oktober ins Sternbild Löwe ein. Zwischen dem 10. und 12. Oktober bewegt sich durch den Sternhaufen der Praesepe (M 44) und steht am Morgen des 11. Oktober in dessen Zentrum! Im Teleskop präsentiert Mars ein Scheibchen mit einem scheinbaren Durchmesser von lediglich 6.5“.

    Jupiter

    ist strahlendes Objekt der zweiten Nachthälfte. Der –2.0m helle Riesenplanet wandert rechtläufig durch das Sternbild Löwe. Er bewegt sich auf Regulus zu, den er aber in diesem Jahr nicht mehr erreicht, da er zuvor rückläufig wird. Seine Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 3:00 MESZ auf 0:15 MEZ. Am Morgen des 6. Oktober findet man die Mondsichel rechts oberhalb von Jupiter. In der helleren Dämmerung hat diese sich dem Riesenplaneten bis auf 2.5° genähert. Im Teleskop präsentiert Jupiter ein ovales Scheibchen, dessen Äquatordurchmesser im Monatsverlauf von 33.3“ auf 35.8“ anwächst. Auf diesem können selbst mit kleinen Instrumenten das Nördliche und Südliche Äquatorialband und der Große Rote Fleck innerhalb der hochdynamischen Atmosphäre ausgemacht werden. In größeren Instrumenten sind zudem weitere schwächer ausgeprägte Bänder zu erkennen. Daneben bereichern die vier hellen Jupitermonde die Szenerie mit ihren ständig wechselnden Konstellationen und vielfältigen Ereignissen (Verfinsterungen und Bedeckungen durch Jupiter, Vorübergänge und Schattenvorübergänge vor Jupiter). Zudem sehen wir in den kommenden Monaten fast auf die Bahnebenen der Monde, so dass es zusätzlich zu Verfinsterungen und Bedeckungen zwischen den Monden kommen wird.

    Saturn

    steht am 4. Oktober in Opposition zur Sonne. Dies bedeutet, dass er bei Sonnenuntergang auf- und bei Sonnenaufgang untergeht. Seine größten Horizonthöhen erreicht er zur Kulmination im Süden, die kurz nach Mitternacht eintritt. Am Oppositionstag erreicht Saturn seine größte Helligkeit mit 0.4m und seinen größten scheinbaren Durchmesser. Saturn bewegt sich rückläufig durch einen Randbezirk des Sternbilds Walfisch, nahe der Grenze zum Sternbild Fische. Am frühen Abend des 24. Oktober findet man den noch fast vollen Mond 6° links oberhalb des Ringplaneten. Im Teleskop präsentiert Saturn ein 19.7“ großes Planetenscheibchen, auf dem das Nördliche und Südliche Äquatorband schwach ausgemacht werden können. Der Ring misst 44.5×5.5“, und ist 7° gegen die Sichtlinie zum Betrachter geneigt. In kleineren Instrumenten sind im August die helleren Monde (Reihenfolge in zunehmender Distanz vom Ring) Tethys (10.1m), Dione (10.3m), Rhea (9.6m) und Titan (8.2m) sichtbar. Den Mond Japetus, der eine dunkle und eine helle Hemisphäre aufweist, findet man im Oktober westlich des Planeten bei einer Helligkeit von etwa 10.5m. Mit größeren Instrumenten kann man versuchen, die sehr ringnahen Monde Mimas (12.8m) und Enceladus (11.6m) zu finden, sowie den außerhalb der Titanbahn umlaufenden Hyperion (14.1m).

    Uranus

    strebt seiner Opposition zu, die er Ende November erreichen wird. Der 5.6m helle Planet bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Stier im Bereich des „Goldenen Tors der Ekliptik“ (welches durch die Plejaden und Aldebaran definiert wird). Unter dunklem Himmel kann Uranus aufgrund seiner großen Horizonthöhe nahe der Kulmination sogar mit dem bloßen Auge ausgemacht werden. Er verlagert seine Aufgänge im Monatsverlauf von 21:00 MESZ auf 18:00 MEZ. Da er etwa eine Stunde nach seinem Aufgang ein im Fernglas gut erkennbares Objekt wird, kann er nun den größten Teil der Nacht über beobachtet werden. Seine Kulmination verlagert sich von 5:00 MESZ auf 2:00 MEZ. Der Mond passiert den grünlichen Planeten im Oktober gleich zweimal. Am Morgen des 1. Oktober steht er 5° oberhalb von Uranus, am Morgen des 28. Oktober 6° rechts von diesem. Im Teleskop präsentiert Uranus ein grünliches, 3.8“ großes Scheibchen, auf dem keinerlei Details erkennbar sind. In größeren Instrumenten können die beiden hellsten Monde Titania (in 30“ Distanz / 13.8m) und Oberon (40“ / 14.0m) aufgefunden werden.

    Anblick am 1. Oktober

    Neptun

    stand Ende September in Opposition zur Sonne und befindet sich damit in einer optimalen Beobachtungsposition. Mit einer Helligkeit von 7.8m kann er im Fernglas gesichtet werden. Der fernste Planet unseres Sonnensystems bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Fische, nicht allzu weit von Saturn entfernt, der als Startpunkt bei der Suche dienen kann. Der Meridiandurchgang verlagert sich im Monatsverlauf von 1:00 MESZ auf 21:45 MEZ, sein Untergang von 7:00 MESZ auf 4:00 MEZ. Er wird etwa zwei Stunden vor dem Untergang durch die horizontnahen Dunstschichten verschluckt. Am Morgen des 24. Oktober nähert sich der noch recht volle Mond Neptun bis auf 4°, weshalb diese Konjunktion die Neptunbeobachtung stark erschweren wird. Im Teleskop kann ab etwa 200x das 2.4“ kleine Scheibchen erkannt werden. Mit größeren Instrumenten kann der 13.4m helle Mond Triton, etwa 15“ von Neptun entfernt, ausgemacht werden.

    (1) Ceres

    wird im Oktober ein Objekt für das Fernglas. Der Zwergplanet und Kleinplanet Nr. 1 bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge, südwestlich von Pollux. Ihre Helligkeit wächst von 8.9m auf 8.4m an. Am besten beobachtet man Ceres im Oktober kurz vor dem Einsetzen der Dämmerung. Diese beginnt am 1. Oktober um 5:45 MESZ, am 31. Oktober um 5:30 MEZ.

    (2) Pallas

    steht am 6. Oktober in Opposition zur Sonne, wobei sie eine Helligkeit von 8.3m erreicht. Bis zum Monatsende ist die Helligkeit wieder auf 8.6m zurückgegangen. Kleinplanet Nr. 2 bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Walfisch nach Süden. Ende Oktober erreicht sie eine Deklination von –20°, so dass sie kein leichtes Objekt sein wird. Am besten beobachtet man sie in den Stunden um die Kulmination, welche zu Monatsbeginn gegen 2:15 MESZ erfolgt, am Monatsende gegen 23:00 MEZ.

    (4) Vesta

    kommt am 13. Oktober in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine Maximalhelligkeit von 6.3m. Kleinplanet Nr. 4 bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Walfisch, nördlich der Sterne theta und eta Cet. Im Fernglas beobachtet man auch Vesta am besten in den Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn gegen 2:30 MESZ statt, am Monatsende gegen 23:00 MEZ.

    (192) Nausikaa

    erreicht am 1. Oktober ihre Oppositionsstellung und weist dabei eine Helligkeit von 8.4m auf. Bis Ende Oktober ist ihre Helligkeit wieder auf 9.4m zurückgegangen. Kleinplanet Nr. 192 bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Fische. Am besten beobachtet man sie in den Stunden um ihre Kulmination. Diese ereignet sich zu Monatsbeginn um 1:00 MESZ, am Monatsende gegen 21:45 MEZ.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 21:00 MEZ zum Monatsende) steht der Große Wagen, der ein Teil des Sternbilds Großer Bär ist, tief über dem Nordhorizont, so dass er nur wenig auffällt oder eventuell sogar von Häusern bzw. Bäumen verdeckt wird. Seinen Gegenpart, das Sternbild Kassiopeia, auch als Himmels-W bezeichnet, findet man sehr zenitnah. Zwischen diesen beiden bekannten Sternbildern steht das Sternbild Kleiner Bär mit dem Polarstern als Schlusspunkt, der auch als Kleiner Wagen bezeichneten Sternengruppierung. Den nicht sonderlich auffälligen Polarstern findet man auch, indem man die vorderen Kastensterne des Großen Wagens um die fünffache Länge nach oben verlängert.

    Um den Kleinen Bär schlängelt sich das Sternbild Drache, dessen markanter Kopf man halbhoch im Westen, nicht weit von der Wega findet. Westlich der Kassiopeia steht das wenig auffällige Sternbild Kepheus und südlich desselben, nahezu im Zenit, das schwache Sternbild Eidechse. Östlich der Kassiopeia befindet sich das noch unscheinbarere Sternbild Giraffe, von dem aus sich in Richtung Horizont das Sternbild Luchs erstreckt.

    Im Nordwesten kann der Nordteil des Sternbilds Bärenhüter kaum noch ausgemacht werden, und auch die Nördliche Krone ist schwierig aufzufinden. Während das ausgedehnte Sternbild Herkules noch über dem Horizont steht, sind die Sternbilder Schlangenträger, Schlange und Schild bereits am Untergehen.

    Das Sommerdreieck, gebildet aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler ist nach Westen gerückt. Im Bereich zwischen Schwan, Adler und Pegasus sind die kleinen Sternbilder Füchschen, Pfeil, Delphin und Füllen positioniert, wobei von diesen einzig der Delphin aufgrund seiner kompakten Form mittelheller Sterne auffällig ist. Recht tief im Südwesten findet man das recht unscheinbare Sternbild Steinbock.

    Tief über dem Südhorizont kann ein hellerer Stern gesichtet werden. Es ist Fomalhaut, der Hauptstern des Sternbilds Südlicher Fisch und gleichzeitig der südlichste von unseren Breiten aus sichtbare Stern 1. Größenklasse. Östlich des Meridians, aber ähnlich knapp über dem Horizont ist das bei uns kaum auszumachende Sternbild Bildhauer zu finden. Den Meridian passieren in größerer Höhe der Ostteil des ausgedehnten, aber wenig auffälligen Sternbilds Wassermann und das markante Sternbild Pegasus, auch Herbst-Viereck genannt. Es wird gerne als Pendant des Sommerdreiecks bezeichnet.

    Der Südosthimmel wird von dem ausgedehnten Sternbild Walfisch eingenommen, von dem insbesondere der Stern Diphda (beta Ceti) – nicht allzu weit von Fomalhaut entfernt – auffällig ist. Östlich des Walfischs sind die ersten Sterne des Sternbilds Eridanus aufgetaucht. Über dem Walfisch ist die lichtschwache Sternenkette der Fische zu finden, von denen einzig die Sternenellipse am Westende markant ist. Aktuell allerdings hilft der auffällige Saturn bei der Identifikation dieses Sternbilds. Vom Sternbild Pegasus zweigt die helle Sternenkette der Andromeda ab, und darunter findet man die kleinen, aber gut erkennbaren Sternbilder Dreieck und Widder. Am Ende der kurzen, nach Norden weisenden Sternenkette innerhalb der Andromeda finden wir den berühmten Andromedanebel, unsere Nachbargalaxie.

    Über dem Osthorizont sind eben die ersten Sterne des Orions aufgetaucht, während das Sternbild Stier bereits gänzlich aufgegangen ist. Neben dem orangefarbenen Aldebaran fallen die Sternhaufen der Hyaden (um Aldebaran) und der Plejaden (rechts oberhalb von Aldebaran) ins Auge. Die Plejaden, auch Siebengestirn genannt, erscheinen wie eine Miniaturausgabe des Großen Wagens. Halbhoch im Osten sind die Sternbilder Perseus und Fuhrmann, mit der hellen Capella, positioniert. Im Nordosten hat das Sternbild Zwillinge mit dem Aufgang begonnen.

