Monatsüberblick April 2026

Im April wechselt die Sternenkulisse vom Winter- zum Frühlingsanblick. Der Himmel östlich des Meridians wird vom Frühlingsdreieck beherrscht, gebildet aus den hellen Sternen Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau. Im Monatsverlauf wird die Venus zu einem auffälligen Objekt über dem westlichen Abendhorizont. Nach deren Untergang domininert Jupiter den Himmel der ersten Nachthälfte. Die übrigen Planeten machen sich rar. Lediglich Uranus kann von erfahrenen Beobachtern noch bis in die letzte Aprilwoche hinein mit dem Fernglas aufgefunden werden. ✨

Mond

02.:    Vollmond (Jungfrau)

10.:    Letztes Viertel (Schütze)

17.:    Neumond (Fische)

18.:    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 21:00 MESZ, tief!!!)

24.:    Erstes Viertel (Krebs)

Planeten und Kleinplaneten

Merkur

erreicht zwar am 4. April eine größte westliche Elongation von knapp 28°, kann aber dennoch nicht am Morgenhimmel gesichtet werden, da die Ekliptik zu flach zum Horizont geneigt ist.

Venus

wird im Monatsverlauf zu einem auffälligen Abendhimmelobjekt. Die Untergänge des –3.9m hellen Planeten verspäten sich im Monatsverlauf von 21:45 MESZ auf 23:15 MESZ. Damit befindet sie sich knapp nach Dämmerungsende noch über dem Horizont. Sie wandert anfangs durch das Sternbild Widder, tritt aber am 19. April ins Sternbild Stier. Am 19. April finden wir die Mondsichel – welche die Plejaden knapp nördlich passiert – 7.5° oberhalb der Venus. Am Abend des 23. April passiert der Abendstern den fernen Uranus 0.8° nördlich und die Plejaden 3.5° südlich. Im Teleskop kann man ein noch fast rundes Scheibchen mit einem scheinbaren Durchmesser von 11“ erkennen.

Mars

erreicht zum Monatsende eine Sonnenelongation von 24°. Aufgrund der flach zum Horizont liegenden Ekliptik reicht dies jedoch nicht aus, um Mars in der Morgendämmerung erkennen zu können.

Jupiter

ist nach dem Untergang der Venus der auffälligste Planet der ersten Nachthälfte. Die Helligkeit des sich rechtläufig im Sternbild Zwillinge bewegenden Planeten geht im Monatsverlauf von –2.2m auf –2.0m zurück.  Jupiter sinkt immer früher unter die Horizontlinie. Zu Monatsbeginn erfolgt der Untergang um 4:00 MESZ, am Monatsende um 2:15 MESZ. Am 22. April finden wir den zunehmenden Halbmond 3° rechts oberhalb von Jupiter. Im Teleskop zeigt der Gasplanet ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Durchmesser von 39.0“ auf 35.6“ schrumpft. Seine hochdynamische Atmosphäre bürgt für viele interessante Beobachtungsstunden. Diese zeigt bereits in kleinen Instrumenten das auffällige Nördliche und Südliche Äquatorialband mit dem Großen Roten Fleck an dessen Südrand. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten.

Saturn

stand Ende März in Konjunktion zur Sonne. Bis zum Monatsende wächst seine Elongation auf 32° an. Dies reicht aber aufgrund der flach zum Horizont liegenden Ekliptik nicht aus, den Ringplaneten in der Morgendämmerung sichtbar werden zu lassen.

Uranus

verschwindet auch für Spezialisten in der letzten Aprilwoche. Den 5.8m hellen Planeten findet man etwa 5° südlich der Plejaden. Am 19. April befindet sich die Mondsichel 5° rechts oberhalb von Uranus und am Abend des 23. April steht die helle Venus 0.8° rechts des unauffälligen Uranus. Beide Konjunktionen sollten im Fernglas eben noch erkennbar sein. Die beste Beobachtungszeit ergibt sich in der fortgeschrittenen Dämmerung, am Monatsbeginn gegen 21:30 MESZ und in der letzten Aprilwoche gegen 22:00 MESZ.

