Astronomischer Monatsüberblick Juni 2019

von Andreas Kammerer

Mond

03.: Neumond (Stier)
04.: Erste Sichtung am Abendhimmel (gegen 22:00 MESZ)
10.: Erstes Viertel (Löwe)
17.: Vollmond (Schlangenträger)
25.: Letztes Viertel (Fische)

Merkur

Kann mit dem Fernglas etwa vom 2. Juni (–1.0m) bis zum 20. Juni (0.3m) tief über dem dämmerigen Abendhimmelhorizont im W bis NW gefunden werden. Am besten wird er zwischen dem 10. und 15. Juni erkennbar sein, doch wird es schwierig, ihn mit dem bloßen Auge zu erfassen. Die größte östliche Elongation mit 25° wird erst am 23. Juni erreicht. Die beste Beobachtungszeit ist zu Beginn der Sichtbarkeit gegen 22:15 MESZ, gegen Ende um 22:30 MESZ. Am 4. Juni steht der Mond etwa 4.5° links unterhalb des flinken Planeten. Am Abend des 18. Juni findet man nur 0.2° unterhalb von Merkur (0.2m) den rötlichen Planeten Mars (1.8m).

Venus

Verschwindet gegen Monatsmitte in der hellen Morgendämmerung über dem Nordosthorizont. In den letzten zwei Wochen dieser Sichtbarkeit wird der –3.9m helle Planet nur noch im Fernglas, kurz vor 5:00 MESZ, erkennbar sein.

Mars

Kann nur noch zu Monatsbeginn mit dem bloßen Auge dicht über dem abendlichen Nordwesthorizont ausgemacht werden. Am 5. Juni befindet sich der Mond 3.5° links neben dem 1.8m hellen Planeten. Die sehr enge Konjunktion mit Mars am 18. Juni ist nur im Fernglas sichtbar. Spezialisten können den roten Planeten wohl noch bis zum Monatsende im Fernglas verfolgen.

Jupiter

Steht am 10. Juni in Opposition zur Sonne. Damit geht er bei Sonnenuntergang auf, erreicht gegen 1:30 MESZ im Süden seinen Höchststand und verschwindet bei Sonnenaufgang unter dem Südwesthorizont. Das –2.6m helle Planetenscheibchen erreicht in diesem Monat mit 46.0“ Äquatordurchmesser seinen Maximalwert. Damit sind nun die atmosphärischen Erscheinungen und das ständig wechselnde Spiel der Monde mitsamt den Schattenvorübergängen, Verfinsterungen und Durchgängen im Teleskop am besten erkennbar. Leider erreicht der größte Planet unseres Sonnensystems in diesem Jahr in nur geringen Horizonthöhen, befindet er sich doch im südlichen Teil des Sternbilds Schlangenträger. Somit wird es nicht einfach sein, die vielfältigen atmosphärischen Erscheinungen detailreich auszumachen. Immerhin sollte der Große Rote Fleck kein Problem sein. Der Vollmond steht am 16. Juni nur 1.5° links des Riesenplaneten.

Saturn

Nähert sich seiner Opposition. Zu Monatsbeginn erscheint der Ringplanet gegen 0:15 MESZ über dem Südosthorizont, am Monatsende bereits gegen 22:15 MESZ. Der im Sternbild Schütze stehende, 0.1m helle Planet kulminiert zu Monatsbeginn um 4:15 MESZ, gegen Monatsende bereits um 2:15 MESZ. Trotz der nur geringen Horizonthöhe sollte der weit geöffnete Ring gut erkennbar sein. Am 19. Juni steht der fast volle Mond in der Dämmerung nur 2° unterhalb des Planeten.

Uranus

Kann von Spezialisten ab der zweiten Juniwoche gegen 4:00 MESZ tief über dem östlichen Morgenhorizont aufgefunden werden. Zunächst ist der im südwestlichen Teil des Sternbilds Widder weilende, 5.8m helle Planet ein schwieriges Objekt, doch sollte er zum Monatsende im Fernglas bereits gut erkennbar sein. In der nachfolgenden Aufsuchkarte (Norden oben) weisen die Zahlen auf die Position am jeweiligen Monatsersten hin.

Neptun

Ist ab Monatsbeginn gegen 3:30 MESZ tief über dem östlichen Morgenhorizont im Fernglas auszumachen, aber nur Spezialisten werden den 7.9m hellen Planeten in der ersten Monatshälfte sichten. Gegen Monatsende ist der im Sternbild Wassermann (nahe  Aqr) positionierte Planet dann aber ein recht gut erkennbares Fernglasobjekt. Am 22. Juni wird der Planet stationär und setzt damit zu seiner Oppositionsschleife an. Die nachfolgende Aufsuchkarte (Norden oben) wird sicherlich eine Hilfe sein.

Ceres

Stand Ende Mai in Opposition zur Sonne und bewegt sich rückläufig oberhalb der Scherensterne des Sternbilds Skorpion. Ihre Helligkeit geht im Verlauf des Monats von 7.0m auf 7.8m deutlich zurück. Aufgrund der geringen Horizonthöhen ist sie kein einfaches Fernglasobjekt. Mit der nachfolgenden Aufsuchkarte sollte es aber dennoch gelingen, den größten Kleinplaneten ausfindig zu machen.

Pallas

Kann nur noch von Spezialisten im Fernglas ausgemacht werden. Sie wird am 3. Juni stationär und läuft anschließend rechtläufig durch das Sternbild Haar der Berenice. Ihre Helligkeit geht von 8.9m auf 9.4m zurück. Lediglich ihre immer noch große Höhe rechtfertigt es, noch nach ihr zu suchen.

Der Sternenhimmel

Zurück