    Das Milchstraßenzentrum und die helle Schild-Wolke sind bereits untergegangen. Lediglich die hellen Partien im Sternbild Schwan sind noch auffällig. Die Milchstraße steigt im Westsüdwesten über den Horizont und verläuft dann über die Sternbilder Adler, Pfeil, Schwan, Kepheus und Kassiopeia in Richtung Zenit, um im weiteren Verlauf über die Sternbilder Perseus, Fuhrmann und den Westteil der Zwillinge in Richtung Ostnordosthorizont abzusinken.

  • Monatsüberblick September 2026

    Von:

    Im September beginnt sich der Himmel vom Sommer- zum Herbstanblick zu verändern. Das Sommerdreieck befindet sich entsprechend bereits westlich des Meridians. Das Sternbild Schütze nähert sich seinem Untergang. Dafür findet man im Südosten die markanten Herbststernbilder Pegasus und Andromeda. Unter diesen befinden sich die recht lichtschwachen Sternbilder Steinbock, Wassermann und Fische. Tief über dem Südosthorizont blinkt der für unseren Standort südlichste helle Stern, Fomalhaut, auf. Nach vielen Monaten der Sichtbarkeit verabschiedet sich die Venus vom Abendhimmel. Dafür kann nun der Planet Saturn als auffälliges Gestirn im schwachen Sternbild Fische beobachtet werden. Am Morgenhimmel findet man Mars und Jupiter.✨

    Mond

    04.:      Letztes Viertel (Stier)
    11.:      Neumond (Löwe)
    14.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 20:00 MESZ, tief!!!)
    18.:      Erstes Viertel (Schlangenträger)
    26.:      Vollmond (Fische)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    stand Ende August in oberer Konjunktion mit der Sonne. Seine östlichen Elongationen nehmen nur langsam zu. Da zudem die abendliche Ekliptik sehr flach zum Horizont orientiert ist, kann Merkur in der Abenddämmerung nicht ausgemacht werden.

    Venus

    beendet Ende September ihre Abendsichtbarkeit. Ihre Untergänge verlagern sich von 21:00 MESZ auf 19:15 MESZ. Am Monatsende geht sie somit bereits kurz nach der Sonne unter. Am 3. September passiert Venus die Spica, den Hauptstern des Sternbilds Jungfrau, 1.4° südlich, was in einem Fernglas beobachtet werden kann. Am Vormittag des 14. September wird Venus vom Mond bedeckt. Der Eintritt am unbeleuchteten Mondrand erfolgt für Karlsruhe um 11:29 MESZ, wobei die Horizonthöhe allerdings lediglich 3° beträgt, dieses Ereignis somit eher etwas für Spezialisten ist. Der Austritt am beleuchteten Mondrand um 12:37 MESZ erfolgt in einer Horizonthöhe von immerhin 12°, was in einem Fernglas oder Teleskop beobachtbar sein sollte. Am Abend des gleichen Tages findet man die Mondsichel 3° links des Abendsterns. Allerdings stehen beide Objekte recht tief. Ihren größten Glanz mit –4.8m erreicht Venus am 18. September, doch kann sie zu diesem Zeitpunkt nur noch in der Dämmerung tief über dem Horizont gesichtet werden. Teleskopische Beobachtungen dürften schwierig sein. Sollten diese dennoch gelingen, sieht man den scheinbaren Durchmesser des Planetenscheibchens im Monatsverlauf von 30“ auf 48“ zu-, den Beleuchtungsgrad aber von 39% auf 16% abnehmen. Ende September präsentiert sich Venus somit als große, schmale Sichel.

    Venusbedeckung durch den Mond am Taghimmel des 14. September
    Anblick von Mond und Venus am Abend des 14. September

    Mars

    ist ein gut erkennbares Objekt der zweiten Nachthälfte. Der 1.2m helle Rote Planet verlagert seine Aufgänge im Monatsverlauf von 1:30 MESZ auf 1:15 MESZ. Am Morgen des 7. September findet man die Mondsichel gleich nach dem Aufgang 4° links vom Mars. Mars bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge und passiert am 19. September Pollux 6° südlich. Am 25. und 26. September bilden Castor und Pollux mit Mars eine gerade Linie. Auf dem Marsscheibchen sind bei einem scheinbaren Durchmesser von 5.5“ noch keine Details erkennbar.

    Jupiter

    ist ein auffälliges Objekt am Morgenhimmel. Die Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 4:15 MESZ auf 3:00 MESZ. Der –1.9m helle Riesenplanet wandert rechtläufig durch das Sternbild Krebs und tritt am 23. September ins Sternbild Löwe. Am Morgen des 9. September befindet sich die Mondsichel 6° links unterhalb des Gasriesen. Teleskopische Beobachtungen können nun wieder angepeilt werden. Jupiter präsentiert ein ovales Scheibchen mit einem scheinbaren Äquatordurchmesser von 32.5“, auf dem selbst mit kleinen Instrumenten das Nördliche und Südliche Äquatorialband und der Große Rote Fleck erkennbar sind. In größeren Instrumenten kann man weitere schwächer ausgeprägte Bänder erkennen. Dabei ist die Jupiteratmosphäre hochdynamisch, so dass tägliche Beobachtungen ein sich ständig veränderndes Bild zeigen. Daneben bereichern die vier hellen Jupitermonde die Szenerie mit ihren ständig wechselnden Konstellationen und vielfältigen Ereignissen (Verfinsterungen und Bedeckungen durch Jupiter, Vorübergänge und Schattenvorübergänge vor Jupiter). Zudem sehen wir in den kommenden Monaten fast auf die Bahnebenen der Monde, so dass es zusätzlich zu Verfinsterungen und Bedeckungen zwischen den Monden kommen wird.

    Saturn

    erreicht zum Monatsende fast seine Opposition. Die Helligkeit steigt auf 0.4m an. Der Planet bewegt sich rückläufig, zunächst durch das Sternbild Fische, ab dem 5. September durch einen Randbezirk des Sternbilds Walfisch. Geht er am 1. September um 21:15 MESZ auf, überschreitet er am 30. September bereits um 19:15 MESZ die Horizontlinie. Den Vollmond findet man in der Morgendämmerung des 27. September 6° rechts und am frühen Abend des gleichen Tags 9° links vom Ringplaneten. Im Teleskop präsentiert Saturn ein 19.5“ großes Planetenscheibchen, auf dem das Nördliche und Südliche Äquatorband ausgemacht werden können. Der Ring misst 44×6“ und ist 8° gegen die Sichtlinie zum Betrachter geneigt. Damit sollte die Cassini-Teilung erkennbar sein. In kleineren Instrumenten sind im September die helleren Monde (in der Reihenfolge zunehmender Distanz vom Ring) Tethys (10.1m), Dione (10.3m), Rhea (9.6m) und Titan (8.2m) sichtbar. Den Mond Japetus findet man im September westlich des Planeten bei einer Helligkeit von etwa 10.5m. Mit größeren Instrumenten kann man versuchen, die sehr ringnahen Monde Mimas (12.8m) und Enceladus (11.6m) zu finden, sowie den außerhalb der Titanbahn umlaufenden Hyperion (14.1m).

    Uranus

    kann ab der zweiten Monatshälfte bereits vor Mitternacht im Fernglas aufgefunden werden. Geht er am 1. September um 23:00 MESZ auf, überschreitet er am 30. September die Horizontlinie bereits um 21:00 MESZ. Etwa eine Stunde später kann er im Fernglas gut erkannt werden. Der 5.7m helle Planet wird am 10. September stationär und bewegt sich anschließend rückläufig durch das Sternbild Stier, etwa auf der Verbindungslinie zwischen den Plejaden und Aldebaran (dem „Goldenen Tor der Ekliptik“). Gegen Mitternacht in der Nacht vom 3. auf den 4. September steht der abnehmende Halbmond 5° links oberhalb von Uranus. Im Teleskop präsentiert Uranus ein grünliches, 3.7“ großes Scheibchen, auf dem keinerlei Details erkennbar sind. In größeren Instrumenten können die beiden hellsten Monde Titania (in 30“ Distanz / 13.9m) und Oberon (40“ / 14.1m) aufgefunden werden.

    Neptun

    kommt am 26. September in Opposition zur Sonne, womit seine Entfernung zur Erde ein Minimum und sein scheinbarer Durchmesser ein Maximum erreicht. Zudem ist er die ganze Nacht über sichtbar. Geht Neptun am 1. September noch um 21:00 MESZ auf, so gilt für den Oppositionstag: Aufgang bei Sonnenuntergang, Kulmination kurz nach Mitternacht und Untergang bei Sonnenaufgang. Der 7.8m helle Planet bewegt sich rückläufig durch den Westteil des Sternbilds Fische und kann in einem Fernglas leidlich gut gesehen werden. Am 26. September steht der helle Vollmond nur 4° entfernt und dürfte Beobachtungen für etwa eine Woche stark erschweren. Im Teleskop kann ab etwa 200x das 2.4“ kleine Scheibchen erkannt werden. Mit größeren Instrumenten kann der 13.4m helle Mond Triton etwa 15“ von Neptun entfernt ausgemacht werden.

    Pluto

    kann im September noch mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Der berühmteste Zwergplanet ist mit einer Helligkeit von 14.4m und aufgrund seiner Position im Sternbild Steinbock ein schwieriges Objekt selbst in einem großen Instrument. Die damit verbundenen geringen Horizonthöhen lassen eine Beobachtung mit Aussicht auf Erfolg nur in den zwei Stunden um die Kulmination zu. Diese findet zu Monatsbeginn um 23:15 MESZ, am Monatsende um 21:15 MESZ statt. Die drei Aufsuchkarten sollen bei der Identifikation behilflich sein.

    (2) Pallas

    kann zu Monatsbeginn kurz nach, am Monatsende bereits kurz vor Mitternacht mit Aussicht auf Erfolg beobachtet werden. Kleinplanet Nr. 2 bewegt sich in südlicher Richtung durch das Sternbild Walfisch, östlich des 3.6m hellen Sterns theta Cet. Ihre Helligkeit steigt im Monatsverlauf von 8.9m auf 8.4m an.

    (4) Vesta

    kann zu Monatsbeginn kurz nach, am Monatsende bereits kurz vor Mitternacht mit guter Aussicht auf Erfolg beobachtet werden. Kleinplanet Nr. 4 bewegt sich in südwestlicher Richtung durch das Sternbild Walfisch, nördlich von Pallas. Vestas Helligkeit steigt im September von 7.0m auf 6.5m an, was sie zu einem leichten Fernglasobjekt macht.

    (192) Nausikaa

    nähert sich ihrer Opposition, die sie Anfang Oktober erreichen wird. Kleinplanet Nr. 192 bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Fische. Ihre Helligkeit steigt von 9.3m auf 8.4m an. Am besten beobachtet man sie in den Stunden um ihre Kulmination. Diese ereignet sich zu Monatsbeginn um 3:30 MESZ, am Monatsende um 1:15 MESZ, wobei sie zum Monatsende hin auch schon am späteren Abendhimmel aufgesucht werden kann.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) weist das Sternbild Großer Bär, welches den Großen Wagen einschließt, nur noch geringe Höhen über dem Nordwesthorizont auf. Das Sternbild Kassiopeia, das Himmels-W, steht hingegen in bequemer Höhe im Nordosten. Zwischen beiden Sternbildern befindet sich das Sternbild Kleiner Bär – auch als Kleiner Wagen bezeichnet – mit dem Polarstern, wobei die vorderen Wagensterne nur noch halbhoch im Nordwesten stehen. Der Drache, welcher sich in weitem Bogen um das Sternbild Kleiner Bär windet, ist in die Westhälfte gerückt. Zwischen Drache und Kassiopeia findet sich der Kepheus, der gerade durch den Meridian läuft, somit seine maximale Höhe erreicht hat.

