Monatsüberblick August 2026

Von:

Der astronomische Höhepunkt dieses Monats wird die Sonnenfinsternis am 12. August sein. Die Sonne wird in Karlsruhe zu fast 90% bedeckt werden, womit ihr Licht für etwa eine halbe Stunde ungewöhnlich fahl erscheinen wird. Aber Achtung: nie ohne offizielle Sonnenfinsternisbrille direkt in die Sonne schauen! Und Sonnenfinsternisbrillen nie vor einem Fernglas oder Teleskop befestigen. Dafür sind diese nicht gedacht. Schwere Augenschäden bis zur Erblindung können die Folge sein!!! In der darauffolgenden Nacht kann das Maximum der Perseiden bei besten Bedingungen (mondlose Nacht!) beobachtet werden. Allerdings sollte man die Sternschnuppen von einem dunklen Standort aus verfolgen. Am 28. August ereignet sich darüberhinaus eine Mondfinsternis am Morgenhimmel, bei der der Mond fast total verfinstert wird. Am Abendhimmel ist nur noch die Venus vertreten. Mars, ab der zweiten Augusthälfte Jupiter und Saturn, findet man hingegen am Morgenhimmel. Das Sommerdreieck, gebildet aus den Sternen Wega, Deneb und Atair, dominiert den Nachthimmel.✨

Sonnenfinsternis

Diese Sonnenfinsternis ist in einem etwa 200 km breiten Streifen, der sich von der Nordküste Sibiriens über Grönland, Island und das nordöstliche Spanien zieht, für maximal 2m18s total. Von Karlsruhe aus wird sie sich als tiefe partielle Finsternis am Abendhimmel präsentieren. Die Sonnenfinsternis beginnt für Karlsruhe um 19:22 MESZ (Sonnenhöhe: 13°), wobei der Mond über die westliche Sonnenseite eintritt. Die maximale Phase (Bedeckungsgrad: 89.2%) wird um 20:15 MESZ (Sonnenhöhe: 4.5°) erreicht. Etwa eine viertel Stunde zuvor wird sich ein fahles Tageslicht einstellen, in welchem alle Gegenstände scharfgezeichnete Schatten werfen. Um 20:47 MESZ geht die Sonne, noch immer zu 27% verfinstert, unter.

Achtung: Nur mit einer offiziellen Sonnenfinsternisbrille in die Sonne schauen (nicht mit Sonnenbrille, Schweißerbrille, CD o.ä.)! Zudem darf eine Sonnenfinsternisbrille nicht vor ein Fernglas oder Teleskop befestigt werden, hierfür sind diese nicht gedacht. Schwere Augenschäden bis zur völligen Erblindung drohen, sofern diese Regeln nicht beachtet werden!!!

Sonnenfinsternis zum Zeitpunkt der maximalen Bedeckung

Mondfinsternis

Von Karlsruhe aus kann die erste Hälfte dieser Mondfinsternis beobachtet werden. Allerdings wird die zunehmende Dämmerung verhindern, dass diese Finsternis zu einem ganz besonderen Ereignis wird. Der nicht beobachtbare Eintritt in den Halbschatten erfolgt um 3:22 MESZ. Etwa eine halbe Stunde später kann man am nordöstlichen Mondrand einen hellen Grauton erkennen. Um 4:34 MESZ (Mondhöhe: 17°) kann von Karlsruhe aus der Eintritt des Mondes in den Kernschatten beobachtet werden. In den folgenden 1 ¾ Stunden verfinstert der Kernschatten einen immer größeren Teil der Mondscheibe, doch sinkt der Mond gleichzeitig dem Horizont entgegen, und zudem beginnt gegen 4:45 MESZ die Dämmerung. Die maximale Verfinsterung (96% der Mondscheibe sind bedeckt) wird um 6:13 MESZ erreicht. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond nur noch 4° über dem Horizont und die Sonne gleichzeitig 4° unter dem Horizont. Somit wird es schwierig, den verfinsterten Mond in der hellen Dämmerung knapp über dem Horizont auszumachen. Der Untergang des verfinsterten Mondes erfolgt um 6:41 MESZ, während zur gleichen Zeit die Sonne aufgeht.

