Monatsüberblick Februar 2026
von Andreas Kammerer
Mond
Planeten und Kleinplaneten
Merkur
stand am 21. Januar in oberer Konjunktion mit der Sonne und gewann in den folgenden Tagen langsam an Abstand zu unserem Zentralgestirn. In den Tagen um den 6. Februar können Spezialisten versuchen, den flinken Planeten tief über dem westlichen Abendhorizont erstmals auszumachen. Der –1.1m helle Planet ist gegen 18:00 MEZ am besten zu finden. In den folgenden Tagen gewinnt er, bei nahezu gleicher Helligkeit, rasch an Höhe. Zwischen dem 10. und 20. Februar ist er gegen 18:15 bzw. 18:45 MEZ mit dem bloßen Auge recht gut erkennbar. Am 18. Februar findet man die hauchdünne Mondsichel 3.5° unterhalb von Merkur. Am 19. Februar steht Merkur mit einer Helligkeit von –0.6m in größter östlicher Elongation (18° von der Sonne entfernt). Danach nähert er sich angsam wieder dem Horizont, gleichzeitig geht seine Helligkeit nun rasch zurück. Am 25. Februar (nur noch 0.8m hell) ist er bereits zu einem schwierigen Objekt geworden, wobei Venus bei der Aufsuche helfen kann. Am 27. Februar steht die Venus 4.5° links unterhalb von Merkur (1.5m), so dass letzterer möglicherweise noch identifiziert werden kann. Nach dem 28. Februar dürften selbst Spezialisten vergeblich nach Merkur suchen.
Venus
stand Anfang Januar in oberer Konjunktion mit der Sonne. Obwohl ihre Elongationen noch klein sind, kann sie - dank der steil zum Horizont geneigten Ekliptik - bereits ab der Monatsmitte tief über dem westlichen Abendhorizont in der noch hellen Dämmerung ausgemacht werden. Am 15. Februar geht Venus um 18:25 MEZ unter, am 28. Februar um 19.05 MEZ. Jeweils eine halbe Stunde zuvor sollte man mit der Suche nach dem –3.9m hellen Planeten beginnen. Merkur kann bei der Suche anfangs eine Hilfe sein: am 15. Februar steht dieser 8° oberhalb der Venus, am 27. Februar 4.5° rechts oberhalb des Abendsterns. Am 18. Februar findet man die schmale Mondsichel 4° oberhalb der Venus. Für sinnvolle teleskopische Beobachtungen steht die Venus noch zu tief.
Mars
stand Anfang Januar in Konjunktion mit der Sonne. Er entfernt sich nur langsam von unserem Tagesgestirn und steht daher am Taghimmel.
Jupiter
stand Anfang Januar in Opposition zur Sonne. Er ist das dominierende Objekt der ganzen Nacht. Im Sternbild Zwillinge positioniert erreicht er große Horizonthöhen und ist somit auch teleskopisch optimal zu beobachten. Bis zum Monatsende geht die Helligkeit des sich rückläufig durch das Sternbild Zwillinge bewegenden Riesenplaneten auf –2.4m zurück. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 6:45 MEZ auf 5:00 MEZ. In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar finden wir den noch fast vollen Mond nahe Jupiter. Kurz vor dem Untergang können wir den Mond 4.5° rechts oberhalb des Gasplaneten finden. Im Teleskop präsentiert der größte Planet unseres Sonnensystems ein ovales Scheibchen, dessen scheinbarer Äquatordurchmesser von 45.7“ auf 43.0“ schrumpft. Jupiter zeigt eine hochdynamische Atmosphäre mit dem auffälligen Nördlichen und Südlichen Äquatorialband, wobei am Südrand des letzteren der auffällige Große Rote Fleck gefunden werden kann. Weitere Bänder können mit größeren Instrumenten beobachtet werden. Darüber hinaus bieten die vier hellsten Jupitermonde interessante Konstellationen, die von Nacht zu Nacht sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem sind zahlreiche Bedeckungen und Verfinsterungen durch Jupiter bzw. seinen Schatten, sowie Durchgänge und Schattenvorübergänge der Monde vor der Jupiterscheibe zu beobachten. Spezialisten können sich an dem weiter außen umlaufenden Mond Himalia versuchen, der sich bis zu einem Grad von Jupiter entfernen kann, allerdings nur 15.0m hell ist. Mitte Februar findet man ihn etwa 40‘ nordöstlich von Jupiter.