    Das Sternbild Bärenhüter schickt sich an, unterzugehen. Sein heller Hauptstern Arktur steht nur noch knapp über dem Nordwesthorizont. Dem Bärenhüter nachfolgend und ebenfalls bereits dem Horizont entgegensinkend, steht das kleine aber markante Sternbild Nördliche Krone und der schwieriger auszumachende Herkules. Im Westen bereitet sich das große Sternbild Schlangenträger mit der Schlange auf den Untergang vor. Im Südwesten ist der Schütze dabei, unterzugehen.

    Das Sommerdreieck, gebildet aus den hellen Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan (fast im Zenit) und Atair im Adler, ist an den Südwesthimmel gerückt, zieht aber weiterhin die Blicke auf sich. In diesem Himmelsbereich finden sich auch die kleinen Sternbilder Schild, Pfeil, Füchschen, Delphin und Füllen. Dabei ist das Sternbild Delphin, welches eben den Meridian passiert, das markanteste dieser fünf kleinen Konstellationen.

    Im Süden findet sich in geringer Höhe das recht unscheinbare Sternbild Steinbock, darüber der Westteil des Sternbilds Wassermann. Tief im Südsüdosten glitzert ein hellerer Stern. Es ist Fomalhaut, der Hauptstern des Sternbilds Südlicher Fisch – der südlichste bei uns sichtbare Stern 1. Größe.

    Über dem Südosthorizont stehen die ausgedehnten Sternbilder Wassermann und Walfisch, wobei letzterer noch so tief steht, dass er kaum auffällt. Oberhalb dieser beiden Sternbilder zeigt sich das Sternbild Fische, welches nur aus Sternen 3. und 4. Größe besteht und daher nur unter dunklem Himmel gut erkennbar ist. Lediglich der Kopf des westlichen Fischs fällt ein wenig auf. In diesem Jahr kann Saturn zudem bei der Suche helfen. Das dominierende Sternbild im Südosten ist der Pegasus, auch Herbstviereck genannt. Östlich schließt sich die Sternenkette des Sternbilds Andromeda an. Am Ende der kurzen, nach Norden weisenden Sternenkette innerhalb der Andromeda finden wir den berühmten Andromedanebel, unsere Nachbargalaxie. Unterhalb der Andromeda sind die Sternbilder Dreieck und Widder beheimatet. Das unscheinbare Sternbild Eidechse findet sich östlich des Meridians in Zenitnähe.

    Im Nordosten haben die Sternbilder Perseus und Fuhrmann – mit der hellen Capella – mit ihrem Aufstieg begonnen. Dies gilt ebenso für das Sternbild Giraffe. Da dieses aber nur aus lichtschwachen Sternen besteht, fällt es schwer, es in geringer Höhe auszumachen. Unterhalb des Perseus kann man bereits den auffälligen Sternhaufen der Plejaden (Siebengestirn) ausmachen, der den Aufgang des Sternbilds Stier ankündigt.

    Die Sommermilchstraße steigt im Südwesten (Sternbild Schütze) über den Horizont und zieht sich dann über die Sternbilder Schild (mit der hellen Schildwolke), Adler und Schwan (mit auffälligen Partien) bis in den Zenit, um danach über Kassiopeia, Perseus und Fuhrmann zum Nordosthorizont abzusinken.

    Im Herbst scheint sich der Himmelsanblick deutlich weniger zu ändern als in den übrigen Jahreszeiten, insbesondere dem Frühjahr. Die Ursache ist der stetig früher stattfindende Sonnenuntergang, welcher zu einem stetig früheren Zeitpunkt für das Dämmerungsende führt. Dies bedingt, dass ein Beobachter tendenziell früher mit seinen Beobachtungen beginnt und sich somit die Sternenkulisse noch nicht entsprechend weiter bewegt hat.

  • Nova Sagittae 2026

    Von:

    Am 25. August 2026 wurde eine mittelhelle Nova im Sternbild Pfeil entdeckt. Diese erreichte bereits am Mittag des 26. August ihre Maximalhelligkeit von 7.0 mag, und beginnt nunmehr schwächer zu werden. Wie rasch der Helligkeitsrückgang erfolgen wird, kann nicht vorhergesagt werden. Die Nova ist recht einfach aufzufinden, und zwar im Sternendreieck von alpha, beta und delta Sge. Zudem ist sie praktisch die ganze Nacht über beobachtbar. Helligkeitsschätzungen sind sehr erwünscht. Hierfür kann die nachfolgende Karte verwendet werden, welche die Helligkeit geeigneter Schätzsterne auflistet.

    Weitere Infos können der nachfolgenden Schnellmitteilung entnommen werden:

  • Monatsüberblick August 2026

    Von:

    Der astronomische Höhepunkt dieses Monats wird die Sonnenfinsternis am 12. August sein. Die Sonne wird in Karlsruhe zu fast 90% bedeckt werden, womit ihr Licht für etwa eine halbe Stunde ungewöhnlich fahl erscheinen wird. Aber Achtung: nie ohne offizielle Sonnenfinsternisbrille direkt in die Sonne schauen! Und Sonnenfinsternisbrillen nie vor einem Fernglas oder Teleskop befestigen. Dafür sind diese nicht gedacht. Schwere Augenschäden bis zur Erblindung können die Folge sein!!! In der darauffolgenden Nacht kann das Maximum der Perseiden bei besten Bedingungen (mondlose Nacht!) beobachtet werden. Allerdings sollte man die Sternschnuppen von einem dunklen Standort aus verfolgen. Am 28. August ereignet sich darüberhinaus eine Mondfinsternis am Morgenhimmel, bei der der Mond fast total verfinstert wird. Am Abendhimmel ist nur noch die Venus vertreten. Mars, ab der zweiten Augusthälfte Jupiter und Saturn, findet man hingegen am Morgenhimmel. Das Sommerdreieck, gebildet aus den Sternen Wega, Deneb und Atair, dominiert den Nachthimmel.✨

    Sonnenfinsternis

    Diese Sonnenfinsternis ist in einem etwa 200 km breiten Streifen, der sich von der Nordküste Sibiriens über Grönland, Island und das nordöstliche Spanien zieht, für maximal 2m18s total. Von Karlsruhe aus wird sie sich als tiefe partielle Finsternis am Abendhimmel präsentieren. Die Sonnenfinsternis beginnt für Karlsruhe um 19:22 MESZ (Sonnenhöhe: 13°), wobei der Mond über die westliche Sonnenseite eintritt. Die maximale Phase (Bedeckungsgrad: 89.2%) wird um 20:15 MESZ (Sonnenhöhe: 4.5°) erreicht. Etwa eine viertel Stunde zuvor wird sich ein fahles Tageslicht einstellen, in welchem alle Gegenstände scharfgezeichnete Schatten werfen. Um 20:47 MESZ geht die Sonne, noch immer zu 27% verfinstert, unter.

    Achtung: Nur mit einer offiziellen Sonnenfinsternisbrille in die Sonne schauen (nicht mit Sonnenbrille, Schweißerbrille, CD o.ä.)! Zudem darf eine Sonnenfinsternisbrille nicht vor ein Fernglas oder Teleskop befestigt werden, hierfür sind diese nicht gedacht. Schwere Augenschäden bis zur völligen Erblindung drohen, sofern diese Regeln nicht beachtet werden!!!

    Sonnenfinsternis zum Zeitpunkt der maximalen Bedeckung

    Mondfinsternis

    Von Karlsruhe aus kann die erste Hälfte dieser Mondfinsternis beobachtet werden. Allerdings wird die zunehmende Dämmerung verhindern, dass diese Finsternis zu einem ganz besonderen Ereignis wird. Der nicht beobachtbare Eintritt in den Halbschatten erfolgt um 3:22 MESZ. Etwa eine halbe Stunde später kann man am nordöstlichen Mondrand einen hellen Grauton erkennen. Um 4:34 MESZ (Mondhöhe: 17°) kann von Karlsruhe aus der Eintritt des Mondes in den Kernschatten beobachtet werden. In den folgenden 1 ¾ Stunden verfinstert der Kernschatten einen immer größeren Teil der Mondscheibe, doch sinkt der Mond gleichzeitig dem Horizont entgegen, und zudem beginnt gegen 4:45 MESZ die Dämmerung. Die maximale Verfinsterung (96% der Mondscheibe sind bedeckt) wird um 6:13 MESZ erreicht. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond nur noch 4° über dem Horizont und die Sonne gleichzeitig 4° unter dem Horizont. Somit wird es schwierig, den verfinsterten Mond in der hellen Dämmerung knapp über dem Horizont auszumachen. Der Untergang des verfinsterten Mondes erfolgt um 6:41 MESZ, während zur gleichen Zeit die Sonne aufgeht.

    Maximale Phase der Mondfinsternis

    Mond

    06.:      Letztes Viertel (Widder)
    12.:      Neumond (Löwe)
    15.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 21:15 MESZ, tief!!!)
    20.:      Erstes Viertel (Waage)
    28.:      Vollmond (Wassermann)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    kann in der ersten Augusthälfte am Morgenhimmel tief über dem ONO-Horizont beobachtet werden. Allerdings handelt es sich um keine günstige Sichtbarkeit. Am 1. August kann der 0.3m helle Planet gegen 5:00 MESZ am besten gesichtet werden. Am folgenden Morgen wird mit 19.5° bereits die größte westliche Elongation erreicht. Am 7. August ist Merkur schon –0.6m hell. Die schmale Mondsichel findet man am Morgen des 11. August 5° oberhalb des –0.9m hellen Merkur, der sich etwa senkrecht unterhalb von Pollux befindet. Am 15. August schließlich passiert der dann –1.2m helle Merkur Jupiter 0.6° nördlich – eine gegen 5:30 MEZ im Fernglas sicher hübsche Konstellation. Spezialisten können den dann –1.5m hellen Merkur eventuell noch bis zum 20. August weiterverfolgen, bevor er in der hellen Dämmerung verschwindet. Am 27. August steht Merkur in oberer Konjunktion mit der Sonne. Für sinnvolle teleskopische Beobachtung erreicht Merkur bei dieser Sichtbarkeit nicht die hierfür erforderlichen Horizonthöhen.

    Venus

    sinkt immer stärker dem Horizont entgegen, obwohl sie am 15. August die größte östliche Elongation mit fast 46° erreicht. Dass sich ihre Sichtbarkeit stark verkürzt liegt zum einen daran, dass sie auf ihrem Weg durch das Sternbild Jungfrau stetig nach Süden läuft und zum anderen an dem immer flacheren Winkel, den die Ekliptik mit dem Abendhorizont bildet. Sinkt Venus am 1. August um 22:30 MESZ unter die Horizontlinie, geht sie am 31. August bereits um 21:00 MESZ, und somit in der Dämmerung unter. Ihre Helligkeit nimmt hingegen von –4.3m auf –4.6m zu. Am 16. August findet man die Mondsichel 7° links der Venus. Zum Monatsende hin nähert sich Venus der Spica, dem Hauptstern des Sternbilds Jungfrau. Im Teleskop wird das Venusscheibchen zur Sichel. Während der scheinbare Durchmesser von 21.0“ auf 30.1“ deutlich anwächst, nimmt der Beleuchtungsgrad von 56% auf 39% ab. Ab der zweiten Monatshälfte wird es allerdings schwierig, Venus teleskopisch zu beobachten. Am besten prägt man sich die Position über dem Horizont ein und versucht an einem der nächsten Abende, Venus gleich nach Sonnenuntergang mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas wieder zu finden, um sie gleich im Anschluss daran im Teleskop einzustellen.

