Am Himmel im Juni 2017

von Giovanni Caronti

Planetenbeobachtung

Interessante Planetenkonstellationen:

Merkur hält sich am Taghimmel auf und bleibt nachts unsichtbar.

Venus beherrscht den Morgenhimmel und geht zu Monatsbeginn um 3:36 Uhr auf. Am 4. zeigt sich das knapp 24“ große Venusscheibchen halb beleuchtet. Am Tag der Dichotomie ist Venus 106 Millionen Kilometer von der Erde und 109 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Mars hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen und bleibt unbeobachtbar.

Jupiters Helligkeit sinkt von -2,2m auf -2,0m ab. Damit bleibt er nach Venus immer noch das hellste Gestirn am Nachthimmel. Der Riesenplanet geht am 1. um 3:17 Uhr, am Monatsletzten schon um 0:23 Uhr unter.

Saturn steht am 15. in Opposition zur Sonne und geht um 21:10 Uhr auf. Im Teleskop sieht man die starke Abplattung der Saturnkugel mit einem Verhältnis von 9:10.

Uranus bleibt im Juni unbeobachtbar. Der 7,9m helle Neptun kann mit einem lichtstarken Teleskop am Monatsende gesichtet werden.

Am 21., um 5:24 MEZ, ist Sommersonnenwende.

Periodische Sternschnuppenströme

Um den 12. Juni ist das zweite Maximum des Scorpius-Sagittarius-Strom zu erwarten. Allerdings sind wegen der geringen Höhe des Radianten Beobachtungen schwierig. Im letzten Junidrittel sind die Juni-Bootiden zu erwarten, sie sind Trümmer des Kometen 7P(Pons-Winnecke). Es sind jedoch keine hohen Fallraten zu erwarten.

Der Fixsternhimmel am 15. Juni

Die Umstellung zum Sommerhimmel ist noch nicht vollständig vollzogen. Der Bootes mit dem kräftig leuchtenden Arktur zieht die Blicke auf sich. Er steht hoch im Süden, nahe der Mittagslinie. Der Himmelswagen befindet sich schon in der westlichen Hemisphäre. Den Meridian hat er bereits passiert. Nahe dem Norhorizont findet man das Himmels-W, die Kassiopeia. Weit im Westen sieht man das große Sternentrapez, das den Rumpf des Löwen bildet, schräg zum Horizont gerichtet. Im Südwesten trifft man auf die Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica. In der Jungfrau hält sich zurzeit der Planet Jupiter auf.

Während die westliche Himmelshälfte vom Frühlingsdreieck beherrscht wird, das von den drei hellen Hauptsternen Arktur, Regulus und Spica gebildet wird, kündigt sich in der östlichen Himmelshälfte bereits der Sommer an: Der Sommerdreieck ist inzwischen vollständig aufgegangen. Drei Sterne markieren es: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler.

Für aktive Beobachter

Von den drei hellen Kometen, die im Juni gesichtet werden können, ist der Komet C/2015 V2 (Johnson) im Juni schon bei Einbruch der Nacht günstig zu beobachten. In der ersten Juniwoche sollte der Schweifstern mit 6,5m seine größtmögliche Helligkeit erreichen und könnte auch in Ferngläsern beobachtet werden.

Der Komet C/2015 ER61 PanSTARRS ist ein Objekt für den späten Morgenhimmel, allerdings nur 5 bis maximal 10 Grad hoch, so dass eine Beobachtung sehr schwierig wird. Der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak zeigte bisher trotz einer Helligkeit von etwa 6,5m eine kreisrunde Koma und war deshalb auch sehr diffus und schwierig zu beobachten.

Am 15. ist Saturn in Opposition zur Sonne. Saturn ist maximal geöffnet. Mit einer Ringneigung von 27 Grad ist die Beobachtung oder Aufnahme der Cassini-Teilung mit einer Teleskopöffnung ab 150mm möglich. Voraussetzung ist natürlich ein gutes Seeing.

Am 20. sieht man die Sichel des abnehmenden Mondes nahe bei Venus knapp über dem Osthorizont gegen 4 Uhr am Morgenhimmel.

Im Juni stehen wieder einige Kugelsternhaufen auf dem Programm: Beispiele M4, M19.

M57, der Ringnebel, sowie NGC 6543, der Katzenaugen-Nebel, sind interessante Objekte für ein Teleskop mit mindestens 150 mm Öffnung.

Viel Spaß bei Beobachtung und Aufnahme.

 

M97, der Eulennebel

Giovanni Caronti, C 9.25 Edge hd, 28 a 360Sek; Iso 1600; Sony Alpha 6000

Leo Triplett

  

Harald Kaiser, Ritchey-Cretienne-Cassegrain 200, Sony A7II, diverse Brennweiten und Belichtungszeiten, insgesamt 224 Bilder mit 12,3 Stunden, Karlsruhe
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