Maximale Phase der Mondfinsternis

Mond

06.:      Letztes Viertel (Widder)
12.:      Neumond (Löwe)
15.:      Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 21:15 MESZ, tief!!!)
20.:      Erstes Viertel (Waage)
28.:      Vollmond (Wassermann)

Planeten und Kleinplaneten

Merkur

kann in der ersten Augusthälfte am Morgenhimmel tief über dem ONO-Horizont beobachtet werden. Allerdings handelt es sich um keine günstige Sichtbarkeit. Am 1. August kann der 0.3m helle Planet gegen 5:00 MESZ am besten gesichtet werden. Am folgenden Morgen wird mit 19.5° bereits die größte westliche Elongation erreicht. Am 7. August ist Merkur schon –0.6m hell. Die schmale Mondsichel findet man am Morgen des 11. August 5° oberhalb des –0.9m hellen Merkur, der sich etwa senkrecht unterhalb von Pollux befindet. Am 15. August schließlich passiert der dann –1.2m helle Merkur Jupiter 0.6° nördlich – eine gegen 5:30 MEZ im Fernglas sicher hübsche Konstellation. Spezialisten können den dann –1.5m hellen Merkur eventuell noch bis zum 20. August weiterverfolgen, bevor er in der hellen Dämmerung verschwindet. Am 27. August steht Merkur in oberer Konjunktion mit der Sonne. Für sinnvolle teleskopische Beobachtung erreicht Merkur bei dieser Sichtbarkeit nicht die hierfür erforderlichen Horizonthöhen.

Venus

sinkt immer stärker dem Horizont entgegen, obwohl sie am 15. August die größte östliche Elongation mit fast 46° erreicht. Dass sich ihre Sichtbarkeit stark verkürzt liegt zum einen daran, dass sie auf ihrem Weg durch das Sternbild Jungfrau stetig nach Süden läuft und zum anderen an dem immer flacheren Winkel, den die Ekliptik mit dem Abendhorizont bildet. Sinkt Venus am 1. August um 22:30 MESZ unter die Horizontlinie, geht sie am 31. August bereits um 21:00 MESZ, und somit in der Dämmerung unter. Ihre Helligkeit nimmt hingegen von –4.3m auf –4.6m zu. Am 16. August findet man die Mondsichel 7° links der Venus. Zum Monatsende hin nähert sich Venus der Spica, dem Hauptstern des Sternbilds Jungfrau. Im Teleskop wird das Venusscheibchen zur Sichel. Während der scheinbare Durchmesser von 21.0“ auf 30.1“ deutlich anwächst, nimmt der Beleuchtungsgrad von 56% auf 39% ab. Ab der zweiten Monatshälfte wird es allerdings schwierig, Venus teleskopisch zu beobachten. Am besten prägt man sich die Position über dem Horizont ein und versucht an einem der nächsten Abende, Venus gleich nach Sonnenuntergang mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas wieder zu finden, um sie gleich im Anschluss daran im Teleskop einzustellen.

Mars

ist ein gut auszumachender Planet der zweiten Nachthälfte. Der 1.3m helle rote Planet verlagert seine Aufgänge im Monatsverlauf von 2:00 MESZ auf 1:30 MESZ. Er bewegt sich rechtläufig durch den östlichen Teil des Sternbilds Stier und tritt am 12. August ins Sternbild Zwillinge. Die Mondsichel befindet sich am Morgen des 9. August 4° links oberhalb von Mars. Das Marsscheibchen erreicht am Monatsende einen scheinbaren Durchmesser von 5“ – zu klein, um Details ausmachen zu können.

Jupiter

stand Ende Juli in Konjunktion mit der Sonne. Da die morgendliche Ekliptik recht steil zum Horizont steht, taucht der größte Planet des Sonnensystems bereits in den Tagen um den 10. August in der Dämmerung auf. Der –1.8m helle Planet kann in jenen Tagen gegen 5:45 MESZ tief über dem Nordosthorizont ausgemacht werden, etwa 7° unterhalb von Merkur. Bis zum 31. August haben sich seine Aufgänge auf 4:15 MESZ verfrüht und der sich im Sternbild Krebs bewegende Planet ist zu einem auffälligen Objekt geworden. Am 15. August wird Jupiter von Merkur in 0.6° nördlichem Abstand passiert.