    Mars

    ist ein gut auszumachender Planet der zweiten Nachthälfte. Der 1.3m helle rote Planet verlagert seine Aufgänge im Monatsverlauf von 2:00 MESZ auf 1:30 MESZ. Er bewegt sich rechtläufig durch den östlichen Teil des Sternbilds Stier und tritt am 12. August ins Sternbild Zwillinge. Die Mondsichel befindet sich am Morgen des 9. August 4° links oberhalb von Mars. Das Marsscheibchen erreicht am Monatsende einen scheinbaren Durchmesser von 5“ – zu klein, um Details ausmachen zu können.

    Jupiter

    stand Ende Juli in Konjunktion mit der Sonne. Da die morgendliche Ekliptik recht steil zum Horizont steht, taucht der größte Planet des Sonnensystems bereits in den Tagen um den 10. August in der Dämmerung auf. Der –1.8m helle Planet kann in jenen Tagen gegen 5:45 MESZ tief über dem Nordosthorizont ausgemacht werden, etwa 7° unterhalb von Merkur. Bis zum 31. August haben sich seine Aufgänge auf 4:15 MESZ verfrüht und der sich im Sternbild Krebs bewegende Planet ist zu einem auffälligen Objekt geworden. Am 15. August wird Jupiter von Merkur in 0.6° nördlichem Abstand passiert.

    Saturn

    bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Fische und nähert sich seiner Opposition. Seine Helligkeit steigt leicht auf 0.5m an. Seine Aufgänge verlagern sich während des Monats von 23:15 MESZ auf 21:15 MESZ. Vom abnehmenden Mond erhält er im August gleich zweimal Besuch. Am Morgen des 4. August findet man den Mond 6.5° links oberhalb, und am Morgen des 31. August 6° rechts oberhalb des Ringplaneten. Im Teleskop präsentiert Saturn ein 19“ großes Planetenscheibchen, auf dem aber wohl nur das Nördliche und Südliche Äquatorband schwach erkennbar sein dürften. Der Ring misst 44×6“ und ist 8° gegen die Sichtlinie zum Betrachter geneigt. Damit sollte die Cassini-Teilung wieder zu erkennen sein. In kleineren Instrumenten sind im August die helleren Monde (in der Reihenfolge zunehmender Distanz vom Ring) Tethys (10.2m), Dione (10.4m), Rhea (9.7m) und Titan (8.3m) sichtbar. Der Mond Japetus weist uns im August seine dunkle Seite zu und ist somit ein schwieriges, nur etwa 11.5m helles Objekt östlich von Saturn.

    Mond und Saturn am Morgen des 4. August
    Mond und Saturn am Morgen des 31. August

    Uranus

    ist zu einem im Fernglas gut sichtbaren Objekt der zweiten Nachthälfte geworden. Der 5.7m helle Planet bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Stier, nicht allzu weit von den Plejaden entfernt. Seine Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 1:00 MESZ auf 23:00 MESZ. Etwa eine Stunde später kann er im Fernglas gut erkannt werden. Der abnehmende Mond passiert Uranus am 7. August, doch beträgt die Distanz über 8°. Im Teleskop präsentiert Uranus ein grünliches, 3.6“ großes Scheibchen, auf dem keinerlei Details erkennbar sind. In größeren Instrumenten können die beiden hellsten Monde Titania (in 30“ Distanz / 13.9m) und Oberon (40“ / 14.1m) aufgefunden werden.

    Neptun

    kann in einem Fernglas leidlich gut erkannt werden. Der 7.8m helle Planet bewegt sich rückläufig durch den Westteil des Sternbilds Fische. Seine Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 23:00 MESZ auf 21:00 MESZ. Etwa zwei Stunden später kann Neptun optimal beobachtet werden. Am Morgen des 3. und des 30. August befindet sich der schon recht volle Mond nur 4-5° von Neptun entfernt und dürfte eine Beobachtung stark erschweren. Im Teleskop kann ab etwa 200x das 2.3“ kleine Scheibchen erkannt werden. Mit größeren Instrumenten kann zudem der 13.5m helle Mond Triton etwa 15“ von Neptun entfernt ausgemacht werden.

    Pluto

    stand Ende Juli in Opposition zur Sonne und kann somit optimal beobachtet werden. Allerdings ist der berühmteste Zwergplanet ein schwieriges Objekt selbst in einem großen Instrument. Zum einen ist er lediglich 14.4m hell, zum anderen befindet er sich im Sternbild Steinbock, womit er nur geringe Horizonthöhen erreicht. Daher hat man nur in den zwei Stunden um die Kulmination eine Chance, ihn mit Aussicht auf Erfolg zu finden. Diese erfolgt zu Monatsbeginn erst um 1:15 MESZ, am Monatsende aber bereits um 23:15 MESZ. Die drei Aufsuchkarten sollen bei der Identifikation behilflich sein.

    (4) Vesta

    kann mit dem Fernglas, nicht allzu weit von Saturn entfernt, am Morgenhimmel aufgefunden werden. Sie bewegt sich durch das Sternbild Walfisch, zunächst rechtläufig, ab dem 28. August rückläufig. Ihre Helligkeit steigt im August von 7.5m auf 7.0m an. Im Fernglas kann der Kleinplanet Nr. 4 ab etwa 1:00 MESZ am Südosthimmel beobachtet werden.

    Meteore

    Die Perseiden sind der bekannteste Meteorstrom des Jahres, da sie zum einen recht viele Meteore erzeugen, zum anderen in lauen Sommernächten beobachtet werden können. Sie erreichen ihr diesjähriges Maximum in den Morgenstunden des 13. August. Da am 12. August Neumond ist lässt sich das Perseidenmaximum in diesem Jahr optimal beobachten! Die Perseiden weisen ein asymmetrisches, relativ spitzes Maximum auf. Ihre Zahl nimmt vor dem Perihel langsamer zu als sie danach abnimmt. Während des Maximums wird eine zenitale Stundenrate von bis zu 100 Meteoren erreicht, wobei der Anteil an helleren Exemplaren recht groß ist. Die zenitale Stundenrate kann allerdings nur unter idealen Himmelsbedingungen mit dem Radianten im Zenit tatsächlich beobachtet werden. Beobachtungen sollten generell von dunklen Standorten aus erfolgen. Die Anzahl der sichtbaren Meteore nimmt generell gegen Morgen merklich zu. Die Perseiden bewegen sich entgegen der Umlaufsrichtung der Erde, treffen diese somit frontal, so dass sie hohe Relativgeschwindigkeiten aufweisen und daher sehr rasch über den Himmel ziehen. Verlängert man die Meteorspuren insgesamt, so scheinen sie aus einer Region (dem Radianten) im Sternbild Perseus, nahe der Grenze zum Sternbild Kassiopeia zu kommen.

    Der Sternenhimmel

    Im August ist zu den Standard-Beobachtungszeiten (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) die astronomische Dämmerung bereits beendet und somit der Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht beobachtbar.

    Der Große Bär mit dem Großen Wagen sinkt im Nordwesten stetig tiefer. Die Kassiopeia, das Himmels-W, ist halbhoch im Nordosten zu erkennen und strebt zunehmend dem Zenit entgegen. Zwischen diesen beiden Sternbildern findet man das Sternbild Kleiner Bär, auch Kleiner Wagen genannt, mit dem Polarstern. Dieser weist eine konstante Höhe auf, die der geographischen Breite des Beobachtungsortes entspricht. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens findet man das kleine Sternbild Jagdhunde.

    Halbhoch im Westen steht der Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur, dem letzten noch sichtbaren Stern des Frühlings-Dreiecks. Das lichtschwache Sternbild Haar der Berenice ist kaum mehr auszumachen. Östlich des Bärenhüters folgt das kleine, aber markante Sternbild Nördliche Krone. Im Südwesten sinken die Sternbilder Waage und Skorpion – mit dem rötlichen Antares – unter den Horizont. Oberhalb des Skorpions finden wir den Schlangenträger und das zweigeteilte Sternbild Schlange. Oberhalb des Schlangenträgers, und damit in großer Höhe, befindet sich der Herkules.

    Der Schütze passiert eben den Meridian. Darüber findet man das schwierig aufzufindende Sternbild Schild, den gut erkennbaren Adler mit dem hellen Atair und – zenitnah – die Leier mit der hellen Wega. Ebenfalls zenitnah spannt der große Schwan mit dem auffälligen Deneb seine Schwingen aus. Dieses Sternbild wird auch als Kreuz des Nordens bezeichnet. Die Sterne Wega, Deneb und Atair definieren das Sommer-Dreieck, das nun fast optimal positioniert ist.

    Östlich von Atair findet man das kleine aber markante Sternbild Delphin, und unterhalb desselben das schwache Sternbild Füllen. Nördlich von Atair stehen der kleine Pfeil und das schwierig zu identifizierende Sternbild Füchschen. Im Südosten stehen ziemlich tief die ausgedehnten, aber an helleren Sternen armen Sternbilder Steinbock und Wassermann. Östlich des Wassermanns geht gerade das lichtschwache Sternbild Fische auf, aktuell aufgewertet durch den Ringplaneten Saturn. Oberhalb der Fische sind das große Sternbild Pegasus und die direkt anschließende Sternenkette der Andromeda zu erkennen. Am Ende der kurzen, nach Norden weisenden Sternenkette innerhalb der Andromeda finden wir den berühmten Andromedanebel, unsere Nachbargalaxie. Unterhalb der Andromeda sind das Sternbild Dreieck und der Widder aufgegangen.

    Östlich der Andromeda steigen langsam die Sternbilder Perseus und Fuhrmann – mit der hellen Capella – hoch, sind aber noch nicht auffällig. Auch das lichtschwache Sternbild Giraffe ist aufgrund der geringen Höhe kaum auszumachen. Zwischen Kassiopeia und Schwan findet man den Kepheus und oberhalb der Wega den Kopf des Sternbilds Drachen, der sich um den Polarstern schlängelt. Zwischen Andromeda und Kepheus kann das kleine Sternbild Eidechse gesichtet werden.

    Die Sommermilchstraße steigt im Sternbild Schütze (in dem das Zentrum lokalisiert ist) über den Südsüdwesthorizont und verläuft dann über Schild (mit der hellen Schildwolke), Adler und Schwan (mit auffälligen Partien) bis fast zum Zenit, um danach über Kepheus, Kassiopeia und Perseus dem Nordosthorizont entgegenzustreben.

  • Monatsüberblick Juli 2026

    Von:

    Im Monatsverlauf verlagert sich der Schwerpunkt der Großplaneten vom Abend- an den Morgenhimmel. Anfang Juli verschwindet Jupiter vom Abendhimmel, und nur noch Venus verbleibt. Am Morgenhimmel findet man Saturn, und immer besser sichtbar werdend, Mars. Spezialisten können zudem die Planeten Uranus und Neptun im Fernglas bzw. Teleskop ausmachen.

    Die Sternenkulisse ist nunmehr eindeutig sommerlich geprägt. Das Sommerdreieck steht hoch im Südosten , während horizontnah die Sommersternbilder Skorpion und Schütze ausfindig gemacht werden können – zumindest von einem dunklen Standort aus. Das Frühlingsdreieck ist deutlich nach Südwest gerückt und nicht mehr vollständig – Regulus befindet sich bereits unter dem Horizont. Auch der Himmelswagen hat mit dem Abstieg begonnen, während sein Gegenpart, das Sternbild Kassiopeia (auch Himmels-W genannt), stetig höher steigt.✨

    Mond

    07.:      Letztes Viertel (Fische)
    14.:      Neumond (Zwillinge)
    15.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:00 MESZ, tief!!!)
    21.:      Erstes Viertel (Jungfrau)
    29.:      Vollmond (Schütze)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    kommt am 13. Juli in untere Konjunktion mit der Sonne. Er entfernt sich anschließend rückläufig rasch von ihr, wird aber am 23. Juli wieder rechtläufig. In den allerletzten Julitagen kann der flinke Planet von Spezialisten erstmals am Morgenhimmel, tief über dem ONO-Horizont ausgemacht werden, etwa 10° rechts unterhalb von Pollux. Seine Helligkeit beträgt am 28. Juli 1.0m, am 31. Juli 0.5m. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich gegen 5:00 MESZ.