Saturn
wird im Februar zu einem unauffälligen Objekt über dem westlichen Abendhorizont. Der 1.0m helle Ringplanet wandert rechtläufig durch den westlichen Bereich des Sternbilds Fische. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 21:15 MEZ auf 19:45 MEZ, womit er gegen Monatsende nur noch in der Dämmerung sichtbar ist. Am 15. Februar wandert Saturn 0.9° südlich am fernen Neptun vorüber. Selbst im Fernglas wird dies keine einfache Konjunktion sein. Am Abend des 19. Februar findet man die schmale Mondsichel 4.5° rechts von Saturn. Teleskopische Beobachtungen gelingen nur noch zu Monatsbeginn. Im Teleskop präsentiert der Ringplanet ein 16.3“ großes Planetenscheibchen und einen 37.0 x 1.3“ messenden Ring. Damit schauen wir noch immer unter einem sehr kleinen Winkel auf den Ring. In kleineren Instrumenten können die fünf hellsten Monde beobachtet werden. Von innen nach außen sind dies Tethys (10.5m), Dione (10.7m), Rhea (10.0m) und Titan (8.6m). Japetus (10.5m) kann im Februar westlich des Planeten aufgefunden werden.
Uranus
wird am 5. Februar stationär und bewegt sich anschließend in östlicher Richtung durch den Westteil des Sternbilds Stier, nur 5° südlich der Plejaden. Der 5.7m helle Planet geht zu Monatsbeginn gegen 3:00 MEZ, am Monatsende gegen 1:15 MEZ unter, und ist im Fernglas ein einfaches Objekt. Jeweils eine Stunde zuvor wird Uranus in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar. Der Zeitpunkt der Kulmination, die jeweils in großer Höhe stattfindet, verschiebt sich von 19:15 MEZ auf 17:30 MEZ. Zu Monatsbeginn ist es noch möglich, den Planeten von einem dunklen Standort aus sogar mit dem bloßen Auge auszumachen. Kurz vor seinem Untergang am 24. Februar (kurz nach Mitternacht) findet man den Mond 5° rechts oberhalb des Planeten. Im Teleskop präsentiert Uranus ein 3.7“ großes, grünliches Scheibchen, das ab etwa 100x erkennbar wird, auf dem aber keine Details erkennbar sind. Mit größeren Instrumenten können die zwei hellsten Monde Titania (13.9m) und Oberon (14.1m) in Abständen von etwa 30“ bzw. 40“ ausgemacht werden.
Neptun
ist ein Objekt des frühen Abendhimmels. Der 8.0m helle fernste Planet bewegt sich langsam rechtläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Fische, nahe Saturn, der als Aufsuchhilfe dienen kann. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 21:30 MEZ auf 19:30 MEZ. Da er etwa zwei Stunden zuvor in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar wird, endet seine Sichtbarkeit etwa zur Monatsmitte. Am 15. Februar wandert Saturn zum dritten Mal, dieses Mal in 0.9° südlichem Abstand, an Neptun vorüber - keine leicht zu beobachtende Konjunktion. Am 19. Februar steht die schmale Mondsichel 3.5° rechts von Neptun, was aber wohl nur Spezialisten beobachten können.
(7) Iris
steht am 27. Februar im Sternbild Sextant in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine Maximalhelligkeit von 8.9m. Zu Monatsbeginn ist Kleinplanet Nr. 7 erst 9.3m hell. Die Aufsuche des Kleinplaneten südlich des Sternbilds Löwe gestaltet sich aufgrund fehlender prägnanter Umgebungssterne nicht ganz einfach. Am besten beobachtet man Iris in den zwei Stunden um die Kulmination. Diese findet zu Monatsbeginn um 2:30 MEZ, am Monatsende um 0:30 MEZ statt.