Saturn

bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Fische und nähert sich seiner Opposition. Seine Helligkeit steigt leicht auf 0.5m an. Seine Aufgänge verlagern sich während des Monats von 23:15 MESZ auf 21:15 MESZ. Vom abnehmenden Mond erhält er im August gleich zweimal Besuch. Am Morgen des 4. August findet man den Mond 6.5° links oberhalb, und am Morgen des 31. August 6° rechts oberhalb des Ringplaneten. Im Teleskop präsentiert Saturn ein 19“ großes Planetenscheibchen, auf dem aber wohl nur das Nördliche und Südliche Äquatorband schwach erkennbar sein dürften. Der Ring misst 44×6“ und ist 8° gegen die Sichtlinie zum Betrachter geneigt. Damit sollte die Cassini-Teilung wieder zu erkennen sein. In kleineren Instrumenten sind im August die helleren Monde (in der Reihenfolge zunehmender Distanz vom Ring) Tethys (10.2m), Dione (10.4m), Rhea (9.7m) und Titan (8.3m) sichtbar. Der Mond Japetus weist uns im August seine dunkle Seite zu und ist somit ein schwieriges, nur etwa 11.5m helles Objekt östlich von Saturn.

Mond und Saturn am Morgen des 4. August
Mond und Saturn am Morgen des 31. August

Uranus

ist zu einem im Fernglas gut sichtbaren Objekt der zweiten Nachthälfte geworden. Der 5.7m helle Planet bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Stier, nicht allzu weit von den Plejaden entfernt. Seine Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 1:00 MESZ auf 23:00 MESZ. Etwa eine Stunde später kann er im Fernglas gut erkannt werden. Der abnehmende Mond passiert Uranus am 7. August, doch beträgt die Distanz über 8°. Im Teleskop präsentiert Uranus ein grünliches, 3.6“ großes Scheibchen, auf dem keinerlei Details erkennbar sind. In größeren Instrumenten können die beiden hellsten Monde Titania (in 30“ Distanz / 13.9m) und Oberon (40“ / 14.1m) aufgefunden werden.

Neptun

kann in einem Fernglas leidlich gut erkannt werden. Der 7.8m helle Planet bewegt sich rückläufig durch den Westteil des Sternbilds Fische. Seine Aufgänge verlagern sich im Monatsverlauf von 23:00 MESZ auf 21:00 MESZ. Etwa zwei Stunden später kann Neptun optimal beobachtet werden. Am Morgen des 3. und des 30. August befindet sich der schon recht volle Mond nur 4-5° von Neptun entfernt und dürfte eine Beobachtung stark erschweren. Im Teleskop kann ab etwa 200x das 2.3“ kleine Scheibchen erkannt werden. Mit größeren Instrumenten kann zudem der 13.5m helle Mond Triton etwa 15“ von Neptun entfernt ausgemacht werden.

Pluto

stand Ende Juli in Opposition zur Sonne und kann somit optimal beobachtet werden. Allerdings ist der berühmteste Zwergplanet ein schwieriges Objekt selbst in einem großen Instrument. Zum einen ist er lediglich 14.4m hell, zum anderen befindet er sich im Sternbild Steinbock, womit er nur geringe Horizonthöhen erreicht. Daher hat man nur in den zwei Stunden um die Kulmination eine Chance, ihn mit Aussicht auf Erfolg zu finden. Diese erfolgt zu Monatsbeginn erst um 1:15 MESZ, am Monatsende aber bereits um 23:15 MESZ. Die drei Aufsuchkarten sollen bei der Identifikation behilflich sein.

(4) Vesta

kann mit dem Fernglas, nicht allzu weit von Saturn entfernt, am Morgenhimmel aufgefunden werden. Sie bewegt sich durch das Sternbild Walfisch, zunächst rechtläufig, ab dem 28. August rückläufig. Ihre Helligkeit steigt im August von 7.5m auf 7.0m an. Im Fernglas kann der Kleinplanet Nr. 4 ab etwa 1:00 MESZ am Südosthimmel beobachtet werden.

Meteore

Die Perseiden sind der bekannteste Meteorstrom des Jahres, da sie zum einen recht viele Meteore erzeugen, zum anderen in lauen Sommernächten beobachtet werden können. Sie erreichen ihr diesjähriges Maximum in den Morgenstunden des 13. August. Da am 12. August Neumond ist lässt sich das Perseidenmaximum in diesem Jahr optimal beobachten! Die Perseiden weisen ein asymmetrisches, relativ spitzes Maximum auf. Ihre Zahl nimmt vor dem Perihel langsamer zu als sie danach abnimmt. Während des Maximums wird eine zenitale Stundenrate von bis zu 100 Meteoren erreicht, wobei der Anteil an helleren Exemplaren recht groß ist. Die zenitale Stundenrate kann allerdings nur unter idealen Himmelsbedingungen mit dem Radianten im Zenit tatsächlich beobachtet werden. Beobachtungen sollten generell von dunklen Standorten aus erfolgen. Die Anzahl der sichtbaren Meteore nimmt generell gegen Morgen merklich zu. Die Perseiden bewegen sich entgegen der Umlaufsrichtung der Erde, treffen diese somit frontal, so dass sie hohe Relativgeschwindigkeiten aufweisen und daher sehr rasch über den Himmel ziehen. Verlängert man die Meteorspuren insgesamt, so scheinen sie aus einer Region (dem Radianten) im Sternbild Perseus, nahe der Grenze zum Sternbild Kassiopeia zu kommen.