    Venus

    ist noch strahlender Abendstern, doch sinkt sie im Monatsverlauf deutlich dem Horizont entgegen. Ihr Untergang verfrüht sich von 23:45 MESZ auf 22:30 MESZ. Die Helligkeit steigt von –4.1m auf –4.3m an. Venus läuft durch das Sternbild Löwe und passiert am 9. Juli seinen Hauptstern Regulus 1.1° nördlich, was wohl nur noch im Fernglas beobachtbar sein dürfte. Am Abend des 17. Juli findet man die Mondsichel 4° links unterhalb des Abendsterns. Im Teleskop kann man das phasenmäßig stetig abnehmende, aber größer werdende Planetenscheibchen beobachten. Im Monatsverlauf nimmt dessen scheinbarer Durchmesser von   16.0“ auf 20.7“ zu, während der Beleuchtungsgrad von 69% auf 56% abnimmt.

    Mars

    wird am Morgenhimmel stetig besser sichtbar. Der 1.3m helle rote Planet überschreitet zu Monatsbeginn um 3:00 MESZ die Horizontlinie im Nordosten, am Monatsletzten bereits um 2:00 MESZ. Am Morgen des 4. Juli passiert er den grünlichen Uranus in nur 6‘ Abstand südlich. Am Morgen des 11. Juli befindet sich die Mondsichel 7° rechts oberhalb, am 12. Juli 9° links von Mars. Am 14. Juli passiert Mars den Stern Aldebaran in 5° nördlichem Abstand. Im Teleskop erkennt man ein lediglich 4.5“ großes Scheibchen, auf dem keine Details erkennbar sind.

    Jupiter

    sollte von Spezialisten in der ersten Juliwoche noch tief über dem abendlichen Nordwesthorizont aufgefunden werden können. Dabei muss man den –1.8m hellen Planeten am 1. Juli gegen 22:15 MESZ, am 7. Juli bereits gegen 22:00 MESZ beobachten. Zu dieser Zeit herrscht noch sehr helle Dämmerung. Am 29. Juli steht Jupiter in Konjunktion mit der Sonne.

    Saturn

    ist ein Planet der zweiten Nachthälfte. Seine Aufgänge verlagert er im Monatsverlauf von 1:30 MESZ auf 23:30 MESZ, seine Helligkeit steigt von 0.8m auf 0.6m an. Der Planet bewegt sich anfangs rechtläufig, ab dem 27. Juli rückläufig durch das Sternbild Fische. Am Morgen des 8. Juli findet man den abnehmenden Halbmond 7° links oberhalb des Ringplaneten. Im Teleskop erkennt man ein 18“ großes Planetenscheibchen, auf dem aber wohl nur das Nördliche und Südliche Äquatorband schwach erkennbar sein dürften. Der Ring misst 39.5×6.5“ und ist 9° gegen die Sichtlinie geneigt. Damit sollte die Cassini-Teilung wieder sicher erkennbar sein. In kleineren Instrumenten sind die hellsten Monde (in der Reihenfolge zunehmender Distanz vom Ring) Tethys (10.3m), Dione (10.5m), Rhea (9.8m), Titan (8.4m) und, deutlich weiter außerhalb, westlich von Saturn, Japetus (etwa 10.5m) sichtbar.

    Uranus

    wird in den ersten Julitagen am Morgenhimmel sichtbar. Bei der Aufsuche hilft ein paar Tage lang Mars, der Uranus am 4. Juli in 6‘ südlichem Abstand passiert. Die beste Beobachtungszeit, um den grünlichen, 5.8m hellen Planet zu suchen ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:00 MESZ (in der fortgeschrittenen Dämmerung), am Monatsende gegen 3:30 MESZ (vor Dämmerungsbeginn). Am Morgen des 11. Juli befindet sich die schmale Mondsichel knapp 5° oberhalb von Uranus.

    Neptun

    ist ein im Fernglas leidlich gut sichtbares Objekt der zweiten Nachthälfte. Die Aufgänge des 7.9m hellen Planeten erfolgen zu Monatsbeginn um 1:00 MESZ, am Monatsende um 23:00 MESZ. Etwa zwei Stunden später kann Neptun mit Erfolg aufgesucht werden. Am Morgen des 7. Juli steht der abnehmende Halbmond knapp 4° links oberhalb von Neptun, was aber schwierig zu beobachten sein dürfte. Am 8. Juli wird der fernste Großplanet im Sternbild Fische rückläufig. Im Teleskop erkennt man ab etwa 200x das 2.3“ kleine Scheibchen. Mit größeren Instrumenten kann der 13.5m helle Mond Triton, etwa 15“ von Neptun entfernt, ausgemacht werden.

    Pluto

    steht am 27. Juli in Opposition zur Sonne und damit der Erde am nächsten. Der berühmteste Zwergplanet ist dennoch ein schwieriges Objekt, selbst in einem 30cm-Teleskop. Er erreicht nämlich nur eine maximale Helligkeit von 14.4m und steht dabei im Sternbild Steinbock, womit er nur geringe Horizonthöhen erreicht. Daher hat man nur in den zwei Stunden um die Kulmination eine Chance, ihn mit Aussicht auf Erfolg zu finden. Diese erfolgt zu Monatsbeginn erst um 3:15 MESZ (wenn die Dämmerung bereits begonnen hat), am Monatsende aber bereits um 1:15 MESZ. Die drei Aufsuchkarten sollen bei der Identifikation behilflich sein.

    Meteore

    Gegen Monatsende können die ersten Perseiden beobachtet werden, deren Radiant zu dieser Zeit südlich des Sternbilds Kassiopeia liegt. Der Vollmond am 29. Juli dürfte Beobachtungen aber sehr erschweren.

    Der Sternenhimmel

    Im Juli ist die Dämmerung zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) noch nicht abgeschlossen, ja in der ersten Julihälfte herrscht zu dieser Zeit noch helle Dämmerung, so dass schwächere Objekte entsprechend später beobachtet werden müssen. Aus Gründen der Einheitlichkeit in Bezug auf die übrigen Monate wird der Himmelsanblick aber zu jeweils den gleichen Uhrzeiten dargestellt.

    Der Große Wagen, als Teil des Sternbilds Großer Bär, steht halbhoch im Westen und sinkt langsam dem Nordhorizont entgegen, während sein Gegenpart, die Kassiopeia im Nordosten stetig höher steigt. Zwischen diesen beiden Sternbildern steht der gut erkennbare aber nicht auffällige Polarstern. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens ist das nur aus zwei Sternen bestehende Sternbild Jagdhunde zu finden.

    Zenitnah findet sich der einprägsame Kopf des Drachen, der sich um den Himmels-Nordpol windet. Zwischen Kassiopeia und Schwan ist der eher unauffällige Kepheus beheimatet und zwischen Kassiopeia und Großer Bär der Kleine Bär, der an einen kleinen Wagen erinnert und von dem nur der Polarstern sowie die beiden vorderen Kastensterne auffällig sind.

    Während das Frühlings-Dreieck – gebildet aus Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau – schon deutlich nach Westen gewandert und durch den Untergang von Regulus bereits nicht mehr vollständig ist, dominiert das Sommer-Dreieck – gebildet aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler – nun den südöstlichen Himmel.

    Im Westen geht der Löwe (aktuell aufgewertet durch die Venus) bereits unter, und die Jungfrau schickt sich an, es ihm gleich zu tun. Tief im Süden kulminiert der Skorpion (der von unseren Breiten aus leider nicht vollständig über den Horizont steigt) mit seinem rötlichen Hauptstern Antares. Zwischen diesem und der Jungfrau kann das unauffällige Sternbild Waage gefunden werden. Hoch im Südwesten findet man den Bärenhüter mit dem hellen, orangefarbenen Arktur. Westlich des Bärenhüters steht das schwache Sternbild Haar der Berenice mit dem im Fernglas auffälligen offenen Sternhaufen Melotte 111. Östlich des Bärenhüters erkennt man das markante, kleine Sternbild Nördliche Krone.

    Den Meridian durchschreiten die großen Sternbilder Schlangenträger, die zweigeteilte Schlange und Herkules. In letzterem kann mit dem Fernglas der hellste Kugelsternhaufen des Nordhimmels, M13, aufgefunden werden. Über dem Südosthorizont ist der Schütze erschienen, in dem sich das Zentrum unserer Milchstraße befindet. Leider erreicht dieses Sternbild bei uns stets nur geringe Horizonthöhen und das Milchstraßenzentrum kommt nur so eben über den Horizont und ist daher aufgrund des horizontnahen Dunstes praktisch nicht beobachtbar.

    Weiter östlich gehen gerade die ausgedehnten aber unauffälligen Sternbilder Steinbock und Wassermann auf. Halbhoch im Südosten finden sich das schwache Sternbild Schild und der Adler mit dem hellen Atair. Östlich von Atair erkennt man das kleine aber markante Sternbild Delphin und nördlich von Atair die deutlich unauffälligeren Sternbilder Pfeil und Füchschen. Sehr auffällig sind hingegen das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das große Sternbild Schwan mit dem hellen Deneb, welches auch als Kreuz des Nordens bezeichnet wird. Im Osten bzw. Nordosten gehen gerade die Sternbilder Pegasus und Andromeda auf, die aber erst im Herbst die Blicke auf sich ziehen werden.

    Zwischen Andromeda und Kepheus kann das lichtschwache und kleine Sternbild Eidechse gefunden werden. Tief über dem nördlichen Horizont blinkt ein einsamer hellerer Stern, die Capella im Fuhrmann. Östlich von Capella geht eben der Perseus auf. Das Sternbild Giraffe steht für eine sinnvolle Beobachtung zu tief.

    Die helle Sommermilchstraße steigt im Sternbild Schütze über den Südsüdosthorizont und verläuft dann über Schild (mit der hellen Schildwolke), Adler und Schwan (mit auffälligen Partien) bis in mittlere Horizonthöhen, um anschließend über Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordnordosthorizont abzusinken.

  • Monatsüberblick Juni 2026

    Von:

    Anfang Juni stehen die beiden hellsten Planeten des Abendhimmels – Venus und Jupiter – nahe beieinander. In der Folge sinkt Jupiter stetig dem Horizont entgegen, während die Venus ihre Horizonthöhe nahezu halten kann. Zudem kann der flinke Merkur dicht über dem Nordwesthorizont ausgemacht werden. Am Morgenhimmel findet man den Ringplaneten Saturn und spätestens in der zweiten Monatshälfte auch den roten Mars. Beide sind aber noch nicht auffällig. Die Sternkulisse verändert sich von Frühjahr auf Sommer. Während das Frühlingsdreieck bereits deutlich nach Westen gewandert ist, ist das Sommerdreieck am östlichen Sternhimmel aufgetaucht. Tief im Süden kann der auffällige Antares im Sternbild Skorpion ausgemacht werden. Nahezu über dem Betrachter befindet sich der Große Wagen.✨

    Mond

    08.:      Letztes Viertel (Wassermann)
    15.:      Neumond (Stier)
    15.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:00 MESZ, tief!!!)
    21.:      Erstes Viertel (Jungfrau)
    30.:      Vollmond (Schütze)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    ist ein in der ersten Junihälfte gut erkennbares, danach schwieriges Objekt über dem dämmerigen NW-Horizont. Am 1. Juni sollte der -0.6m helle, flinke Planet am besten gegen 22:15 MESZ beobachtet werden, am 15. Juni ist der 0.4m helle Planet gegen 22:30 MESZ optimal zu sehen und hat die größte östliche Elongation von 24.5° erreicht. Danach werden wohl nur noch Spezialisten Merkur finden (gegen 22:15 MESZ), wobei er am 20. Juni 0.8m und am 25. Juni nur noch 1.4m hell ist, und dem Horizont entgegenstrebt. Am 16. Juni findet man die schmale Mondsichel knapp 2° rechts oberhalb von Merkur. Zwischen dem 20. und 25. Juni steht Jupiter weniger als 5° links oberhalb Merkurs. Am Abend des 9. Juni kann mit viel Glück im Teleskop die Halbphase des dann 7“ großen Scheibchens festgestellt werden. Bis zum 25. Juni wächst das Scheibchen auf 9“ an, der Beleuchtungsgrad geht auf 20% zurück.