Neptun

stand Ende März in Konjunktion mit der Sonne. Die Kombination von kleinen Elongationen und flacher Ekliptik lassen Neptun bis zum Monatsende nicht am Morgenhimmel sichtbar werden.

Meteore

Vom 15. bis 25. April treten die Lyriden auf. Ihr Radiant verlagert sich während dieses Zeitraums vom östlichen Teil des Sternbilds Herkules in Richtung Leier. Im Maximum, am Abend des 22. April, sollte eine zenitale Stundenrate von 20 erreicht werden. Da am 24. April Erstes Viertel ist, können die Lyriden in der zweiten Nachthälfte ungestört beobachtet werden. Ein dunkler Standort ist dabei von Vorteil.

Der Sternenhimmel

Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) finden wir die bekannteste Sternenkonstellation, den Großen Wagen, hoch über unseren Köpfen nahezu im Zenit. Der Große Wagen ist Teil des Sternbilds Großer Bär. Eine Verlängerung der vorderen Kastensterne nach unten führt uns zum Polarstern, der stets exakt im Norden steht. Er stellt den Endpunkt der Deichsel des Kleinen Wagens dar, dem offiziellen Sternbild Kleiner Bär. Dieses hat nun fast seine maximale Höhe erreicht.

Zwischen Großem und Kleinem Bär windet sich das Sternbild Drache, dessen Kopf nun auffällig im Nordosten steht. Über dem Nordhorizont hat das Sternbild Kepheus eben seine tiefste Stellung passiert. Östlich davon finden wir das trotz seiner geringen Höhe auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt. Und oberhalb der Kassiopeia steht das schwierig zu identifizierende Sternbild Giraffe. Im Nordwesten finden wir in geringer Höhe das Sternbild Perseus und das Sternbild Fuhrmann mit der hellen Capella.

Die Sternbilder Stier und Orion sind im Westen bereits am Untergehen – nur noch Aldebaran und Beteigeuze fallen auf. In bequemer Höhe stehen noch die Zwillinge mit Castor und Pollux (aufgewertet durch den strahlenden Jupiter), und noch höher das schwache Sternbild Luchs.

Tief über dem Südwesthorizont kann Sirius eben noch ausgemacht werden. Darüber finden wir das Sternbild Kleiner Hund mit Procyon. Das schwache Sternbild Einhorn dürfte kaum noch erkennbar sein. Halbhoch im Südwesten können wir den Kopf der Wasserschlange ausmachen und darüber das schwache Sternbild Krebs mit seinem Sternhaufen Praesepe.

Im Süden kulminiert die Wasserschlange, das ausgedehnteste Sternbild des Himmels, dessen Schwanz noch immer nicht aufgegangen ist, während der Kopf bereits im Südwesten steht. Oberhalb der Wasserschlange finden wir den auffälligen Sternenrhombus des Raben sowie die schwachen Sternbilder Becher und Sextant. In großer Höhe steht das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus und darüber das schwache Sternbild Kleiner Löwe.

Im Südosten geht gerade das Sternbild Waage auf. In bequemer Höhe finden wir in dieser Richtung das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica sowie das Sternbild Bärenhüter mit Arktur. Zwischen Bärenhüter und Löwe ist das schwache Sternbild Haar der Berenice beheimatet, das den im Fernglas auffälligen Sternhaufen Melotte 111 enthält. Südlich der Wagendeichsel kann das kleine Sternbild Jagdhunde erkannt werden. Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck.

Im Osten gehen gerade die Sternbilder Schlange und Schlangenträger auf, dürften aber nur schwierig auszumachen sein. Dagegen ist der Sternenhalbkreis der Nördlichen Krone östlich des Bärenhüters eine auffällige Sternenkonstellation. Noch recht tiefstehend findet sich östlich davon das ausgedehnte Sternbild Herkules.

Tief über dem Nordosthorizont finden wir das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das aufgehende Sternbild Schwan mit seinem Hauptstern Deneb.

Im April verläuft die Milchstraße ziemlich horizontnah vom Südwest- zum Nordosthorizont, so dass es selbst unter einem dunkleren Himmel schwierig ist, sie auszumachen. Sie steigt über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann in bescheidene Höhen auf, um über Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan wieder zum Horizont abzusinken.


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