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Anfang Juni stehen die beiden hellsten Planeten des Abendhimmels – Venus und Jupiter – nahe beieinander. In der Folge sinkt Jupiter stetig dem Horizont entgegen, während die Venus ihre Horizonthöhe nahezu halten kann. Zudem kann der flinke Merkur dicht über dem Nordwesthorizont ausgemacht werden. Am Morgenhimmel findet man den Ringplaneten Saturn und spätestens in der zweiten Monatshälfte auch den roten Mars. Beide sind aber noch nicht auffällig. Die Sternkulisse verändert sich von Frühjahr auf Sommer. Während das Frühlingsdreieck bereits deutlich nach Westen gewandert ist, ist das Sommerdreieck am östlichen Sternhimmel aufgetaucht. Tief im Süden kann der auffällige Antares im Sternbild Skorpion ausgemacht werden. Nahezu über dem Betrachter befindet sich der Große Wagen.✨
Mond
08.: Letztes Viertel (Wassermann)
15.: Neumond (Stier)
15.: Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:00 MESZ, tief!!!)
21.: Erstes Viertel (Jungfrau)
30.: Vollmond (Schütze)
Planeten und Kleinplaneten
Merkur
ist ein in der ersten Junihälfte gut erkennbares, danach schwieriges Objekt über dem dämmerigen NW-Horizont. Am 1. Juni sollte der -0.6m helle, flinke Planet am besten gegen 22:15 MESZ beobachtet werden, am 15. Juni ist der 0.4m helle Planet gegen 22:30 MESZ optimal zu sehen und hat die größte östliche Elongation von 24.5° erreicht. Danach werden wohl nur noch Spezialisten Merkur finden (gegen 22:15 MESZ), wobei er am 20. Juni 0.8m und am 25. Juni nur noch 1.4m hell ist, und dem Horizont entgegenstrebt. Am 16. Juni findet man die schmale Mondsichel knapp 2° rechts oberhalb von Merkur. Zwischen dem 20. und 25. Juni steht Jupiter weniger als 5° links oberhalb Merkurs. Am Abend des 9. Juni kann mit viel Glück im Teleskop die Halbphase des dann 7“ großen Scheibchens festgestellt werden. Bis zum 25. Juni wächst das Scheibchen auf 9“ an, der Beleuchtungsgrad geht auf 20% zurück.



Venus
ist strahlender Abendstern, wenn auch ihre Horizonthöhen langsam zurückgehen. Der –4.0m helle Planet wandert durch die Sternbilder Zwillinge und Krebs und erreicht zum Monatsende das Sternbild Löwe. Seine Untergänge verlagern sich nur geringfügig von 0:00 MESZ auf 23:45 MESZ. Am 8. Juni passiert Venus den Stern Pollux in 5° südlichem Abstand. Am 9. Juni läuft die Venus 1.6° nördlich an Jupiter vorüber. Und am 17. Juni steht die schmale Mondsichel nur 0.6° von Venus entfernt. Im Teleskop erkennt man, dass das Planetenscheibchen langsam größer wird, bei abnehmendem Beleuchtungsgrad. Während der scheinbare Scheibchendurchmesser von 13.3“ auf 16.0“ anwächst, schrumpft der Beleuchtungsgrad von 80% auf 69%.



Mars
kann langsam immer besser in der Morgendämmerung erkannt werden. Ab der Monatsmitte sollte der 1.3m helle Planet von jedem Interessierten gesichtet werden können. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:45 MESZ, am Monatsende gegen 4:00 MESZ. Am Morgen des 13. Juni findet man die Mondsichel 7° links von Mars. Der rote Planet wandert zunächst durch das Sternbild Widder, um am 19. Juni ins Sternbild Stier zu treten. Am 29. Juni passiert er die Plejaden in 3° südlichem Abstand, was auf jeden Fall im Fernglas verfolgt werden kann.


Jupiter
beendet seine Sichtbarkeit zum Monatsende. Der –1.8m helle größte Planet des Sonnensystems verlagert seine Untergangszeiten im Monatsverlauf von 0:30 MESZ auf 22:45 MESZ, womit er gegen Monatsende nur noch in der Dämmerung erkennbar ist. Er bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge und passiert Pollux am 4. Juni in 6° südlichem Abstand. Am 9. Juni wird er von Venus in 1.6° nördlichem Abstand überholt; ein hübscher Anblick am frühen Abend. Am Abend des 16. Juni steht die Mondsichel 7° rechts unterhalb des Gasplaneten, am 17. Juni 7° links oberhalb. Teleskopische Beobachtungen gelingen allenfalls noch in den ersten Monatstagen bzw. in der Dämmerung.