    Venus

    ist strahlender Abendstern, wenn auch ihre Horizonthöhen langsam zurückgehen. Der –4.0m helle Planet wandert durch die Sternbilder Zwillinge und Krebs und erreicht zum Monatsende das Sternbild Löwe. Seine Untergänge verlagern sich nur geringfügig von 0:00 MESZ auf 23:45 MESZ. Am 8. Juni passiert Venus den Stern Pollux in 5° südlichem Abstand. Am 9. Juni läuft die Venus 1.6° nördlich an Jupiter vorüber. Und am 17. Juni steht die schmale Mondsichel nur 0.6° von Venus entfernt. Im Teleskop erkennt man, dass das Planetenscheibchen langsam größer wird, bei abnehmendem Beleuchtungsgrad. Während der scheinbare Scheibchendurchmesser von 13.3“ auf 16.0“ anwächst, schrumpft der Beleuchtungsgrad von 80% auf 69%.

    Mars

    kann langsam immer besser in der Morgendämmerung erkannt werden. Ab der Monatsmitte sollte der 1.3m helle Planet von jedem Interessierten gesichtet werden können. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:45 MESZ, am Monatsende gegen 4:00 MESZ. Am Morgen des 13. Juni findet man die Mondsichel 7° links von Mars. Der rote Planet wandert zunächst durch das Sternbild Widder, um am 19. Juni ins Sternbild Stier zu treten. Am 29. Juni passiert er die Plejaden in 3° südlichem Abstand, was auf jeden Fall im Fernglas verfolgt werden kann.

    Jupiter

    beendet seine Sichtbarkeit zum Monatsende. Der –1.8m helle größte Planet des Sonnensystems verlagert seine Untergangszeiten im Monatsverlauf von 0:30 MESZ auf 22:45 MESZ, womit er gegen Monatsende nur noch in der Dämmerung erkennbar ist. Er bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge und passiert Pollux am 4. Juni in 6° südlichem Abstand. Am 9. Juni wird er von Venus in 1.6° nördlichem Abstand überholt; ein hübscher Anblick am frühen Abend. Am Abend des 16. Juni steht die Mondsichel 7° rechts unterhalb des Gasplaneten, am 17. Juni 7° links oberhalb. Teleskopische Beobachtungen gelingen allenfalls noch in den ersten Monatstagen bzw. in der Dämmerung.

    Saturn

    ist am Morgenhimmel sichtbar. Der 0.9m helle Ringplanet bewegt sich durch das Sternbild Fische und steht somit über dem Osthorizont. Er erscheint dort zu Monatsbeginn um 3:15 MESZ, am Monatsende um 1:30 MESZ. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:15 MESZ, am Monatsende gegen 3:00 MESZ. Am Morgen des 10. Juni findet man den Mond 5° oberhalb des Ringplaneten. Teleskopische Beobachtungen sind aufgrund der geringen Horizonthöhen noch schwierig. Der Planet zeigt ein 17“ großes Planetenscheibchen und einen 39×6“ messenden Ring, die um 9° gegen die Sichtlinie zur Erde geneigt ist. Damit ist die Ringnatur wieder gut erkennbar.

    Uranus

    stand Ende Mai in Konjunktion mit der Sonne. Seine Elongationen reichen bis zum Monatsende nicht aus, ihn in der Morgendämmerung sichtbar werden zu lassen.

    Neptun

    taucht um die Monatsmitte am Morgenhimmel auf. Der 7.9m schwache Planet wandert rechtläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Fische. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich Mitte Juni gegen 3:15 MESZ, am Monatsende gegen 2:30 MESZ.

    Der Sternenhimmel

    In den letzten drei Juniwochen endet die astronomische Dämmerung in Karlsruhe nicht. Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) ist die Dämmerung daher nicht abgeschlossen, ja in der zweiten Junihälfte herrscht zu dieser Zeit noch helle Dämmerung, so dass schwächere Objekte entsprechend später beobachtet werden müssen. Aus Gründen der Einheitlichkeit in Bezug auf die übrigen Monate wird der Himmelsanblick aber zu jeweils den gleichen Uhrzeiten dargestellt.

    Der Große Bär, und als Teil desselben der bekannte Große Wagen, hat mit seinem Abstieg begonnen. Während die Wagendeichsel noch zenitnah zu finden ist, sind die Vorderfüße schon halb zum Horizont herabgesunken. Das auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, steht hingegen noch tief im Nordosten, hat aber mit seinem Aufstieg in Richtung Zenit begonnen. Zwischen diesen beiden Sternbildern, und zudem in der fünffachen Verlängerung der vorderen Kastensterne, findet sich genau im Norden der Polarstern. Er ist der hellste Stern des Sternbilds Kleiner Bär, das nun seine größte Höhe erreicht hat. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens findet man das kleine Sternbild Jagdhunde.

    Im Nordwesten gehen eben die Zwillinge – mit den helleren Sternen Castor und Pollux und dem aktuell dort wandernden auffälligen Jupiter – und der Fuhrmann – mit der hellen Capella – unter. Auffällig sind beide Sternbilder nicht mehr. Der westliche Himmelsbereich wird vom Frühlings-Dreieck dominiert, gebildet aus Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau. Während der Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur noch hoch am Himmel und die Jungfrau – mit der bläulichen Spica – ebenfalls noch in bequemer Horizonthöhe steht, scheint es, als ob sich der Löwe zum Sprung auf den Horizont bereit macht. Schon recht horizontnah steht das kleine, aber markante Sternbild Rabe, während das schwache Sternbild Haar der Berenice mit dem im Fernglas auffälligen offenen Sternhaufen Melotte 111 noch in bequemer Höhe zu finden ist.

    Den Meridian passiert eben das nicht sonderlich auffällige Sternbild Waage, darüber der östliche Teil der Schlange und in großer Höhe das markante Sternbild Nördliche Krone.

    Im Südosten ist der Skorpion mit seinem rötlichen Hauptstern Antares horizontnah zu sehen. Östlich und nördlich desselben findet man den riesigen Schlangenträger sowie den westlichen und östlichen Teil des Sternbilds Schlange. Darüber steht das ebenfalls ausgedehnte Sternbild Herkules. Der Osten wird vom Sommer-Dreieck dominiert, welches gebildet wird aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Der Adler ist bereits vollständig aufgegangen, mit dem kleinen aber markanten Sternbild Delphin östlich und den noch kleineren, schwächeren Sternbildern Pfeil und Füchschen nördlich von Atair. Halbhoch im Osten findet man die Sternbilder Leier und Schwan. Oberhalb der Wega kann der Kopf des ausgedehnten Sternbilds Drache gesichtet werden.

    Im Nordosten stehen neben der markanten Kassiopeia das unauffälligere Sternbild Kepheus. Tief im Norden findet man das Sternbild Perseus, welches so horizontnah aber nur schwierig auszumachen ist. Die schwachen Sternbilder Eidechse und Giraffe stehen zu tief für eine sinnvolle Beobachtung. Die Milchstraße erreicht im Juni nur geringe Höhen. Sie steigt vom Südosthorizont (Sternbild Schütze/Schlangenträger) empor und zieht durch die Sternbilder Adler und Schwan (mit auffälligen Partien), um in der Folge über die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordhorizont abzusinken.

  • Monatsüberblick Mai 2026

    Von:

    An den lauen Maiabenden können die beiden hellsten Planeten gesichtet werden: Venus und Jupiter. Venus wird sich in den kommenden Wochen immer mehr Jupiter nähern. In der zweiten Monatshälfte gesellt sich Merkur hinzu, doch steht er tief über dem Nordwesthorizont und ist daher nicht einfach zu erkennen. Das Frühlingsdreieck, gebildet aus den hellen Sternen Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau ist im Mai optimal zu beobachten. Am Morgenhimmel können ab der zweiten Monatshälfte die Planeten Mars und Saturn tief über dem östlichen bzw. nordöstlichen Horizont wieder aufgefunden werden. Noch sind beide aber eher etwas für Spezialisten. ✨

    Mond

    01.:      Vollmond (Waage)
    09.:      Letztes Viertel (Steinbock)
    16.:      Neumond (Widder)
    17.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:15 MESZ)
    23.:      Erstes Viertel (Löwe)
    31.:      Vollmond (Skorpion)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    steht am 14. Mai in unterer Konjunktion mit der Sonne und eilt in den folgenden Tagen rasch ostwärts. Spezialisten können bereits kurz nach dem 20. Mai versuchen, den flinken Planeten in der hellen Dämmerung knapp über dem NW-Horizont auszumachen. Am 22. Mai findet man den –1.4m hellen Planeten um 21:30 MESZ etwa 4° über dem Horizont. Bis zum Monatsende wird er zu einem im Fernglas einfachen Objekt, und kann eventuell sogar mit dem bloßen Auge gesichtet werden. Am 31. Mai kann der –0.6m helle Planet gegen 22:15 MESZ am besten beobachtet werden. Merkur bewegt sich durch das Sternbild Stier, dessen Sterne in der Dämmerung aber kaum erkennbar sind.

    Venus

    erreicht gegen Monatsende die größten Horizonthöhen während dieser Sichtbarkeit. Venus ist das auffälligste Objekt der ersten Nachtstunden und kann bereits in der hellen Dämmerung gut gesehen werden. Der –3.9m helle Planet geht am 1. Mai um 23:15 MESZ unter, am 31. Mai um 0:00 MESZ. Venus bewegt sich zunächst durch das Sternbild Stier und wechselt am 19. Mai in das Sternbild Zwillinge, wobei sie sich Jupiter annähert. Am 3. Mai passiert sie Aldebaran 7° nördlich. Am 18. Mai finden wir die Mondsichel 4° rechts der Venus. Im Teleskop erkennt man ein etwa 12.5“ großes Scheibchen, das zu etwa 85% beleuchtet ist.

    Mars

    kann von Spezialisten mit einem Fernglas eventuell um die Monatsmitte erstmals knapp über dem morgendlichen ONO-Horizont gesichtet werden. Am 15. Mai befindet sich der 1.3m helle rote Planet 5° rechts unterhalb der schmalen Mondsichel. Die Beobachtung sollte gegen 5:15 MESZ durchgeführt werden. Am Monatsende ergibt sich die beste Beobachtungszeit gegen 4:45 MESZ.

    Jupiter

    kann im Mai noch gut beobachtet werden, doch ist er bereits in die Westhälfte des Himmels gewandert. Der –1.9m helle Gasplanet bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge, wobei er sich immer mehr Pollux nähert. Sein Untergang verlagert sich im Monatsverlauf von 2:15 MESZ auf 0:30 MESZ. Somit sollte man bereits kurz nach Dämmerungsende mit teleskopischen Beobachtungen beginnen. Der Mond passiert Jupiter am 20. Mai. Am frühen Abend findet man die Mondsichel 4° links oberhalb des Riesenplaneten. Im Teleskop zeigt der Gasplanet ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Äquatordurchmesser von 35.6“ auf 33.1“ schrumpft. Noch kann Jupiters hochdynamische Atmosphäre mit dem auffälligen Nördlichen und Südlichen Äquatorialband und dem Großen Roten Fleck an dessen Südrand gut beobachtet werden. Mit größeren Instrumenten können zudem weitere Bänder erkannt werden. Von Nacht zu Nacht deutlich wechselnde Konstellationen bieten die vier hellsten Jupitermonde. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten.