Der Sternenhimmel

Im August ist zu den Standard-Beobachtungszeiten (24:00 MESZ zu Monatsbeginn, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) die astronomische Dämmerung bereits beendet und somit der Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht beobachtbar.

Der Große Bär mit dem Großen Wagen sinkt im Nordwesten stetig tiefer. Die Kassiopeia, das Himmels-W, ist halbhoch im Nordosten zu erkennen und strebt zunehmend dem Zenit entgegen. Zwischen diesen beiden Sternbildern findet man das Sternbild Kleiner Bär, auch Kleiner Wagen genannt, mit dem Polarstern. Dieser weist eine konstante Höhe auf, die der geographischen Breite des Beobachtungsortes entspricht. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens findet man das kleine Sternbild Jagdhunde.

Halbhoch im Westen steht der Bärenhüter mit dem orangefarbenen Arktur, dem letzten noch sichtbaren Stern des Frühlings-Dreiecks. Das lichtschwache Sternbild Haar der Berenice ist kaum mehr auszumachen. Östlich des Bärenhüters folgt das kleine, aber markante Sternbild Nördliche Krone. Im Südwesten sinken die Sternbilder Waage und Skorpion – mit dem rötlichen Antares – unter den Horizont. Oberhalb des Skorpions finden wir den Schlangenträger und das zweigeteilte Sternbild Schlange. Oberhalb des Schlangenträgers, und damit in großer Höhe, befindet sich der Herkules.

Der Schütze passiert eben den Meridian. Darüber findet man das schwierig aufzufindende Sternbild Schild, den gut erkennbaren Adler mit dem hellen Atair und – zenitnah – die Leier mit der hellen Wega. Ebenfalls zenitnah spannt der große Schwan mit dem auffälligen Deneb seine Schwingen aus. Dieses Sternbild wird auch als Kreuz des Nordens bezeichnet. Die Sterne Wega, Deneb und Atair definieren das Sommer-Dreieck, das nun fast optimal positioniert ist.

Östlich von Atair findet man das kleine aber markante Sternbild Delphin, und unterhalb desselben das schwache Sternbild Füllen. Nördlich von Atair stehen der kleine Pfeil und das schwierig zu identifizierende Sternbild Füchschen. Im Südosten stehen ziemlich tief die ausgedehnten, aber an helleren Sternen armen Sternbilder Steinbock und Wassermann. Östlich des Wassermanns geht gerade das lichtschwache Sternbild Fische auf, aktuell aufgewertet durch den Ringplaneten Saturn. Oberhalb der Fische sind das große Sternbild Pegasus und die direkt anschließende Sternenkette der Andromeda zu erkennen. Am Ende der kurzen, nach Norden weisenden Sternenkette innerhalb der Andromeda finden wir den berühmten Andromedanebel, unsere Nachbargalaxie. Unterhalb der Andromeda sind das Sternbild Dreieck und der Widder aufgegangen.

Östlich der Andromeda steigen langsam die Sternbilder Perseus und Fuhrmann – mit der hellen Capella – hoch, sind aber noch nicht auffällig. Auch das lichtschwache Sternbild Giraffe ist aufgrund der geringen Höhe kaum auszumachen. Zwischen Kassiopeia und Schwan findet man den Kepheus und oberhalb der Wega den Kopf des Sternbilds Drachen, der sich um den Polarstern schlängelt. Zwischen Andromeda und Kepheus kann das kleine Sternbild Eidechse gesichtet werden.

Die Sommermilchstraße steigt im Sternbild Schütze (in dem das Zentrum lokalisiert ist) über den Südsüdwesthorizont und verläuft dann über Schild (mit der hellen Schildwolke), Adler und Schwan (mit auffälligen Partien) bis fast zum Zenit, um danach über Kepheus, Kassiopeia und Perseus dem Nordosthorizont entgegenzustreben.


Teilen Sie diesen Beitrag…