Am Himmel im September 2017

von Giovanni Caronti

Planetenbeobachtung

Interessante Planetenkonstellationen:

Merkur bietet zur Monatsmitte die zweite Morgensichtbarkeit in diesem Jahr. Bei guten Sichtbedingungen kann man ab dem 10. nach Merkur Ausschau halten. Am 10. geht der 0,0m helle Merkur um 5:12 Uhr auf.

Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Morgenstern. Die Venusaufgänge verspäten sich im September erheblich. Geht die -3,9m helle Venus am 1. um 3:38 Uhr auf, erfolgt der Aufgang am 30. erst um 4:58 Uhr. Das Venusscheibchen schrumpft auf 11“ scheinbaren Durchmesser, der Beleuchtungsgrad nimmt auf 91% zu.

Mars erscheint nach der Monatsmitte allmählich auf der morgendlichen Himmelsbühne. Unter sehr guten Sichtbedingungen dürfte man Mars erstmals am 20. knapp über dem Osthorizont in der Morgendämmerung freiäugig erkennen. Der Aufgang des 1,8m hellen Mars erfolgt dann um 5:21 Uhr.

Jupiter verabschiedet sich um die Monatsmitte vom Abendhimmel und wird für das bloße Auge unsichtbar.

Saturn ist Planet am Abendhimmel. Die Helligkeit des Ringplaneten geht leicht von 0,4m auf 0,5m zurück. Die Saturndurchgänge verfrühen sich von 23:06 Uhr am 1. auf 22:16 Uhr am Monatsletzten.

Uranus wird allmählich zum Planeten der gesamten Nacht. Am 1. geht der grünliche Planet um 21:27 Uhr auf, am Monatsletzten schon um 19:32 Uhr.

Neptun kommt am 5. in Opposition zur Sonne und geht um 19:51 Uhr auf und geht um 5:43 Uhr unter. Im Teleskop zeigt sich Neptun als kleine, bläuliche Perle.

Die Sonne passiert am 22. um 22:02 den Herbstpunkt, die Herbst-Tagundnachtgleiche tritt ein.

Periodische Sternschnuppenströme

In der Nacht zum 1. September erreichen die Alpha-Aurigiden ihr Maximum. Es handelt sich um recht schnelle Sternschnuppen mit etwa 65 km pro Sekunde. Der Radiant liegt nahe Kapella im Fuhrmann.

Die Pisciden sind im gesamten September aktiv. Das Maximum ist um den 19. zu erwarten, wobei nur etwa fünf bis zehn Meteore pro Stunde sichtbar sind.

Die Epsilon-Perseiden treten ebenfalls im September auf. Zum Maximum am 8. werden etwa zehn Meteore pro Stunde erwartet.

Ein relativ neuer Strom sind die Delta-Aurigiden, dessen Radiant im Fuhrmann zu finden ist. Sie erscheinen vom 16. September bis zum 8. Oktober.

Der Fixsternhimmel am 15. September

Noch zeigt das abendliche Sternenzelt sommerlichen Charakter. Arktur ist schon tief im Westen zu finden. Das Pegasusquadrat steht bereits hoch im Südosten. Wie sein Bezeichnung „Herbstviereck“ deutlich macht, wird bald die dritte Jahreszeit ihren Einzug halten. Das Sommerdreieck hat sich schon ein wenig nach Westen verschoben. Deneb steht nun fast im Zenit, während Wega und Atair den Meridian bereits überquert haben.

Die Jungfrau und der Skorpion sind längst untergegangen. Im Südwesten schickt sich der Schütze ebenfalls an, die Himmelsbühne zu verlassen. Tief im Süden wandert gerade der Steinbock durch den Meridian. Tief im Nordosten flackert horizontnah ein heller, gelblicher Stern. Es ist Kapella, der Hauptstern des Fuhrmanns. Den Platz im Südosten nimmt das ausgedehnte, aber lichtschwache Tierkreisbild Fisch ein.

Für aktive Beobachter

Der Komet C/2017 O1 (ASASSN1) wurde auf Bildern vom 19. Juli 2017 vom Team des All Sky Automated Survey for SuperNovae (ASAS-SN) am Cerro Tololo (Chile) entdeckt. Er war etwa 15m hell und hatte einen Helligkeitsausbruch hinter sich. Der Komet stand im August tief über dem morgendlichen Ost-Horizont. Seine nordwärts gerichtete Bahn führt aber zu zunehmend besseren Bedingungen im Laufe des Septembers. Die Helligkeit dürfte auf ca. 9.0m ansteigen, um dann im Oktober 2017 eine Helligkeit von etwa 7.0m zu erreichen (www.kometarium.com).

Am 16. wandert Merkur nur 0,06° nördlich an Mars vorbei: Eine extrem enge Begegnung, die mit einem Fernglas zu erkennen ist.

Sowohl am 18. als auch am 19. Bietet sich gegen 6 Uhr morgens ein hübscher Himmelsanblick: Merkur, die abnehmende Mondsichel sowie Venus und Mars sind tief am Osthorizont vereint.

Interessante Deep-Sky-Objekte sind im September beispielsweise:

M15 (Kugelsternhaufen), M29 (offener Sternhaufen), NGC 6946 (Feuerwerksgalaxie), NGC 7023 (Irisnebel, Sternhaufen mit Nebel).

Viel Spaß bei Beobachtung und Aufnahme.

 

Sonnenfleckengruppen vom 24.08.2017

Giovanni Caronti, C 9.25 Edge hd, 1.480mm, Iso 100; BZ 1/640S., Sony Alpha 6000; mäßige Sicht
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