    Saturn

    kann ab der zweiten Monatshälfte am Morgenhimmel gesichtet werden. Der 0.9m helle Ringplanet bewegt sich durch eine Randregion des Sternbilds Walfisch, das man südlich des Sternbilds Fische findet, und erscheint somit über dem Osthorizont. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zur Monatsmitte gegen 5:00 MESZ, am Monatsende gegen 4:15 MESZ. Am Morgen des 13. bzw. 14. Mai kann eventuell die schmale Mondsichel beim Auffinden helfen. Diese steht am 13. Mai 9° rechts oberhalb des Ringplaneten am 14. Mai 7° links oberhalb desselben.

    Uranus

    steht am 22. Mai in Konjunktion mit der Sonne und kann daher nicht beobachtet werden.

    Neptun

    stand zwar bereits Ende März in Konjunktion mit der Sonne. Doch aufgrund der flach zum Horizont geneigten Ekliptik reichen die anwachsenden Elongationen auch im Mai noch nicht aus, ihn am Morgenhimmel sichtbar werden zu lassen.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) steht der Große Wagen über unseren Köpfen im Zenit. Er ist der auffälligste Teil des größeren Sternbilds Großer Bär. Unterhalb der Wagendeichsel leuchtet das nur aus zwei Sternen bestehende Sternbild Jagdhunde. In der fünffachen Verlängerung der vorderen Wagensterne stoßen wir auf den Polarstern, der stets genau im Norden steht. Er ist der hellste Stern des Sternbilds Kleiner Bär, das außer dem Polarstern noch zwei hellere Sterne aufweist, die nun fast ihre höchste Stellung erreicht haben. Der Gegenpart des Großen Bären, das Sternbild Kassiopeia oder Himmels-W, steht nun tief über dem Nordhorizont.

    Westlich der Kassiopeia hat das Sternbild Kepheus mit seinem Aufstieg begonnen. Das kleine und schwache Sternbild Eidechse unterhalb des Kepheus ist noch kein Beobachtungsobjekt, das Sternbild Giraffe keines mehr. Zwischen Großem und Kleinem Bär windet sich das Sternbild Drache, dessen auffälliger Kopf in bequemer Höhe zu finden ist.

    Im Nordwesten gehen gerade die Sternbilder Perseus und Fuhrmann unter, im Westen die Sternbilder Zwillinge (mit dem auffälligen Jupiter) und Kleiner Hund. Lediglich deren helle Sterne Capella, Castor und Pollux sowie Procyon fallen noch ins Auge. Während die schwachen Sternbilder Luchs und Kleiner Löwe noch in bequemer Höhe stehen und somit identifiziert werden können, ist der Krebs für sinnvolle Beobachtungen bereits zu weit herabgesunken.

    Die Wasserschlange ist nun ganz aufgegangen. Ihren Kopf finden wir halbhoch im Südwesten, während der Schwanz im Südsüdosten steht. Das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus ist in den Südwesten gewandert, befindet sich aber noch in bequemer Höhe. Deutlich tiefer positioniert sind das schwache Sternbild Becher und das auffälligere Sternbild Rabe.

    Tief im Süden kulminieren die nördlichsten Sterne des Zentauren, welches ein originäres Sternbild des Südhimmels ist. Oberhalb der Sterne der Wasserschlange kulminiert das Sternbild Jungfrau mit der bläulichen Spica, und darüber das schwache Sternbild Haar der Berenice, in welchem der Sternhaufen Melotte 111 mit dem Fernglas gesichtet werden kann.

    Nordöstlich der Jungfrau steht das Sternbild Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur. Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck. Über dem Südosthorizont ist eben das Sternbild Skorpion aufgetaucht und westlich davon kann das wenig auffällige Sternbild Waage ausgemacht werden. Ebenfalls über dem Südosthorizont erhebt sich die riesige Gestalt des Sternbilds Schlangenträger. Vom Sternbild Schlange ist erst der westliche Teil aufgegangen.

    Oberhalb des Schlangenträgers finden wir im Osten das ausgedehnte Sternbild Herkules und zwischen diesem und dem Bärenhüter das markante Sternbild Nördliche Krone. Das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega steht im Nordosten, gefolgt vom gerade aufgegangenen Sternbild Schwan mit Deneb als Hauptstern. Das schwache Sternbild Füchschen steht für eine sinnvolle Identifikation noch zu tief. Im Mai ist die Milchstraße selbst unter einem dunkleren Himmel kaum auszumachen, da sie sich sehr horizontnah vom West- über dem Nord- zum Osthorizont zieht. Ihr Verlauf wird durch die aktuell tief stehenden Sternbilder Zwillinge (Westteil), Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus, Schwan, Adler und Schlangenträger definiert.

  • Komet C/2025 R3 (PANSTARRS)

    Von:

    Für wenige Tage kann der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) noch am Morgenhimmel beobachtet werden. Trotz weiter steigender Helligkeit dürfte er um den 20. April in der helleren Morgendämmerung verschwinden. Der Komet zeigte sich am Morgen des 8. April immerhin 5.5 mag hell, mit einer hochverdichteten, 2′ kleinen Koma. Damit ist er in einem Fernglas nur schwer von einem Stern zu unterscheiden. In kleineren Teleskopen kann zudem ein schwacher Schweif ausgemacht werden. Nachfolgend das Sichtbarkeitsdiagramm und die Aufsuchkarte.

    Weitere Infos können der nachfolgenden Schnellmitteilung entnommen werden:

  • Monatsüberblick April 2026

    Von:

    Im April wechselt die Sternenkulisse vom Winter- zum Frühlingsanblick. Der Himmel östlich des Meridians wird vom Frühlingsdreieck beherrscht, gebildet aus den hellen Sternen Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau. Im Monatsverlauf wird die Venus zu einem auffälligen Objekt über dem westlichen Abendhorizont. Nach deren Untergang domininert Jupiter den Himmel der ersten Nachthälfte. Die übrigen Planeten machen sich rar. Lediglich Uranus kann von erfahrenen Beobachtern noch bis in die letzte Aprilwoche hinein mit dem Fernglas aufgefunden werden. ✨

    Mond

    02.:    Vollmond (Jungfrau)
    10.:    Letztes Viertel (Schütze)
    17.:    Neumond (Fische)
    18.:    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 21:00 MESZ, tief!!!)
    24.:    Erstes Viertel (Krebs)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    erreicht zwar am 4. April eine größte westliche Elongation von knapp 28°, kann aber dennoch nicht am Morgenhimmel gesichtet werden, da die Ekliptik zu flach zum Horizont geneigt ist.

    Venus

    wird im Monatsverlauf zu einem auffälligen Abendhimmelobjekt. Die Untergänge des –3.9m hellen Planeten verspäten sich im Monatsverlauf von 21:45 MESZ auf 23:15 MESZ. Damit befindet sie sich knapp nach Dämmerungsende noch über dem Horizont. Sie wandert anfangs durch das Sternbild Widder, tritt aber am 19. April ins Sternbild Stier. Am 19. April finden wir die Mondsichel – welche die Plejaden knapp nördlich passiert – 7.5° oberhalb der Venus. Am Abend des 23. April passiert der Abendstern den fernen Uranus 0.8° nördlich und die Plejaden 3.5° südlich. Im Teleskop kann man ein noch fast rundes Scheibchen mit einem scheinbaren Durchmesser von 11“ erkennen.

    Mars

    erreicht zum Monatsende eine Sonnenelongation von 24°. Aufgrund der flach zum Horizont liegenden Ekliptik reicht dies jedoch nicht aus, um Mars in der Morgendämmerung erkennen zu können.

    Jupiter

    ist nach dem Untergang der Venus der auffälligste Planet der ersten Nachthälfte. Die Helligkeit des sich rechtläufig im Sternbild Zwillinge bewegenden Planeten geht im Monatsverlauf von –2.2m auf –2.0m zurück.  Jupiter sinkt immer früher unter die Horizontlinie. Zu Monatsbeginn erfolgt der Untergang um 4:00 MESZ, am Monatsende um 2:15 MESZ. Am 22. April finden wir den zunehmenden Halbmond 3° rechts oberhalb von Jupiter. Im Teleskop zeigt der Gasplanet ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Durchmesser von 39.0“ auf 35.6“ schrumpft. Seine hochdynamische Atmosphäre bürgt für viele interessante Beobachtungsstunden. Diese zeigt bereits in kleinen Instrumenten das auffällige Nördliche und Südliche Äquatorialband mit dem Großen Roten Fleck an dessen Südrand. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten.

    Saturn

    stand Ende März in Konjunktion zur Sonne. Bis zum Monatsende wächst seine Elongation auf 32° an. Dies reicht aber aufgrund der flach zum Horizont liegenden Ekliptik nicht aus, den Ringplaneten in der Morgendämmerung sichtbar werden zu lassen.

    Uranus

    verschwindet auch für Spezialisten in der letzten Aprilwoche. Den 5.8m hellen Planeten findet man etwa 5° südlich der Plejaden. Am 19. April befindet sich die Mondsichel 5° rechts oberhalb von Uranus und am Abend des 23. April steht die helle Venus 0.8° rechts des unauffälligen Uranus. Beide Konjunktionen sollten im Fernglas eben noch erkennbar sein. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich in der fortgeschrittenen Dämmerung, am Monatsbeginn gegen 21:30 MESZ und in der letzten Aprilwoche gegen 22:00 MESZ.

    Neptun

    stand Ende März in Konjunktion mit der Sonne. Die Kombination von kleinen Elongationen und flacher Ekliptik lassen Neptun bis zum Monatsende nicht am Morgenhimmel sichtbar werden.

    Meteore

    Vom 15. bis 25. April treten die Lyriden auf. Ihr Radiant verlagert sich während dieses Zeitraums vom östlichen Teil des Sternbilds Herkules in Richtung Leier. Im Maximum, am Abend des 22. April, sollte eine zenitale Stundenrate von 20 erreicht werden. Da am 24. April Erstes Viertel ist, können die Lyriden in der zweiten Nachthälfte ungestört beobachtet werden. Ein dunkler Standort ist dabei von Vorteil.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) finden wir die bekannteste Sternenkonstellation, den Großen Wagen, hoch über unseren Köpfen nahezu im Zenit. Der Große Wagen ist Teil des Sternbilds Großer Bär. Eine Verlängerung der vorderen Kastensterne nach unten führt uns zum Polarstern, der stets exakt im Norden steht. Er stellt den Endpunkt der Deichsel des Kleinen Wagens dar, dem offiziellen Sternbild Kleiner Bär. Dieses hat nun fast seine maximale Höhe erreicht.

    Zwischen Großem und Kleinem Bär windet sich das Sternbild Drache, dessen Kopf nun auffällig im Nordosten steht. Über dem Nordhorizont hat das Sternbild Kepheus eben seine tiefste Stellung passiert. Östlich davon finden wir das trotz seiner geringen Höhe auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt. Und oberhalb der Kassiopeia steht das schwierig zu identifizierende Sternbild Giraffe. Im Nordwesten finden wir in geringer Höhe das Sternbild Perseus und das Sternbild Fuhrmann mit der hellen Capella.

    Die Sternbilder Stier und Orion sind im Westen bereits am Untergehen – nur noch Aldebaran und Beteigeuze fallen auf. In bequemer Höhe stehen noch die Zwillinge mit Castor und Pollux (aufgewertet durch den strahlenden Jupiter), und noch höher das schwache Sternbild Luchs.

    Tief über dem Südwesthorizont kann Sirius eben noch ausgemacht werden. Darüber finden wir das Sternbild Kleiner Hund mit Procyon. Das schwache Sternbild Einhorn dürfte kaum noch erkennbar sein. Halbhoch im Südwesten können wir den Kopf der Wasserschlange ausmachen und darüber das schwache Sternbild Krebs mit seinem Sternhaufen Praesepe.