(44) Nysa
stand Ende Januar in Opposition zur Sonne. Sie bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Krebs in Richtung Pollux. Ihre Helligkeit geht im Monatsverlauf von 9.1m auf 9.7m zurück, so dass sie ab der Monatsmitte kaum noch im Fernglas sichtbar ist. Am besten beobachtet man den Kleinplaneten Nr. 44 nahe der Kulmination. Diese erreicht Kleinplanet Nr. 44 zu Monatsbeginn gegen 0:00 MEZ, am Monatsende bereits um 21:45 MEZ.
Zur Standardbeobachtungszeit (23:00 MEZ am Monatsanfang, 22:00 MEZ zur Monatsmitte und 21:00 MEZ am Monatsende) steht das Sternbild Großer Bär mit dem auffälligen Großen Wagen bereits hoch im Nordosten. Sein Gegenpart, die Kassiopeia, auch Himmels-W genannt, steht in gleicher Höhe im Nordwesten. Zwischen beiden Sternbilder leuchtet – genau im Norden – der Polarstern. Er ist Teil des Sternbilds Kleiner Bär, das langsam höher steigt. Um den Kleinen Bär windet sich das ausgedehnte Sternbild Drache, dessen Kopf nun ebenfalls langsam an Höhe gewinnt.
Im Nordwesten kann das Sternbild Kepheus ausgemacht werden, doch steht dieses nicht sonderlich auffällige Sternbild in nur geringer Horizonthöhe. Da das kleine und schwache Sternbild Eidechse noch tiefer steht, dürfte es kaum noch erkannt werden. Das Sternbild Pegasus ist schon fast ganz, das schwache Sternbild Fische zur Hälfte untergegangen. Beide dürften kaum noch ausgemacht werden können. Hingegen stehen die Sternenkette der Andromeda und die kleineren Sternbilder Widder und Dreieck noch in ausreichender Höhe im Westen bzw. Nordwesten. Noch besser positioniert ist das Sternbild Perseus.
Im Südwesten ist der Walfisch größtenteils unter dem Horizont verschwunden, und das Sternbild Eridanus ist ebenfalls bereits zu größeren Teilen untergegangen.
Der Schwerpunkt des Wintersechsecks ist in den Südwesten gerückt. Dieses setzt sich zusammen aus den hellen Sternen Capella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen (welche durch den strahlenden Jupiter die Blicke auf sich ziehen), Procyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier. Beteigeuze, der zweite helle Stern des Sternbilds Orion, steht etwa im Schwerpunkt des Wintersechsecks. Den Orionnebel kann man im Fernglas unterhalb der Gürtelsterne ausmachen. Unterhalb des Orion findet man das Sternbild Hase, während die untergehende Taube wohl nicht mehr erkannt werden kann. Östlich des Großen Hundes sind die Sternbilder Achterdeck und Schiffskompass positioniert, die aber aufgrund ihrer geringen Horizonthöhe nur schwer zu identifizieren sind. Zwischen Procyon und Sirius (dem hellsten Stern des irdischen Himmels) steht das Sternbild Einhorn, das sich aber nur aus schwachen Sternen zusammensetzt. Gleiches gilt für das Sternbild Krebs östlich der Zwillinge. In diesem kann bei günstigen Bedingungen der Sternhaufen Praesepe mit bloßem Auge festgestellt werden.
Den Südosten nimmt das langgestreckte Sternbild Wasserschlange und das kleine Sternbild Sextant ein. Darüber finden wir das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus. Über dem Osthorizont erscheint eben das Sternbild Jungfrau. Zwischen Löwe, Zwillinge, Fuhrmann und Großer Bär können wir versuchen, die schwachen Sternbilder Kleiner Löwe, Luchs und Giraffe auszumachen.
Im Nordosten ist das schwache Sternbild Haar der Berenice aufgegangen, über dem das kleine Sternbild Jagdhunde gut erkennbar ist. Über dem Nordosthorizont erscheint eben das Sternbild Bärenhüter, dessen hellster Stern Arktur aber aufgrund des Horizontdunsts noch nicht auffällig ist.
Die nur von dunklen Standorten aus erkennbare Milchstraße steigt im Süden (Sternbild Achterdeck) über den Horizont und zieht sich dann über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann bis in große Höhen. In der Folge sinkt sie über die Sternbilder Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Nordhorizont. Die Wintermilchstraße ist deutlich lichtschwächer als die Sommermilchstraße, da wir in Richtung der äußeren Spiralarme blicken.