Saturn
ist am Morgenhimmel sichtbar. Der 0.9m helle Ringplanet bewegt sich durch das Sternbild Fische und steht somit über dem Osthorizont. Er erscheint dort zu Monatsbeginn um 3:15 MESZ, am Monatsende um 1:30 MESZ. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich zu Monatsbeginn gegen 4:15 MESZ, am Monatsende gegen 3:00 MESZ. Am Morgen des 13. Juni findet man den Mond 5° oberhalb des Ringplaneten. Teleskopische Beobachtungen sind aufgrund der geringen Horizonthöhen noch schwierig. Der Planet zeigt ein 17“ großes Planetenscheibchen und einen 39×6“ messenden Ring, die um 9° gegen die Sichtlinie zur Erde geneigt ist. Damit ist die Ringnatur wieder gut erkennbar.

Uranus
stand Ende Mai in Konjunktion mit der Sonne. Seine Elongationen reichen bis zum Monatsende nicht aus, ihn in der Morgendämmerung sichtbar werden zu lassen.
Neptun
taucht um die Monatsmitte am Morgenhimmel auf. Der 7.9m schwache Planet wandert rechtläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Fische. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich Mitte Juni gegen 3:15 MESZ, am Monatsende gegen 2:30 MESZ.

Der Sternenhimmel


In den letzten drei Juniwochen endet die astronomische Dämmerung in Karlsruhe nicht. Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) ist die Dämmerung daher nicht abgeschlossen, ja in der zweiten Junihälfte herrscht zu dieser Zeit noch helle Dämmerung, so dass schwächere Objekte entsprechend später beobachtet werden müssen. Aus Gründen der Einheitlichkeit in Bezug auf die übrigen Monate wird der Himmelsanblick aber zu jeweils den gleichen Uhrzeiten dargestellt.
Der Große Bär, und als Teil desselben der bekannte Große Wagen, hat mit seinem Abstieg begonnen. Während die Wagendeichsel noch zenitnah zu finden ist, sind die Vorderfüße schon halb zum Horizont herabgesunken. Das auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, steht hingegen noch tief im Nordosten, hat aber mit seinem Aufstieg in Richtung Zenit begonnen. Zwischen diesen beiden Sternbildern, und zudem in der fünffachen Verlängerung der vorderen Kastensterne, findet sich genau im Norden der Polarstern. Er ist der hellste Stern des Sternbilds Kleiner Bär, das nun seine größte Höhe erreicht hat. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens findet man das kleine Sternbild Jagdhunde.
Im Nordwesten gehen eben die Zwillinge – mit den helleren Sternen Castor und Pollux und dem aktuell dort wandernden auffälligen Jupiter – und der Fuhrmann – mit der hellen Capella – unter. Auffällig sind beide Sternbilder nicht mehr. Der westliche Himmelsbereich wird vom Frühlings-Dreieck dominiert, gebildet aus Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau. Während der Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur noch hoch am Himmel und die Jungfrau – mit der bläulichen Spica – ebenfalls noch in bequemer Horizonthöhe steht, scheint es, als ob sich der Löwe zum Sprung auf den Horizont bereit macht. Schon recht horizontnah steht das kleine, aber markante Sternbild Rabe, während das schwache Sternbild Haar der Berenice mit dem im Fernglas auffälligen offenen Sternhaufen Melotte 111 noch in bequemer Höhe zu finden ist.
Den Meridian passiert eben das nicht sonderlich auffällige Sternbild Waage, darüber der östliche Teil der Schlange und in großer Höhe das markante Sternbild Nördliche Krone.
Im Südosten ist der Skorpion mit seinem rötlichen Hauptstern Antares horizontnah zu sehen. Östlich und nördlich desselben findet man den riesigen Schlangenträger sowie den westlichen und östlichen Teil des Sternbilds Schlange. Darüber steht das ebenfalls ausgedehnte Sternbild Herkules. Der Osten wird vom Sommer-Dreieck dominiert, welches gebildet wird aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Der Adler ist bereits vollständig aufgegangen, mit dem kleinen aber markanten Sternbild Delphin östlich und den noch kleineren, schwächeren Sternbildern Pfeil und Füchschen nördlich von Atair. Halbhoch im Osten findet man die Sternbilder Leier und Schwan. Oberhalb der Wega kann der Kopf des ausgedehnten Sternbilds Drache gesichtet werden.
Im Nordosten stehen neben der markanten Kassiopeia das unauffälligere Sternbild Kepheus. Tief im Norden findet man das Sternbild Perseus, welches so horizontnah aber nur schwierig auszumachen ist. Die schwachen Sternbilder Eidechse und Giraffe stehen zu tief für eine sinnvolle Beobachtung. Die Milchstraße erreicht im Juni nur geringe Höhen. Sie steigt vom Südosthorizont (Sternbild Schütze/Schlangenträger) empor und zieht durch die Sternbilder Adler und Schwan (mit auffälligen Partien), um in der Folge über die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordhorizont abzusinken.