    Im Süden kulminiert die Wasserschlange, das ausgedehnteste Sternbild des Himmels, dessen Schwanz noch immer nicht aufgegangen ist, während der Kopf bereits im Südwesten steht. Oberhalb der Wasserschlange finden wir den auffälligen Sternenrhombus des Raben sowie die schwachen Sternbilder Becher und Sextant. In großer Höhe steht das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus und darüber das schwache Sternbild Kleiner Löwe.

    Im Südosten geht gerade das Sternbild Waage auf. In bequemer Höhe finden wir in dieser Richtung das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica sowie das Sternbild Bärenhüter mit Arktur. Zwischen Bärenhüter und Löwe ist das schwache Sternbild Haar der Berenice beheimatet, das den im Fernglas auffälligen Sternhaufen Melotte 111 enthält. Südlich der Wagendeichsel kann das kleine Sternbild Jagdhunde erkannt werden. Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck.

    Im Osten gehen gerade die Sternbilder Schlange und Schlangenträger auf, dürften aber nur schwierig auszumachen sein. Dagegen ist der Sternenhalbkreis der Nördlichen Krone östlich des Bärenhüters eine auffällige Sternenkonstellation. Noch recht tiefstehend findet sich östlich davon das ausgedehnte Sternbild Herkules.

    Tief über dem Nordosthorizont finden wir das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das aufgehende Sternbild Schwan mit seinem Hauptstern Deneb.

    Im April verläuft die Milchstraße ziemlich horizontnah vom Südwest- zum Nordosthorizont, so dass es selbst unter einem dunkleren Himmel schwierig ist, sie auszumachen. Sie steigt über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann in bescheidene Höhen auf, um über Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan wieder zum Horizont abzusinken.

  • Monatsüberblick März 2026

    Von:

    Der März wird vom strahlenden Jupiter dominiert, der in großer Höhe unübersehbar am Himmel steht. Wer bereits in der noch hellen Dämmerung nach Westen schaut, kann die noch ziemlich unauffällige Venus dicht über dem Horizont erkennen. Merkur und Mars sind im März unsichtbar, und Saturn verschwindet in der Abenddämmerung. Dafür ziehen in den ersten Nachtstunden noch die Winter-Sternbilder die Blicke auf sich. Allen voran fallen sowohl das Sternbild Orion als auch Sirius, der hellste Fixstern, auf. ✨

    Mond

    03.    Vollmond (Löwe)
    11.    Letztes Viertel (Schlangenträger)
    19.    Neumond (Fische)
    19.    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 19:00 MEZ, tief!!!)
    25.    Erstes Viertel (Zwillinge)
    29.    Mond bedeckt Regulus (Eintritt: 20:21 MESZ, Austritt: 21:31 MESZ)

    Planeten und Kleinplaneten

    Merkur

    steht am 7. März in unterer Konjunktion mit der Sonne. Obwohl er sich danach rasch von dieser entfernt und am Monatsletzten einen Abstand von 28° aufweist, bleibt Merkur in unseren Breiten unsichtbar, da die Ekliptik am Morgenhimmel sehr flach über den Horizont aufsteigt.

    Venus

    macht sich zögernd am Abendhimmel bemerkbar. Den –3.9m hellen Planeten findet man eine viertel Stunde nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont. Er tritt am 2. März ins Sternbild Fische und am 30. März ins Sternbild Widder, doch sind diese Sternbilder in der Dämmerung nicht erkennbar. Der Untergang der Venus erfolgt am 1. März um 19:45 MEZ, am 31. März um 21:45 MESZ. Am 7. März passiert Venus den Planeten Saturn 1.0° nördlich, was aber nur im Fernglas beobachtbar ist. Am Abend des 20. März findet man die Mondsichel 5.5° oberhalb der Venus. Für teleskopische Beobachtungen steht Venus im März zu tief.

    Mars

    entfernt sich zwar langsam von der Sonne, doch reichen die Abstände noch nicht, ihn am Morgenhimmel sichtbar werden zu lassen.

    Jupiter

    ist das dominierende Objekt fast der ganzen Nacht. Er wird am 11. März stationär und bewegt sich anschließend wieder rechtläufig – in Richtung Pollux. Seine Helligkeit geht von –2.4m auf –2.2m zurück. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 5:00 MEZ auf 4:00 MESZ. Am Abend des 26. März finden wir den zunehmenden Halbmond 4.5° links oberhalb des Riesenplaneten. Aufgrund der sehr großen Horizonthöhen ist Jupiter ein ideales Objekt für das Teleskop. Dabei präsentiert er ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Äquatordurchmesser von 42.8“ auf 39.0“ schrumpft. Seine Atmosphäre zeigt das auffällige Nördliche und Südliche Äquatorialband, wobei am Südrand des letzteren der auffällige Große Rote Fleck gefunden werden kann. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten. Spezialisten können sich an dem weiter außen umlaufenden Mond Himalia versuchen, der sich bis zu einem Grad von Jupiter entfernen kann, allerdings nur 15.2m hell ist. Im März findet man ihn fast 1° östlich von Jupiter.

    Saturn

    verschwindet in der ersten Märzwoche vom Abendhimmel, wobei Spezialisten ihn wohl noch ein paar Tage länger verfolgen können. Der 1.0m helle Ringplanet geht am Monatsersten um 19:45 MEZ unter, eine Woche später um 19:15 MEZ, und damit bereits in der hellen Dämmerung. Im Fernglas kann die Konjunktion zwischen Venus und Saturn gesichtet werden, wobei Venus 1.0° nördlich am Ringplaneten vorüberläuft. Venus kann damit für einige Tage eine Aufsuchhilfe sein. Teleskopische Beobachtungen sind nicht mehr möglich. Bereits am 25. März steht Saturn in Konjunktion mit der Sonne.

    Uranus

    ist ein Objekt am Abendhimmel. Der sich rechtläufig durch den Westteil des Sternbilds Stier (etwa 5° südlich der Plejaden) bewegende, 5.8m helle Planet geht zu Monatsbeginn gegen 1:15 MEZ unter, am Monatsletzten bereits um 0:15 MESZ. Etwa eine Stunde zuvor wird er in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Am Abend des 23. und 24. März steht der Mond in der Nähe, allerdings trennen ihn 8° von Uranus. Im Teleskop präsentiert Uranus ein 3.5“ großes, grünliches Scheibchen, das ab etwa 100x erkennbar wird, auf dem aber keine Details auszumachen sind. Mit größeren Instrumenten können die zwei hellsten Monde Titania (14.0m) und Oberon (14.2m) in Abständen von etwa 30“ bzw. 40“ ausgemacht werden.

    Neptun

    steht am 22. März in Konjunktion mit der Sonne und damit unbeobachtbar am Taghimmel.

    (7) Iris

    stand Ende Februar in Opposition zur Sonne. Kleinplanet Nr. 7 bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Sextant, welches sich südlich des Sternbilds Löwe befindet. Die Helligkeit von Iris geht im Monatsverlauf von 8.9m auf 9.7m zurück, so dass ihre Sichtbarkeit in der zweiten Monatshälfte endet. Am besten beobachtet man den Kleinplaneten in den zwei Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn um 0:30 MEZ statt, am Monatsende um 23:00 MESZ.

    (20) Massalia

    kommt am 21. März in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine Maximalhelligkeit von 8.9m. Zu Monatsbeginn ist Kleinplanet Nr. 20 erst 9.5m hell und am Monatsende bereits wieder 9.3m. Massalia bewegt sich rückläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Jungfrau. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich in den zwei Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn um 2:00 MEZ statt, am Monatsende um 0:45 MESZ.

    Der Sternenhimmel

    Zur Standardbeobachtungszeit (23:00 MEZ am Monatsanfang, 22:00 MEZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) steht das Sternbild Großer Bär – mit dem Großen Wagen als bekanntester Sternenkonstellation – hoch über unseren Köpfen. Seinen stellaren Gegenpart, das Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, finden wir hingegen in geringer Höhe über dem Nordwesthorizont. In der fünffachen Verlängerung der vorderen Wagensterne treffen wir auf den Polarstern im Norden, der den Endpunkt der Deichsel des Kleinen Wagens definiert. Offiziell wird diese Sternenkonstellation als Kleiner Bär bezeichnet.

    Nördlich des Zenits finden wir das schwierig zu identifizierende Sternbild Giraffe in größerer Höhe im Nordwesten. Tief im Norden, westlich der Kassiopeia, steht das Sternbild Kepheus in unterer Kulminationsstellung. Im Nordosten steigt das ausgedehnte Sternbild Drache empor, dessen Kopf am auffälligsten ist. Unterhalb der Wagendeichsel findet sich das nur aus zwei Sternen bestehende Sternbild Jagdhunde. Und westlich des Großen Bären kann das schwache Sternbild Luchs in großer Höhe ausgemacht werden.

    Über dem Nordwesthorizont bereiten sich gerade die Sternbilder Andromeda, Dreieck und Widder auf ihren Untergang vor. Noch deutlich höher finden wir das Sternbild Perseus. Im Westen ist das Sternbild Stier mit dem orangefarbenen Aldebaran und den beiden gut erkennbaren Sternhaufen Hyaden (um Aldebaran) und Plejaden (rechts von Aldebaran) schon deutlich herabgesunken. Hingegen steht der Fuhrmann mit der hellen Capella noch in bequemer Höhe.

    Das Wintersechseck, zusammengesetzt aus den Sternen Capella, Pollux, Procyon, Sirius, Rigel und Aldebaran, ist nun vollständig nach Südwesten gerückt. Das Sternbild Orion hat sich schon deutlich dem Horizont genähert. Ebenso der Stier und das Sternbild Großer Hund mit dem hellsten Stern des Himmels, Sirius. Die Sternbilder Hase und Achterdeck befinden sich bereits im Untergang. Hingegen sind die Sternbilder Fuhrmann mit der hellen Capella, Sternbild Zwillinge (in dem sich aktuell der strahlende Jupiter aufhält) mit den hellen Sternen Castor und Pollux sowie der Kleine Hund mit Procyon noch in größerer Höhe zu finden. Zwischen Kleinem und Großem Hund ist das schwache Sternbild Einhorn positioniert.

    Tief im Süden kulminiert das Sternbild Schiffkompass. Höher finden wir den Kopf des ausgedehnten Sternbilds Wasserschlange und über diesem das sehr unauffällige Sternbild Krebs, in welchem der Sternhaufen Praesepe unter gutem Himmel mit dem bloßen Auge erkannt werden kann.

    Im Südosten sind die Sternbilder Becher und Rabe aufgegangen, die beide noch sehr unauffällig sind. Deutlich höher finden wir das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus und über diesem das schwierige Sternbild Kleiner Löwe. Östlich des Löwen kann unter dunklem Himmel das Sternbild Haar der Berenice mit seinem mit bloßem Auge erkennbaren Sternhaufen Melotte 111 ausgemacht werden. Noch horizontnah finden wir das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica.

    Im Osten ist das große Sternbild Bärenhüter nun vollständig aufgegangen; sein Hauptstern Arktur leuchtet erkennbar orange. Unterhalb finden wir das markante Sternbild Nördliche Krone, das aber aufgrund der geringen Horizonthöhe noch nicht auffällt. Dies gilt auch für das über dem Nordosthorizont aufgehende Sternbild Herkules. Tief im Nordnordosten leuchtet die Wega, Hauptstern des Sternbilds Leier.

    Die Sterne Regulus, Spica und Arktur bilden das sogenannte Frühlingsdreieck, ein Pendant zum Wintersechseck bzw. Sommerdreieck. Die Milchstraße ist im März unauffällig, da sie nur mäßige Horizonthöhen erreicht. Sie tritt im Südsüdwesten über den Horizont (Sternbild Achterdeck) und zieht sich dann über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann, wo sie ihre maximale Höhe erreicht. Im weiteren Verlauf sinkt sie über die Sternbilder Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Nordhorizont hinab.